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Visa & Co

Brauche ich ein Arbeitsvisum oder genügt ein Touristenvisum? Wie bekomme ich eine Arbeitsgenehmigung und wann und wo muss ich mich eigentlich vor Ort anmelden?
Vor einem geplanten Arbeitsaufenthalt im Ausland sind, wenn es sich nicht um ein EU-Land handelt und Sie selbst Bürger der EU sind, eine Reihe von wichtigen Informationen einzuholen und einige Formalitäten zu erledigen.

Was ist eigentlich ein Visum?

Einfach gesagt, ist ein Visum ein Sichtvermerk, der vom Konsulat des ausländischen Staates in den Reisepass gestempelt wird und den Passinhaber berechtigt, die im Visum angegebene Zeit im Land zu bleiben.

Wenn Sie länger im Land bleiben und dort arbeiten wollen, benötigen Sie eine Aufenthaltserlaubnis, befristet oder unbefristet, sowie eine Arbeitsgenehmigung. Ohne Arbeitsgenehmigung bekommen Sie in der Regel auch kein entsprechendes Visum.

Wenn Sie nur auf Geschäftsreise sind, ist in einigen Ländern zu überlegen, ob man nicht - ganz unverfänglich - mit einem Touristenvisum einreist. Das ist zwar offiziell nicht gestattet, wird in einigen Ländern aber unter der Hand empfohlen. Wer kann einen Gast daran hindern, ein paar Bekannte zu treffen, die eben zufällig bei der Firma XYZ arbeiten?

Der offizielle Weg

Möchte man im Ausland arbeiten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man ist bei der Niederlassung eines deutschen Unternehmens beschäftigt oder man ist von einem Unternehmen des Gastlandes engagiert worden. In beiden Fällen organisiert der Arbeitgeber häufig das Visum.

Andernfalls benötigen Sie ein Firmenschreiben, das an die Botschaft des Gastlandes gerichtet ist. Es muss folgende Informationen enthalten:

  • Name des Reisenden
  • Zweck der Reise
  • Aufenthaltsort im Zielland (Anschrift des Unternehmens oder der Organisation)
  • eine Kostenübernahmeerklärung des Unternehmens oder der Organisation

Für Geschäftsreisen in viele Regionen der Russischen Föderation ist darüber hinaus eine spezielle Einladung erforderlich.

Diese kann über die Konsularverwaltung des Außenministeriums in Moskau oder die jeweilige Bezirksverwaltung der übrigen Städte beantragt werden. Sie muss dem Konsulat bei der Beantragung des Visums im Original vorgelegt werden bzw. als Telexbestätigung in der Botschaft vorliegen.

Visa- und Konsularservice

Inzwischen hat sich eine Reihe von Unternehmen auf die Beschaffung von (Geschäfts-)Visa spezialisiert. Diese Firmen sind kompetent und können häufig auch kurzfristig Visa beschaffen. Sie werben mit "bedarfsgerechten Leistungspaketen".

Arbeitsgenehmigung

Ankommen, Job suchen, arbeiten. So einfach ist es natürlich nicht. Die Mühlen der Behörden mahlen nicht nur in Deutschland langsam. Wer im Ausland arbeiten möchte, muss auch eine Genehmigung haben. Auch auf den ausländischen Arbeitsmärkten sind die Anforderungen an Bewerber deutlich gestiegen. Ohne Ausbildung, betriebliche Berufspraxis (am besten im europäischen Ausland) und entsprechenden Sprachkenntnissen bekommt man ohnehin fast keine Stelle. Wie in Deutschland muss der Arbeitgeber meist nachweisen, dass er die Stelle nicht mit einem gleich gut ausgebildeten Einheimischen besetzen kann. Arbeitsgenehmigungen bekommt man in der Regel nur, wenn diese Voraussetzung stimmt. Und die gilt eigentlich nur für Fachleute.

Einfacher an eine Arbeitsgenehmigung kommt man, wenn man für eine deutsche Firma ins Gastland geht oder wenn man von einem Unternehmen des Gastlandes angefordert wurde. Der Arbeitgeber wird sich dann um alle Formalitäten kümmern.

Auskunft über die Fristen und Verlängerungen der Antragstellung für eine Arbeitserlaubnis erhalten Sie von den zuständigen Behörden. Besonnene Arbeitgeber kümmern sich auch hier um ihre Angestellten und geben die richtigen Tipps zur rechten Zeit.

Das Abenteuer Ferne will also gut vorbereitet sein. Fragen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht richtet man in erster Linie an dieVertretung des entsprechenden Landes in Deutschland.

Anmeldungen

Sind Sie einmal in ein Land eingereist, gilt es verschiedene Behördengänge zu erledigen: Die Lohnsteuer muss angemeldet werden, Sie müssen sich um die Sozial- und Krankenversicherung kümmern und sich bei der Polizei anmelden.

