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wissen.de Artikel

Warum man am Mittelmeer so alt wird

Ein kulinarisches Fest der Sinne

Genuss und Gesundheit im Einklang

Die mediterrane Küche bietet eine gesunde Variante der Ernährung, deren Wurzeln bereits in der Antike zu finden sind. Doch die Mittelmeerküche ist viel mehr als nur die pure Nahrungsaufnahme: Sie ist für den Erhalt und die Verbesserung unserer Gesundheit von großer Bedeutung, wobei sie gesunde Ernährung und Genuss ohne Reue auf wunderbare Weise kombiniert. Die charakteristische Zusammensetzung der mediterranen Kost spielt eine große Rolle bei der Vorbeugung bestimmter Krankheiten wie Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen. Sogar das berühmte Glas Rotwein gehört ausdrücklich dazu und ist ebenfalls von hohem gesundheitlichen Nutzen. 1996 haben die sonst sehr zurückhaltenden USA in ihren Ernährungsrichtlinien festgehalten, dass der tägliche moderate Konsum von Wein gesundheitsfördernd sei. Dabei wurde ausdrücklich vom Weinkonsum beim Essen gesprochen, wie es in Mittelmeerländern seit Jahrhunderten praktiziert wird. Ein altes mediterranes Sprichwort besagt, dass Fisch dreimal schwimmen sollte: zuerst im Wasser, dann in Öl und zu guter Letzt in Wein. Ein Sprichwort, an das sich Franzosen wie Italiener, Griechen wie Spanier nur zu gerne halten. Oft wird der Rotwein - besonders in Südfrankreich - mit Eiswasser gemischt, das ihn bekömmlicher machen soll, besonders wenn man ihn Mittags genießt und anschließend noch einen klaren Kopf braucht.

Genuss und Lebenseinstellung - erst die Kombination macht die Kunst perfekt

Wie jede landestypische Ernährungsweise darf allerdings auch die mediterrane Ernährung, auch "Kreta Diät" genannt, nicht für sich alleine betrachtet werden. Ebenso bedeutend sind die geographischen und klimatischen Besonderheiten, die das Leben und das Lebensgefühl der Menschen dort in gleichem Maß prägen. Fest steht, dass Freude an Genuss, Geselligkeit und Kommunikation sowie heitere Gelassenheit wesentliche Elemente mediterraner Esskultur sind. Daran sollten wir uns in Deutschland ein gutes Beispiel nehmen, anstatt, wie so oft, das Essen schnell herunterzuschlingen, um möglichst rasch weiterarbeiten zu können. Franzosen, Italiener und Spanier etwa, nehmen sich ausgiebig Zeit und zelebrieren Ihr Essen dementsprechend. Ein wichtiger Punkt, wollen wir uns ein Stück weit diese andersartige Esskultur aneignen!

Zeit nehmen und genießen

Nehmen Sie sich also Zeit zum Essen wie auch zum Kochen! Genießen Sie es und machen Sie aus dem Essen eine kleine tägliche Zeremonie. Das fängt schon beim Einkaufen an. Nehmen Sie sich hier bereits die nötige Zeit, gehen Sie auf den Wochenmarkt, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, es sorgfältig auszusuchen und die Frische zu prüfen. Außerdem sollten Sie kein Obst oder Gemüse auf Vorrat kaufen. Selbst im Gemüsefach des Kühlschranks verlieren die leckeren frischen Lebensmittel schnell an "Substanz", d.h. an Vitaminen und Mineralstoffen und genauso an Frische und Geschmack.
Setzen Sie auch bei den Vorbereitungen in der Küche auf ihre Kreativität, so dass bereits das Kochen Spaß macht. Lassen Sie sich von Ihrer Kreativität in Küche und am Tisch derart hinreißen, dass das eigentliche Essen für Sie zum wahrhaftigen Fest der Sinne wird. Bedenken Sie, dass auch das Auge mitisst, und arrangieren Sie Ihre Speisen dementsprechend. Die berühmte Tomaten-Mozzarella-Platte aus Italien, besticht schon aufgrund ihrer kräftigen Farben: saftig rote Tomatenscheiben im Wechsel mit schneeweißen Mozzarellascheiben, darüber Salz und körnigen schwarzen Pfeffer, glänzend goldenes Olivenöl und dunkelroter Balsamicoessig, und zum Schluss frisch gezupfte wunderbar grüne Basilikumblätter. Einfach und doch ein unbeschreiblicher Genuss für die Sinne.

