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Wie funktioniert Biodiesel?

Die Erdölvorkommen der Welt sind begrenzt. Trotzdem verbrauchen wir jeden Tag große Mengen des immer knapper werdenden Rohstoffs. Alternativen müssen her zum Beispiel Biodiesel. An vielen Orten Deutschlands können Autofahrer den nachwachsenden Treibstoff schon tanken. Doch wie wird er produziert? Der wichtigste Rohstoff für Biodiesel bei uns ist Raps. Nach der Ernte werden die schwarzen Körner in einer Ölmühle ausgepresst. Dabei entsteht aus 2,5 Tonnen Rapssaat etwa eine Tonne Öl. Zur Weiterverarbeitung kommt das Öl in eine Biodieselanlage. Bevor das Rohöl verarbeitet werden kann, muss es als Erstes von Verunreinigungen befreit werden. Die eigentliche biochemische Reaktion, die das Öl in Biodiesel verwandelt, läuft anschließend vollautomatisch in großen Tanks ab. Im Labor haben wir die Reaktion nachgestellt. "Also um Biodiesel herzustellen braucht man im wesentlichen drei Elemente: Zum einen das Pflanzenöl, in diesem Fall ist es das Rapsöl, zum anderen Methanol, das ist ein Alkohol und den Katalysator der die ganze Reaktion dann ankurbelt." Zwei Stunden lang müssen die beiden Stoffe Öl und Alkohol bei 60 Grad miteinander reagieren. In der Fachsprache wird dieser Prozess Umesterung genannt. Chemisch betrachtet besteht Rapsöl aus einem Glycerinmolekül, an das drei Fettsäuremolekülketten gebunden sind. Bei der Reaktion tauscht das beigemischte Methanol seinen Platz mit dem Glycerin im Ölmolekül. Als Resultat entstehen Glycerin und Biodiesel. Durch die Umesterung ist der Biodiesel nach der Reaktion nicht mehr so zähflüssig wie Pflanzenöl und hat etwa den gleichen Flammpunkt wie mineralischer Diesel. Bevor wir Biodiesel tanken können, muss er in einem letzten Arbeitsschritt noch von Resten des Methanols und des Katalysators befreit werden. Dann ist es endlich soweit: Der fertige Biodiesel wird ausgeliefert. Viele Dieselfahrzeuge können ihn jetzt problemlos tanken.

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