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Voll digital: die 20. CeBIT

RFID, HDTV und Jacken mit integriertem MP3-Playern - das bringt die CeBIT 2006

„Digitale Welt von heute und morgen an einem Ort“, lautet das Credo der 20. CeBIT, die vom 9. bis 15. März 2006 in Hannover stattfindet. Naturgemäß bezieht es sich auf die Messe selbst. Ist sie doch – mit 6300 Ausstellern aus 70 Ländern – die weltweit größte ihrer Art. Doch der vollmundige Anspruch zielt auch auf einen beherrschenden Trend: Er heißt „Konvergenz“ und meint das Verschmelzen von Computertechnik und Unterhaltungselektronik.

Bill Gates hat es zu Beginn des Jahres auf den Punkt gebracht: Auf der „Consumer Electronics Show“ (CES) in Las Vegas rief er die Dekade des „Digital Lifestyle“ aus. Die CeBIT nennt es „Digital living“ und zeigt auf der gleichnamigen Sonderschau in Halle 27 die vielfältigen Möglichkeiten eines vernetzten Zuhauses. Im Zentrum: Fernsehen, PC und Internet. Dank größerer Bandbreiten und Festplatten werden Online-Downloads von Filmen und TV-Sendungen bald zum Standard gehören. Das hofft zumindest die Branche, die einen Milliarden-Markt vor Augen hat. Die Telekom investiert bereits kräftig in das Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL, das Bandbreiten von 6 Megabit pro Sekunde und mehr ermöglicht. Bereits Mitte des Jahres soll es in zehn deutschen Städten angeboten werden. Lokale Internet- und Telekommunikationsanbieter halten mit. 

RFID

Ein „intelligenter Kühlschrank“, der Lebensmittel selbst nachbestellt? Mit Radio Frequency Identification, kurz RFID, könnte diese Zukunftsvorstellung in einigen Jahren Wirklichkeit werden. Voraussetzung: Statt mit einem Strichcode werden die Lebensmittel und andere Produkte mit einem RFID-Funkchip gekennzeichnet. Auf der CeBIT zeigt u. a. der Handelskonzern Metro, wie das System funktioniert.

Den Anwendungsbereichen für die hauchdünnen Chips scheinen wenig Grenzen gesetzt. Die Eintrittskarten für die Fußball-WM werden bereits einen RFID-Chip enthalten. Begründung: Die Tickets sollen so fälschungssicher sein und notfalls elektronisch gesperrt werden können. In München wurden bereits einige Filialen der Stadtbibliothek umgerüstet. Auch die Pharmaindustrie plant einen Einsatz der Chips.

Auf der CeBIT gibt es erstmals einen Ausstellungsbereich zu diesem Thema – „Auto ID/RFID“ – und ein mehrtägiges begleitendes Forum (beides: Halle 6).

 

Im Geschwindigkeitsrausch

 

Drahtlos ins Internet geht es auf der CeBIT und in Zukunft noch schneller über den neuen Wireless-LAN-Standard IEEE 802.11n. Je nach Hotspot sind Verbindungen von mehreren 100 MBit/s möglich.

Auf mehr Geschwindigkeit setzt auch die Weiterentwicklung des Mobilfunkstandards UMTS. Mit der so genannten HSDPA-Technik können T-Mobile und Vodafone auf das fünffache an Tempo in dem Segment bieten. In Zahlen ausgedrückt: Download-Geschwindigkeiten für das Handy von rund 1,8 MBit/s. Tendenz steigend.  

 

HDTV

 

Das neue Fernsehen buchstabiert sich auf der CeBIT: HDTV. Die innovative Technik ermöglicht Fernsehbilder mit vier- bis fünfmal besserer Bildqualität und Dolby-Digital-Ton. Bei der Fußball-WM werden bereits sämtliche Spiele im neuen Format übertragen. Auf der CeBIT werden natürlich neue TV-Geräte, die für den Genuss der hochauflösenden Programme ausgelegt sind, vorgestellt.

 

future parc

 

Als Zentrum der Innovationen präsentiert sich der „future parc“ in Halle 9. Hochschulen, Großforschungseinrichtungen und alle wichtigen deutschen Forschungsinstitute sowie Spin-Offs und Start-Up-Unternehmen stellen hier die Vorläufer der neuen Generation von ITK-Produkten vor. Einige Modedesigner haben ihre „digitale Kollektionen“ mit dabei: Denn die Jacke mit integriertem MP3-Player ist längst keine Zukunftsmusik mehr.

 

Der Eintritt zur CeBIT kostet 33 Euro im Vorverkauf. An der Tageskasse 38 Euro. Die Dauerkarte gibt es im Vorverkauf für 71 Euro (Tageskasse: 81 Euro). 

 Weitere Infos unter http://www.cebit.de

von Michael Fischer, wissen.de
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