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte

Neue und alte Welt treffen sich am Mittelmeer

Dank der damals schon sehr gut ausgebauten und vielgenutzten Handelsverbindungen, entstand die klassische Mittelmeerküche bereits in der Antike. Sie erfuhr zusätzliche Bereicherung durch Entdeckungsreisen in neue Welten, wie etwa Kolumbus' Reise nach Amerika. Diese Reisen bescherten uns Europäern die heute typisch mediterran anmutenden Gemüsearten wie Tomate, Paprikaschoten und Peperoni, Zucchini, Kürbis und Auberginen - diese stammte ursprünglich aus Indien.

Grundpfeiler und Nutzen der mediterranen Küche

Die fünf Grundsäulen, auf die sich die mediterrane Kost, eine eher ländliche Küche, heute stützt, sind: Getreide, viel Gemüse und Obst, Fisch und Meeresfrüchte, Olivenöl und Rotwein. Hinzu kommen in kleineren Mengen Fleisch - typischerweise Geflügel und Lammfleisch - Eier, Milchprodukte und der Reichtum an frischen Kräutern, man denke nur an die "Kräuter der Provence". Diese Elemente bilden die eigentliche Basis der Mittelmeerküche - besonders in den europäischen Ländern, da sie die klassische Ernährungsform größtenteils ganz beibehalten haben, wogegen in Ländern wie Tunesien, der Türkei oder Marokko bereits viele Elemente der arabischen Küche zu finden sind.

Bereits Anfang der 1950er Jahre starteten Wissenschaftler Untersuchungen, um Ernährungsweisen in verschiedenen Ländern der Erde zu erforschen. Das Ergebnis, das sich immer wieder bestätigt, ist, dass die "Kreta Diät", also die traditionelle Mittelmeerkost - besonders Süditaliens und Spaniens - , bzgl. der körperlichen Gesundheit die gesündeste zu sein scheint. Erkrankungen der Gefäße, wie Arteriosklerose, treten in diesen Teilen Europas wesentlich seltener auf als in Deutschland. Auch die Lebenserwartung ist dort durchschnittlich höher. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Essen Sie sich gesund!

Dank des großen Anteils an pflanzlicher Nahrung und der damit verbundenen erhöhten Zufuhr von Kalium trägt die Mittelmeerküche dazu bei, Bluthochdruck zu vermeiden bzw. zu senken. Kalium kommt vorwiegend in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Reis und Getreide vor. Auch das seit Jahrhunderten bekannten Heilmittel Knoblauch trägt zu diesem Effekt bei.
Sogenannten komplexen Kohlenhydraten, z.B. Kartoffeln, wird in der mediterranen Kost große Bedeutung beigemessen. Sie werden erst im Verdauungstrakt aufgeschlossen und die einzelnen Zuckerbausteine gelangen langsamer in den Blutkreislauf als Glucose, einem einfachen Kohlenhydrat, der verhältnismäßig schnell ins Blut übergeht. Komplexe Kohlehydrate sind daher gesünder, was vor allem für Diabeteserkrankungen eine wichtige Rolle spielt.
Und wundern wir uns, warum Südländer meist um einiges schlanker sind, als wir Mitteleuropäer, so ist auch das schnell erklärt: Da die Mittelmeerküche sehr ballaststoffreich ist, führt sie schnell zu einer anhaltenden Sättigung und automatisch sinkt das Verlangen nach Naschereien zwischendurch. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse ist in Deutschland immer noch deutlich niedriger - gerade mal die Hälfte - als am Mittelmeer. Auch vom Fehlglauben, Pasta sei der Dickmacher schlechthin sollten wir uns endlich verabschieden - sofern wir vorwiegend italienische Nudeln essen! Diese sind im Vergleich zu deutschen Nudeln ausschließlich aus Hartweizengrieß und Wasser hergestellt und enthalten somit vorwiegend Kohlenhydrate und Ballaststoffe, jedoch kein Fett und Cholesterin wie die hierzulande gängigen Eiernudeln. Sie machen also satt, ohne dick zu machen. Nehmen Sie folgende Rechnung: 100 Gramm rohe, trockene Hartweizennudeln enthalten ca. 350 Kalorien. Diese 100 Gramm Nudeln quellen beim Kochen und ergeben auf dem Teller etwa das dreifache Gewicht - die ursprüngliche Kalorienmenge aber bleibt. Sie entspricht damit drei Esslöffeln Kartoffelsalat mit Mayonnaise und etwa der Hälfte eines Hamburgers. Unseren Teigwarenkonsum von jährlich 5,4 kg pro Kopf im Vergleich zu 25,8 kg pro Kopf in Italien können wir also ruhig noch etwas steigern. Dass wir dazu auf die leckeren, fetten Sahnesaucen verzichten sollten, versteht sich von selbst - sie würden die Kalorienanzahl erheblich in die Höhe schrauben. Es empfiehlt sich vielmehr eine leichte Tomaten- oder Kräutersauce - lassen Sie Ihre Fantasie spielen!
Die einzelnen Lebensmittel der Mittelmeerdiät dürfen übrigens nicht isoliert betrachtet werden. Sie entfalten Ihre positive Wirkung erst im Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile.

