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Was reizt Menschen an Wetten?

Kindliches Kräftemessen kennt sicherlich jeder. „Wetten, ich bin schneller auf dem Spielplatz als du?“ oder „Wetten, ich male das schönere Bild?“ sind Worte, die sicherlich vielen bekannt vorkommen. Doch ist der kindliche Wetteifer Grundlage späterer Wettfreuden? Dieser Artikel soll die Hintergründe für das Wettfieber eruieren.

Gipfelstürmer
: Es ist das Gefühl des Siegens, das die Sportler und die Wettfreunde verbindet.
Der Siegeswille verleitet zum Wetten

Es ist der Wunsch danach zu siegen, der auf ganz unterschiedliche Art und Weise ausgelebt werden kann. Während die einen sowohl im Kindes- als auch im Jugendalter sich mit Knobelaufgaben beweisen wollen, dass sie es schaffen können, brauchen andere einen Rivalen – den Gegenspieler, der bezwungen werden kann. Und auch dieses Phänomen ist nicht neu: Während die einem auf dem Schulhof im realen Leben Kräftemessen, verschanzen sich andere hinter der Spielekonsole – ebenfalls mit dem Wunsch, den virtuellen Rivalen zu besiegen.

Im Erwachsenenalter werden Siege rarer. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt und den Aufgaben, die Erwachsene in der Familie tagtäglich zu bewerkstelligen haben, bleibt nur wenig Zeit für den Kampf um den Sieg. Der Alltag, oft von Stress und Hektik im beruflichen oder privaten Umfeld geprägt, kann mitunter sehr eintönig sein. Die Chance, an Wettkämpfen oder dergleichen teilzunehmen, reduziert sich damit für viele Menschen auf ein Minimum. Da kommen die Wettangebote im Internet, wie beispielsweise von sportwetten24.com, an den Rennbahnen oder in den Casinos vor Ort genau richtig. Im Unterschied zum einstigen Kräftemessen in der Kindheit und in der Jugend kann allerdings im Erwachsenenalter jeder frei entscheiden, ob er sich dieser Herausforderung stellt oder nicht.

Exkurs: Die Sieg-Komponente aus psychologischer Sicht

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat sich dem Thema unter bpd.de genähert und hat das Phänomen von Sieg und Niederlage am Beispiel des Profifußballs näher beleuchtet. Gleich zu Beginn stellt der Autor des Artikels klar: „Sport kann positive und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Diese beiden Seiten vorab zu erwähnen ist insbesondere wichtig, da das mediale und gesellschaftliche Bild des Profifußballs bezogen auf die psychische Gesundheit eher negativ geprägt ist.“ Viel zu häufig wird über die Dramen berichtet, die sich in den Köpfen der Profifußballer abspielen. Häufig unerwähnt bleibt die positive Komponente des Siegens und der Glücksgefühle, die dann versprüht werden.

Wissenschaftlich bewiesen sind nämlich vor allem auch diese Tatsachen:

  • Sportliche Aktivitäten wirken sich positiv auf die psychische Gesundheit aus.
  • Sportliche Aktivitäten kreieren Schutzfaktoren gegen die Ausbildung psychischer Störungen.
  • Sportliche Aktivitäten begünstigen die Stress-Resistenz.
  • Sportliche Aktivitäten sorgen für eine Verbesserung der gesundheitsrelevanten Einstellung.

Marathonläufer
Neue Erkenntnisse besagen: Endorphine lassen den Schmerz vergessen. Für das Glücksgefühl sind andere zuständig.
Rein biologisch betrachtet hatte man lange Zeit die Endorphine im Verdacht. Diese gelten seit jeher als „Glückshormone“ und werden dann ausgeschüttet, wenn Sport getrieben wird. Weit gefehlt, führen jetzt andere Wissenschaftler ins Feld. „Endorphine haben also eine ganz andere Aufgabe: Sie sind Schmerzstiller, keine Wohlfühler. Sie sollen Extremsituationen erträglicher machen“, heißt es unter spiegel.de. Da das Glücksgefühl im Gehirn und nicht im Körper entsteht, können Endorphine also gar nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Eben sie gibt es nämlich nur im Blut – und nicht im Gehirn. Endocannabinoide, Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin stehen nun im Verdacht, sportlich bedingtes Wohlbefinden auszulösen.

Fussballstadion
Wer auf seinen Lieblingsverein wettet, hat moralisch betrachtet, Recht. Doch wett-technisch ist dies nicht sinnvoll.
Wie lehrreich ist das Wetten eigentlich?

Natürlich kann das Abgeben eines Wett-Tipps bei Weitem nicht mit der eigenen sportlichen Aktivität gleichgesetzt werden. Wohl aber könnte ein Blick auf die psychologischen Fallen bei Sportwetten durchaus lehrreich sein und damit positive Folgen haben – ähnlich wie beim Sport. Welche dies sind, zeigt die folgende Tabelle:

Unrealistischer Optimismus

Ein gutes Beispiel für einen übertriebenen Optimismus sind die sogenannten Favorit-Wetten. Voll Euphorie und Optimismus auf den Lieblingsclub zu wetten, ist moralisch verständlich, doch wett-technisch nicht sinnvoll, denn das Sportevent wird nicht hinterfragt. Ein Blick in die Vergangenheit und eine Analyse der Möglichkeiten entfällt. Experten gehen davon aus, dass diejenigen, die immer auf ihre Favoriten wetten, dieselben Gewinnchancen haben, wie die, die genau auf die Anderen wetten.

Vermeintliche Kontrolle

Es ist ein Trugschluss, der sich aufgrund des eigenen Handelns durchschlägt und der besagt: Wer wettet, kontrolliert die Situation allein aufgrund der eigenen Fachkompetenz und des eigenen Wissens. Zwar mutet eine Sportwette weniger nach Glücksspiel an, doch de facto ist auch eine Sportwette meist Glückssache.

Verführungen

In die Rubrik „Verführungen“ fällt all das, was vom eigentlichen Plan abweicht. Das persönliche Money Management sollte zur Bibel des Wettfreundes werden. Wer sich indes von strahlenden Gewinnern und ihren Geschichten verleiten lässt, die Strategie zu ändern, oder gar auf riskantere Wettvarianten umzusteigen, erliegt – rein psychologisch betrachtet – der Verführung, ohne dass diese einen größeren Erfolg bescheren wird.

Der Sieg des Positiven

Auch das Gehirn selbst kann Streiche spielen, denn es lässt positive Gegebenheiten stets präsenter und gewichtiger erscheinen, als Negative. Selbst wenn ein- und derselbe Tipps 20 Mal zum Gewinn und 50 Mal zum Verlust geführt hat, wird der Gedanke an den Gewinn dominanter nachhallen – und das Wettverhalten beeinflussen.

 

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