Die Fristen dürfen nicht überschritten werden, sonst werden je nach Land Geldbußen von zum Teil beträchtlicher Höhe verhängt.

Als Gast sollte man alle Vorschriften gewissenhaft befolgen.

Lohnsteueranmeldung

Die Steuern werden im jeweiligen Land bezahlt. In der Regel übernimmt der Arbeitgeber die Anmeldung bei der zuständigen Finanzbehörde und zieht auch den Lohnsteueranteil gleich vom Gehalt ab.

Eine Ausnahme bilden deutsche Firmen, für die man mit deutschem Vertrag zu deutschen Bezügen arbeitet. Hier gelten dann auch die deutschen Bestimmungen.

Sozial- und Krankenversicherung

Mit Ländern außerhalb Europas existieren, bis auf ganz wenige Ausnahmen, keine Sozialversicherungsabkommen. Sie müssen also selbst vorsorgen, wenn Ihr Arbeitgeber nicht hilft.

Auch ist es nicht in allen Ländern wie in Deutschland üblich, dass der Arbeitgeber einen Teil zur Krankenversicherung beisteuert. Sie müssen also meist selbst für eine ausreichende Krankenversicherung sorgen. Wer nur vorübergehend im Ausland leben und arbeiten möchte, sollte vorsorglich von Deutschland aus eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Ebenfalls sollten die Beiträge zur Rentenversicherung freiwillig weiterbezahlt werden. Informieren Sie sich rechtzeitig bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) bzw. der Landesversicherungsanstalt (LVA) darüber, was für Sie am günstigsten ist.

Zahlungen in die Arbeitslosenversicherung des Gastlandes werden in Deutschland nicht anerkannt. Wer aus dem Ausland zurückkehrt und dann arbeitslos ist, muss mit Einschränkungen rechnen. Auch hier kann man sich vorab beim örtlichen Arbeitsamt informieren. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung in Deutschland können Sie nicht abschließen.

Beispiel USA

Wenn Sie in den USA arbeiten, unterliegen Sie grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht. Der Sozialversicherungsbeitrag wird vom Gehalt einbehalten. Damit abgedeckt sind Arbeitsunfähigkeit, Ruhestand oder Tod.

Ein staatliches Krankenversicherungssystem gibt es nur für bestimmte Berufsgruppen. Private Krankenkassen sind sehr teuer. Manche Arbeitgeber beteiligen sich an einer privaten Krankenversicherung. Das ist allerdings Verhandlungssache.

Zahlungen in die Rentenversicherung werden im Rahmen des deutsch-amerikanischen Sozialversicherungsabkommens anerkannt und müssen lediglich über entsprechende Bescheinigungen nachgewiesen werden.

Polizeiliche Anmeldung

Um in einem Land wohnen zu dürfen, muss man bei der Polizei registriert sein. Meist hat man eine Frist von sieben bis zehn Tagen, dann muss man sich bei der zuständigen Meldestelle polizeilich anmelden und erhält dort eine Anmeldebestätigung. Formulare gibt es entweder direkt bei den Behörden oder in Schreibwarengeschäften. Das ist von Land zu Land unterschiedlich und muss jeweils vor Ort erfragt werden.

Anmelden kann sich nur, wer einen Wohnsitz nachweisen kann. Also wird häufig eine Unterschrift des Vermieters verlangt.

Zur Anmeldung mitzubringen ist der gültige Reisepass mit dem Visum bzw. der Aufenthaltsgenehmigung.

Informationen erhält man bei den Konsulaten bzw. bei den Einwanderungsbehörden des Gastlandes.

Kontakt

Informationsstelle für Auslandstätige und Auswanderer

50728 Köln
www.bva.bund.de

Hier bekommen Sie Auskünfte über Lebens- und Arbeitsbedingungen im Ausland. Gegen eine Schutzgebühr können Sie ausführliche Informationsschriften zu verschiedenen Ländern und Themenbereichen (z.B. Versicherung bei Auslandsaufenthalt) anfordern. Auf der Homepage haben Sie die Möglichkeit, die Adressen der für Sie zuständigen Auskunfts- und Beratungsstellen für Auswanderer und Auslandstätige abzurufen.

Schmidt & Kalis, Visa- und Konsularservice GmbH

Kurfürstenstraße 56, 10785 Berlin
www.business-visum.de

Bürozeiten: täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr

Visum Centrale Gebr. Mesenberg GmbH

Koblenzer Straße 64, 53173 Bonn
www.visum-centrale.de

Bürozeiten: Montag bis Donnerstag 9.00 bis 13.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr; Freitag 9.00 bis 13.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr

Visa-Express-Service

Roonstraße 20, 12203 Berlin
www.visa-express.de

Bürozeiten: Montag bis Donnerstag: 8.30 bis 17.30 Uhr, Freitag 8.30 bis 16.30 Uhr

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