Neue Ernährungspyramide entworfen

Die Erkenntnis über die gesunden Eigenschaften der Mittelmeerküche wird durch eine jüngst veröffentlichte neue Ernährungspyramide von amerikanischen Wissenschaftlern der Harvard University in Cambridge, Massachusetts bestätigt. Seit über zwanzig Jahren befassen sich die Forscher mit der Langzeitwirkung verschiedenster Ernährungsformen und haben inzwischen tiefgehende Erkenntnisse darüber gesammelt, was für unsere Gesundheit tatsächlich gut ist. Diese neuen Erkenntnisse stimmen stark mit der Mittelmeerdiät überein und stellen die bisherige Ernährungspyramide grundlegend auf den Kopf. Eine Ernährungspyramide stellt schematisch dar, was Otto Normalverbraucher täglich und in welchem Mengenverhältnis zu sich nehmen sollte, um gesund zu bleiben und sich ausgewogen zu ernähren. Die traditionelle Ernährungspyramide bewertet jegliches Fett als negativ für den menschlichen Organismus, ohne zwischen verschieden Arten zu unterscheiden. Kohlenhydrate gelten dort generell als gesund. Sie legt weiter zugrunde, alle Eiweißquellen hätten den gleichen Stellenwert und Milchprodukte sollen in hoher Menge gegessen werden. Laut den Erkenntnissen der amerikanischen Wissenschaftler ist dies nicht korrekt, zumal belegt werden konnte, dass das Osteoporoserisiko bei Frauen nicht durch hohen Milchkonsum gesenkt werden kann. Um auf die benötigte Kalziummenge zu kommen, kann ebenso gut auf Zusatzstoffe oder andere kalziumhaltige Lebensmittel zurückgegriffen werden.
Die neuentwickelte Ernährungspyramide sieht daher folgendermaßen aus:
Vollkornprodukte und Pflanzenöle (z.B. Olivenöl) sollten vorwiegend benutzt werden. Hinzu wird viel Gemüse und Obst empfohlen. Im Anschluss folgen Nüsse, Hülsenfrüchte. In geringerem Maß sollten Fisch, Hühnerfleisch und Eier verzehrt werden. Ergänzend dazu eine geringe Menge an Milchprodukten oder Kalziumzusätzen. Rotes Fleisch, Butter und Weißbrot, Kartoffeln, Nudeln und Süßigkeiten stehen am Ende der Liste - sie dürfen nur in kleinen Mengen verzehrt werden.
Diese neuen Erkenntnisse decken sich weitaus mit den vielgepriesenen mediterranen Ernährungsregeln, wie sie unsere südlichen Nachbarn schon seit Generationen leben. Einziger Unterschied ist, dass die Mittelmeerdiät Kohlenhydraten wie Nudeln oder Kartoffeln einen höheren Stellenwert beimisst.
Wenn Sie von nun an die Mittelmeerkost in Ihren täglichen Speiseplan einbauen, sind Sie auf dem bestem Wege zu einem gesunden Speiseplan, der nicht nur Ihrem Körper gut tut, sondern durch den Sie sich rundum wohler fühlen werden.

