Männer und Frauen: Ein seltsames Paar
Claudia Haese
Männer sind anders - Frauen auch. Kein Wunder, dass Missverständnisse
zwischen beiden Geschlechtern vorprogrammiert sind. Doch was macht den kleinen,
feinen Unterschied eigentlich aus? Manch einer macht unser Planetensystem
für die Kommunikationsprobleme verantwortlich: Die einen kommen halt
vom Mars, die anderen von der Venus. Andere Forscher verweisen auf genetisches
Erbe und die Beschaffenheit der Gehirne. Schwierige Sache ... Letztendlich
sind wohl biologisches Erbe und Sozialisation für die Verständigungsprobleme
zwischen Mann und Frau verantwortlich. "Jungs weinen nicht": Kinder werden
von Eltern, Lehrern, Geschwistern und Gleichaltrigen in geschlechtsspezifische
Rollen hinein gestoßen. Diese Sozialisation geht ein Leben lang weiter:
Welcher Mann möchte sich vor seinen Freunden schon als warmduschender
Romantiker outen? Andere Wissenschaftler gehen weiter zurück und sehen
Geschlechterrollen bereits in den Genen angelegt.
Und ewig währt das Schweigen
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| Mann und Frau, Konflikt |
Einer der auffälligsten Unterschiede besteht in Punkto Kommunikation.
Männer sind keine Meister großer Worte. Das bewies zuletzt noch
einmal die britische Soziologin Dianne Hales, als sie das Sprachverhalten
von Männern und Frauen untersuchte. Die holde Weiblichkeit bringt es
demnach im Durchschnitt auf 23.000 Worte am Tag, das starke Geschlecht gerade
mal auf die Hälfte. Neurologen fanden heraus, dass das Sprachzentrum
bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns liegt.
Bei Frauen ist es nicht nur größer, sondern auch auf beide Gehirnhälften
verteilt. Männer sprechen also eher selten und sie hören auch nur
bedingt zu. Warum das so ist, erklären Allan und Barbara Pease in ihrem
Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken".
Abends halb sieben in Deutschland: Er kommt müde und ausgelaugt von der
Arbeit, setzt sich vor den Fernseher, zappt sich mit teilnahmslosen Gesicht
durch die Kanäle und kommentiert jeden weiblichen Kommunikationsversuch
mit einem undefinierbaren Grunzen. Er interessiert sich scheinbar nicht die
Bohne für seine Partnerin. Schuld daran ist sein Gehirn, so die Autoren.
Während er die Eindrücke des Tages mit seiner rechten Gehirnhälfte
verarbeitet, stellt seine linke Hemisphäre vorübergehend ihren Betrieb
ein. Leider sitzt hier auch sein Sprachzentrum. Da hilft nur abwarten, bis
der Schalter wieder auf "on" klickt - und in der Zwischenzeit besser keine
wichtigen Dinge besprechen. Davon wird er eine Stunde später schon nichts
mehr wissen.
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