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Zu viele Tiere im Nationalpark

Der Kruger Nationalpark ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Fast 150 Säugetierarten, über 500 Vogel- und gut 100 Reptilienarten sind hier zu Hause. Doch die Ranger im Kruger Nationalpark sind nervös. Das Problem: Sie machen ihre Arbeit so gut, dass die Natur beinahe zu gut beschützt wird. Der Park mit seinen Bewohnern platzt längst aus allen Nähten. Vor allem die Elefantenpopulation wächst rasant. Mittlerweile gibt es 14.000 Dickhäuter, mehr als doppelt so viele wie vor 10 Jahren. Der Grund: Natürliche Feinde fehlen. Ranger dürfen Tiere nicht töten - der Park das reinste Paradies. Die Wärter registrieren jedes einzelne Tier, auf das sie treffen. Ihr portables Arbeitsgerät ist mit einem Computer im Hauptquartier vernetzt. So weiß die Verwaltung jederzeit, wo sich gerade wie viele Tiere aufhalten. Ein Elefant frisst 20 Stunden am Tag, er vertilgt rund 250 Kilogramm Nahrung. Vermehren sie sich weiterhin so schnell, fehlt ihnen bald die Lebensgrundlage im Kruger Nationalpark, das natürliche Gleichgewicht würde gestört.Die Elefanten roden regelrecht den Park, sie zerstören die Blätter, Äste und Wurzeln der Bäume. Adam Lekhuleni, Ranger: "Auch diesen Baum hat ein Elefant auf dem Gewissen. Er hat ihn umgestoßen, um an die Wurzeln zu kommen. Nur die Wurzeln, nichts anderes hat er gefressen." Ein Wildtierschutzgebiet, das überbevölkert ist. Sind die Ranger im Kruger Nationalpark zu erfolgreich? Danie Pienaar, Direktor Kruger-Nationalpark:"Zu erfolgreich, nein, das sind wir nicht, wir sind genau so gut, dass wir die Vielfalt erhalten, das werden wir weiterhin machen und deshalb ist der nächste Schritt unvermeidbar." Der nächste Schritt könnte eine gezielte Geburtenkontrolle sein. Denkbar ist auch der Zusammenschluss mehrerer Nationalparks und eine Umsiedlung von Elefanten. Bisher haben all diese Versuche keine wirkliche Verbesserung gebracht. Das Konzept Naturschutz stößt zumindest im Kruger Nationalpark an seine Grenzen.

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