Kleine Früchte - hoher Wert

Das "flüssige Gold"

In der traditionellen Mittelmeerküche wird vornehmlich Olivenöl verwendet. Das bedeutet einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und nur wenig gesättigte Fettsäuren, wie sie gerade in tierischen Fetten enthalten sind. Das hat folgende positive Wirkung: Cholesterin wird unterschieden in "positives" (gefäßschützendes) und "negatives" Cholesterin (steigert die Risiken einer Gefäßerkrankung). Dank des Olivenöls - sowie anderer pflanzlicher Öle - werden die Gefäße geschützt, da hierbei das "negative" Cholesterin abgebaut und das "positive" Cholesterin vermehrt gebildet wird. Außerdem enthält kaltgepresstes Olivenöl das hochwirksame Vitamin E und eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe.
Es gibt verschiedene Sorten Olivenöl im Handel. Achten Sie darauf, dass Sie auf jeden Fall kaltgepresstes Öl kaufen. Unterschieden wird hier außerdem zwischen verschiedenen Qualitätsstufen. Von höchster Qualität ist das "Olio extra vergine", gefolgt von "Olio soprafino vergine" und "Olio fine vergine". Die unterste Qualitätsstufe bildet das "Lampant-Öl", welches geschmacklich schlechter ist und früher viel als Lampenöl genutzt wurde. Die irreführende Bezeichnung "reines Olivenöl" bedeutet, dass es sich hierbei um sogenanntes raffiniertes Öl handelt, das nur ein Verschnitt mit kaltgepresstem Olivenöl ist.

Kleine Frucht - großer Schutz

In Deutschland kennen wir die kleinen schwarzen oder grünen "Ölzwetschgen" meistens von ihrem Bad in Martini oder frisch erwärmt auf einer knusprigen Pizza. Dabei lassen sich Oliven auf vielerlei Arten genießen. Das sollten wir übrigens wesentlich öfter tun, denn sie schützen das Herz. Keine andere Ölfrucht enthält so viele der guten einfach ungesättigten Fettsäuren, wie die Olive! Das gute Cholesterin, dessen Produktion sie fördern, schützt vor Herzinfarkt und Gefäßverstopfung. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, lieber Oliven zum Aperitif oder vor dem Fernseher zu knabbern als Chips, Erdnüsse & Co. Wussten Sie übrigens, dass die Farbe der Oliven, grün, rotgrün und schwarz, nicht von der Sorte, sondern vom Reifegrad abhängt? Jede Olive ist unreif grün und verfärbt sich mit zunehmender Reife zunehmend ins Schwarze. Oliven passen besonders gut zu Salaten, wie der berühmte "Salade Niçoise" zeigt. Braten Sie einmal Fleisch mit gehackten Oliven oder schmoren Sie es mit ganzen Oliven im Ofen. Mayonnaisen zu Fischgerichten lassen sich gut durch etwas Olivenöl und gehackte Oliven ersetzen. Oder sie bereiten den Fisch direkt mit Wein, Olivenöl und Oliven in Alufolie verpackt im Ofen zu. Probieren Sie auch einmal, Brot und Pizzateig selber herzustellen und fügen Sie dem Teig gehackte Oliven bei - ab in den Ofen und genießen. Als Ersatz für fette und kalorienreiche Saucen bieten sich Pasten aus gehackten oder pürierten Oliven an, nach Bedarf verfeinert mit verschiedenen Kräutern, Tomaten und Knoblauch.

