Blut

[griechisch haima, lateinisch sanguis]

Blutkreislauf des Menschen
in einem Kreislaufsystem zirkulierende Körperflüssigkeit der Vielzeller, im engeren Sinne nur die Körperflüssigkeit der Wirbeltiere, Ringelwürmer, Schnurwürmer und Tintenfische, die sich in einem geschlossenen Blutkreislauf bewegt. Bei Tieren mit offenem Blutkreislauf (Gliedertieren und den meisten Weichtieren), bei denen sich Blut und extrazelluläre Flüssigkeit vermischen, spricht man von Hämolymphe. Blut dient vor allem dem Stofftransport und -austausch zwischen der Umwelt und den Zellen des Organismus: Transport und Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid, Transport von Nahrungsstoffen (Zucker, Aminosäuren Fette), Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechsels, Transport von Vitaminen und Hormonen. Es dient aber auch der Wärmeregulation und der Aufrechterhaltung des Wasser- und Salzhaushalts (→ Homöostase), der Abwehr von Fremdkörpern und Krankheitserregern sowie dem Wundverschluss durch Blutgerinnung. Die Blutmenge beträgt bei den Wirbeltieren 5-10% des Körpergewichts (Mensch 5-6 l).

Blutbestandteile: Blut ist eine wässrige Lösung, in der Zellen suspendiert sind. Die Blutflüssigkeit (Blutplasma) enthält 90-95% Wasser, kolloidal gelöste Eiweiße und Salze, die in einem ähnlichen Verhältnis zueinander stehen wie beim Meerwasser. Beim Gerinnen des Blutes an der Luft scheidet sich der Blutfaserstoff (Fibrin) ab. Die restliche schwach gelbliche Flüssigkeit wird als Blutserum bezeichnet. Wichtige Blutbestandteile sind die Sauerstoff übertragenden (respiratorischen) Stoffe, meist Farbstoffe, die an Blutkörperchen gebunden sein können oder im Blutplasma gelöst sind. An den im Blut befindlichen Zellen unterscheidet man Leukocyten und Chromocyten. Die amöboid beweglichen Leukocyten dienen der Vernichtung von Fremdkörpern und Bakterien durch Phagocytose und der Antikörperbildung. Bei Wirbeltieren sind für Blutgerinnung und Wundverschluss die kernlosen Blutplättchen (Thrombocyten) spezialisiert.

Die Chromocyten der Wirbeltiere, die roten Blutkörperchen (Erythrocyten), sind scheibenförmige Zellen - rund, nach innen gewölbt und kernlos bei Säugetieren, oval, nach außen gewölbt und mit einem Zellkern versehen bei den übrigen Wirbeltieren -, die sich oft in Geldrollenform aneinander legen. Sie enthalten ein von einer Membran umhülltes Eiweißgerüst, in dessen Maschen sich das Hämoglobin befindet. Dieses bindet den Sauerstoff der Luft und erhält dadurch eine hellrote Farbe. Die Erythrocyten transportieren den Sauerstoff zum Gewebe, wo er abgegeben wird und Kohlendioxid aufgenommen wird; hierdurch erhält das Hämoglobin eine dunkelblaurote Färbung. Das Kohlendioxid wird zu den Lungen bzw. Kiemen transportiert und dort gegen Sauerstoff ausgetauscht. Beim Eindringen artfremden Eiweißes (Antigene) in das Blut werden in Plasmazellen des Knochenmarks und im lymphatischen Gewebe hochspezifische Abwehrstoffe (Antitoxine, Antikörper) gebildet und in das Blut abgegeben. Die im Blutserum enthaltenen Agglutinine können fremde Erythrocyten verklumpen und dienen zur Unterscheidung von Blutgruppen.

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