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Warum Jungs schlechter in der Schule sind - und was helfen könnte

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Machos haben mehr Probleme

„Zudem gab es einen klaren Zusammenhang zwischen schlechten Leistungen und einer traditionellen Meinung über ihre Geschlechterrolle", berichtet Andreas Hadjar von der Universität Luxemburg. Jungen, die der Meinung waren, dass Männer den Frauen überlegen sind und daher eine führende Rolle haben sollten, neigten eher dazu, den Unterricht zu stören. Gleichzeitig schnitten sie auch in den Noten schlechter ab: Sie erzielten ein um rund acht Prozent schlechteres Jahresergebnis als der durchschnittliche männliche Schüler im gleichen Jahrgang. Sowohl in Bezug auf die Entfremdung als auch für das Rollendenken spielte die Peer-Group eine wichtige Rolle: Ihr Einfluss kann die negativen Effekte auf die Schulleistungen noch verstärken.

Was kann man tun?

Was aber kann man tun, um den Jungen auf die Sprünge zu helfen? Nach Ansicht der OECD-Forscher wäre ein erster wichtiger Schritt, dass Eltern und Lehrer sich ihrer eigenen Klischees und Vorurteile bewusst werden. Denn Erwartungen wie "Jungs sind halt wilder als Mädchen" oder "Mädchen sind eben schlechter in Mathe" beeinflussen unwillkürlich ihr Verhalten gegenüber den Kindern und prägen damit auch deren Einstellung.

Aber auch der Unterrichts-Stil spielt eine wichtige Rolle. So stellten die Luxemburger Wissenschaftler beispielsweise fest, dass Jungs mit schlechten schulischen Leistungen am besten auf einen konsequenten, eher autoritären Unterrichtsstil reagierten. Das hat nichts mit überstrengen, autoritären Methoden zu tun, sondern eher mit einem respektvollen Umgang im Klassenraum. "Lehrer müssen flexibel beim Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten sein", sagt Hadjar. Manche Schüler, offenbar vor allem Jungen, müssen ihre Grenzen klar gezeigt bekommen, andere müssen eher ermutigt werden.

Weitere Informationen (englischsprachiger Text!)

NPO, 31.08.2015
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