Wein - der gesunde Saft

Wer trinkt nicht gerne ein Gläschen Wein zum Essen? Umso erfreulicher, zu erfahren, dass der köstliche Saft durchaus positive Eigenschaften verbuchen kann!
Vor allem Rotwein, in Maßen genossen, senkt - besonders in der zweiten Lebenshälfte - das Risiko von Herz-Gefäß-Erkrankungen. Wein verhilft dem Körper zu seiner benötigten Dosis Eisen. Dies liegt jedoch weniger an der im Wein enthaltenen Eisenmenge, als vielmehr an der Tatsache, dass er die Eisenaufnahme im Körper positiv unterstützt - sofern er zu den Mahlzeiten genossen wird. Eine andere Substanz im Rotwein wirkt als Antioxidans und verringert das Risiko von Blutgerinnseln.
Doch genießen Sie den Wein bitte immer nur in Maßen - ein Glas zum Essen genügt schon! Manche Menschen sollten sich außerdem nur vorsichtig an den Wein herantasten, denn bei dem einen oder anderen kann es schon mal vorkommen, dass das Getränk Migräne oder - aufgrund des in manchen Weinen enthaltenen Schwefels und Histamins - allergische Reaktionen mit Asthmaanfällen, Übelkeit, Ausschlag und Blähungen hervorruft.
Generell kann man sagen: Wein in Maßen genossen hat eine positive Wirkung auf die Gesundheit, maßloser Weinkonsum hingegen kann zu Kater, Alkoholismus und den daraus entstehenden Krankheiten führen. Wer sich an diese Faustregel hält, darf den Wein und dessen edles Bouquet mit großer Freude genießen.

Lebensart

Laisser-faire und Dolce Vita

Sonne, Meer, Leichtigkeit, Laisser-faire und Dolce Vita. Meist sind es die angenehmen Seiten des Lebens, die uns als erstes in den Sinn kommen, wenn wir an das Mittelmeer denken. Dass dafür nicht nur Urlaubsreisen in den Süden verantwortlich sind, sondern unsere südländischen Nachbarn uns das "süße Leben", tatsächlich vorleben, ist eine Tatsache. Sicher, auch sie haben mit den kleineren und größeren Problemen des Lebens zu kämpfen. Der Unterschied scheint jedoch vor allem darin zu liegen, wie sie damit im Alltag umgehen. Bei vielen Italienern, Franzosen und Spaniern hält sich nicht ohne Grund das Klischee des steifen und überdurchschnittlich ernsten Nachbarn aus dem Norden. Unsere hierzulande noch oft anzutreffende Haltung, vieles bierernst zu sehen, hektisch und schnell zu sein, würde einen Südländer - ob seines Temperaments und seiner Lebenseinstellung - vermutlich zur Verzweiflung bringen.
Ein schönes Wort besagt, in mediterranen Gefilden leben die Leute nicht, um zu arbeiten, sondern sie arbeiten, um zu leben. Dass dieser Spruch mehr ist, als nur ein verbales Augenzwinkern, wird uns bewusst, wenn wir uns näher mit der südländischen Lebensart befassen. Der typische Alltag eines Andalusiers sieht beispielsweise so aus, dass er morgens zur Arbeit fährt, mittags gegen 14 Uhr eine Kleinigkeit zu Mittag isst und anschließend die berühmte Siesta einlegt. Nach der geruhsamen und nahezu heiligen Nachmittagsruhe ist er, wenn die größte Mittagshitze vorüber ist, wieder frisch für die restlichen Arbeitsstunden im Büro. Dort arbeitet er oft von 16 Uhr bis etwa 20 Uhr, bevor er dann endgültig den Feierabend einläutet. Gegessen wird in diesen Breitengraden erst ab 21 Uhr. Das Abendessen bildet in vielen Mittelmeerländern die eigentliche Hauptmahlzeit und wird am liebsten im Kreise der Familie oder mit Freunden eingenommen. Für unsere südländischen Freunde dient Essen nicht nur der einfachen Nahrungsaufnahme - es ist geselliges Beisammensein, Entspannung und anregendes Gespräch zugleich.
Eignen Sie sich etwas dieser angenehmen Lebensart an. Bauen Sie Elemente davon in Ihren Alltag ein und Sie werden schnell feststellen, dass sie ein Stück Lebensqualität und Ruhe zurückgewonnen haben.

  • Wenn Sie das nächste Mal jemand schief anspricht oder Sie es mit einem muffeligen Beamten zu tun haben, ärgern Sie sich nicht gleich darüber - versuchen Sie es mit Humor zu nehmen.
  • Lächeln Sie öfter - ein wunderbarer Trick mit dem wir unserem Gehirn einen Streich spielen, denn es kann nicht unterscheiden, ob dieses Lächeln durch einen schönen äußeren Zustand ausgelöst wurde oder ob die Motivation zu lächeln von innen kam. Das Gehirn setzt Glückshormone frei, die uns mit guter Laune versorgen. Die Wirkung ist dieselbe und steigert auf jeden Fall unsere Laune.
  • Werden Sie lockerer! Sind Sie ein pünktlicher Mensch? Dann ärgert es Sie vielleicht auch, wenn jemand zu Verabredungen nicht pünktlich kommt? Das ist kein Grund sich aufzuregen, es schadet am Ende nur Ihnen selbst. Bleiben Sie locker, nehmen Sie sich in Zukunft immer ein Taschenbuch mit, dass Sie bei solch einer Gelegenheit lesen können. Die unangenehmste Verspätung lässt sich so auf sehr angenehme Weise überbrücken.

Ein Stück Mittelmeer zu Hause

Holen Sie sich auch zu Hause des öfteren mal eine Brise Mittelmeer in die eigenen vier Wände. Sei es durch einige neue Dekorationsgegenstände oder indem Sie eine Wand Ihres Wohnzimmers azurblau streichen. Mögen Sie es eher "seemännisch"? Dann können Sie sich ein Fischernetz (notfalls tut es auch eine in Form eines Netzes geschickt an der Wand befestigte Hängematte) mit bunten Glaskugeln an eine Wand des Raumes hängen und es dekorativ drapieren- mit Postkarten oder Muscheln. Verschaffen Sie sich einen Hauch von Provence, indem Sie Duftkerzen mit Lavendelduft aufstellen, oder auch eine Brise Meeresluft mit frischen Aromen. Eine einfache und doch sehr nette Dekoration, die sofort an Italien erinnert: Nehmen Sie alte, wohlgeformte Weinflaschen, und stecken Sie eine Kerze auf den Flaschenhals. Wenn nach ein oder zwei Kerzen das Wachs über die halbe Flasche gelaufen ist, werden Sie in Erinnerungen an nette Restaurants in der Toskana oder Rom schwelgen. Für entspannende Stunden allein oder zu zweit helfen oft schon Kleinigkeiten und Sie fühlen sich als seien Sie an die Cote d'Azur oder in Sizilien. Stellen Sie sich Zimmerpalmen auf, dekorieren Sie die Wohnung mit typisch mediterranen Gegenständen wie Terrakottavasen, provenzalischem Steingut, Mitbringseln vom letzten Toskanaurlaub. Stellen Sie Windlichter auf - auch in den Wohnräumen, wenn es im Garten, auf Balkon oder Terrasse bereits zu frisch ist. Dekorieren Sie größere Schalen mit feinem Sand, aus dem Bastelgeschäft, und setzen Sie Muscheln und Teelichter hinein. Das zaubert sofort eine südländische und entspannende Atmosphäre. Dazu im Hintergrund eine CD mit Meeresrauschen, ohne Musik - nur das Rauschen des Meeres - und schon kommt das Gefühl, das Meer läge nur wenige Meter von ihrem Fenster entfernt.

Wenn das Fernweh plagt

Wenn Sie es gar nicht mehr aushalten, nehmen Sie sich doch kurzerhand ein paar Tage frei und fahren gen Süden. Das Mittelmeer hat auch im November einen ganz besonderen Charme und zu keiner anderen Jahreszeit ist der Himmel so überwältigend, ja fast irreal, blau! Es ist eine ideale Reisezeit, um die Gegenden fern vom Touristentrubel kennen zu lernen, eine Zeit, in der sich auch an der Cote d'Azur überwiegend Einheimische aufhalten. Eine Reise von Cannes und Nizza durch die angrenzende Provence, mit malerischen Dörfern wie Mougins, Grasse oder Saint-Paul-de-Vence wird Ihnen den Zauber dieser Gegend näher bringen. Oder reisen Sie in die Toskana: Städte wie Florenz, Siena und Pisa - oder Rom - sind zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Sie können für ein paar Tage einfach abschalten und die mediterrane Lebensart voll in sich aufnehmen. Doch auch ein Kurzausflug ins Schweizerische Tessin, an das östliche Ufer des Genfer Sees mit seinem mediterranen Mikroklima oder nach Südtirol kann schon die Sehnsucht nach dem Süden mildern.

Reichtum aus dem Meer

Sonne, Wasser, frische Seeluft - Erholung pur. Das Meer, besonders das ruhige und warme Mittelmeer, wirkt wie Magie für unser Wohlbefinden. Diese natürliche Kraftquelle der Natur mit wertvollen Vitalsubstanzen können wir uns auch im Alltag zunutze machen. Für einen Augenblick lassen wir Stress, Umweltgifte und Hektik hinter uns.
Die reinigenden, entschlackenden und belebenden Wirkstoffe des Meeres werden sowohl in der Kosmetik und Dermatologie, wie auch in der Pharmazeutik gerne angewendet. Es gibt daher von Meersalz über Algenprodukte bis hin zu speziellen Körperpflegepräparaten eine große Auswahl, um unserer Gesundheit und Schönheit Gutes zu tun. Das Angebot - speziell in Apotheken - an Pflegeserien, die wichtige Spurenelemente und Mineralien enthalten, ist so immens, dass Sie sich z.B. zu Hause ein individuelles "Thalasso-Wochenende" gönnen können. Die enthaltenen Stoffe helfen nicht nur bei Stress, sondern bieten Schutz vor aggressiven Umweltgiften, straffen und glätten die Haut - etwa bei Cellulitis - und verlangsamen den Hautalterungsprozess im allgemeinen. Obendrein hinterlassen all diese Produkte ein angenehmes Frischegefühl auf der Haut. Auch wenn Sie zu empfindlicher Haut oder Allergien neigen, ist etwas für Sie dabei. Es gibt eine ganze Reihe hypoallergener Mittel oder Spezialpflegeprodukte mit Jod.
Gönnen Sie sich nach einem anstrengenden Arbeitstag ein Bad mit Meersalz, dies führt Ihrem Körper auf herrlich entspannende Art und Weise Mineralien und Spurenelemente zu. Benutzen Sie Präparate mit Meeresalgen. Diese versorgen Ihren Körper mit Jod - es aktiviert den ganzen Stoffwechsel und verleiht der Haut neue Spannkraft. Sollten Sie allerdings zu einer Jodallergie neigen oder an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, dann lassen Sie lieber die Finger von Algen- und Jodprodukten.
Ansonsten gelten folgende Anwendungshinweise: Reines Meersalz als Badezusatz ist besonders bei Gelenkproblemen und Verstauchungen angezeigt. Sollten Sie unter rheumatischen Beschwerden, Ischias, Lumbago oder Ekzemen und Schuppenflechte leiden, dann empfiehlt sich eher ein Bad in Salz aus dem Toten Meer, da hier die Konzentration an Spurenelementen um ein Mehrfaches höher ist.
Algen fördern die Entschlackung des Körpers, was besonders für Haut und Wohlempfinden gut tut. Die Haut wird reiner und zarter, die Vitalität erhält einen Kick, als seien Sie gerade frisch von einem Aufenthalt am Meer zurückgekommen. Als Badezusatz erhalten Sie Algen in Form von Badegel: Als Nahrungsergänzung haben Sie die Wahl zwischen Algenpulver, Tabletten oder Algensäften.

Zum Weiterlesen und Genießen

Hobbythek Mediterrane Lebenselixiere: Wein, Olivenöl, Knoblauch, Tomaten, Kefir, Aloe Vera (Länger leben, besser leben)
Pütz, Jean Kirschner, Monika; VGS Verlagssges., K.; 1999-09; DM29,81

Mittelmeerdiät; Gesund genießen, länger leben. Warum die Mittelmeerdiät so gesund ist. Wirksamer Schutz vor Herzinfarkt. Fit und schlank mit Lust und Genuß. (GU Ratgeber Gesundheit)
Pospisil, Edita; Gräfe und Unzer, München; 1990-10; DM19,89 10,17

Ocean Surf; CD
Dan Gibson; Solitudes (Silenzio Media Group); 2000-04; DM28,95 14,80

Rhythms of the Sea; CD
Dan Gibson; Solitudes (Silenzio Media Group); 2000-04; DM28,95 14,80

Kontakt

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen
DGFF (Lipid-Liga e.V.)

Belfortstr. 8
81667 München

Deutsche Liga für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V.
Rizzastr. 34
56068 Koblenz

Deutscher Diabetikerbund DBB e.V.
Danziger Weg 1
58511 Lüdenscheid

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
http://www.dge.de

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