Stephen Hawking ist ein Phänomen. Als er im Alter von 20 Jahren
erfuhr, dass er an der unheilbaren Motoneuronenerkrankung leide und nur noch
kurz zu leben habe, hätte er wohl selbst nicht gedacht, dass er eines
Tages zum populärsten Wissenschaftler der Gegenwart avancieren würde.
Hawkings brach sein Studium der Mathematik und Physik keineswegs ab, sondern
ging zur Cambridge University. Inzwischen sind fast 40 Jahre vergangen. Auch
Aussagen von Ärzten die Lebenserwartung betreffend sind eben nur relativ.
In Forscherkreisen machte sich Hawking mit seinen Theoremen zur
modernen Kosmologie und zu Schwarzen Löchern einen Namen. Gemeinhin bekannt
aber wurde er mit seinem Bestseller Eine kurze Geschichte der Zeit,
der sich, in 22 Sprachen übersetzt, über zehn Millionen mal verkauft
hat. Das „Buch zum Buch“ (Stephen Hawkings Kurze Geschichte
der Zeit) und der Film zum Buch schrieben an dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte
mit. Nun ist mit Das Universum in der Nussschale ein neues Buch
von Hawking erschienen, das uns die Welt, ausgehend von der Relativitätstheorie
Albert Einsteins und der Quantentheorie, auf faszinierende und gut verständliche
Weise neu erklärt: Von der Krümmung des Raums ist da ebenso die
Rede wie von der Kraft der Schwarzen Löcher, von den möglichen „Richtungen“
zeitlicher Entwicklung, den „Brans“ und der schönen neuen
Welt biologischen und elektronischen Lebens. Da werden sogar so geheimnisvolle
Theorien der modernen Physik wie Schrödingers Unschärferelation
oder der Gödelsche Unvollständigkeitssatz begreifbar. Und einen
Blick in unsere (mögliche) Zukunft wagt Hawking auch. Das Universum
in der Nußschalewurde von den selben Künstlern bebildert,
die bereits an Hawkings Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit
mitgewirkt haben. Da finden sich nur selten Seitenfüller, die das Manuskript
des Physikers offenbar etwas strecken sollten - wie sonst ist zu erklären,
dass die ohnehin nicht sonderlich originelle Aussage, dass Einsteins „berühmte
Gleichung E = mc² (Abb. 1.7)“ wohl die einzige Formel der Physikgeschichte
sei, „der man auf der Straße begegnen kann“, mit einer
dreiviertel Seite voller Abbildungen illustriert wird, die eben jene „berühmte
Gleichung“ als Graffiti auf Häuserwänden oder T-Shirts zeigen.
Derlei Ausrutscher aber gibt es in Das Universum in der Nußschale
nur wenige. Ansonsten ist Hawkings Reise durch die moderne Forschungsgeschichte
der Physik wieder einmal ein hoch informatives, jederzeit spannendes und gut
lesbares Buch geworden, das abermals das Zeug zum Bestseller besitzt.
Stephen William Hawking - Biografie, Literatur, Links www-groups.dcs.st-and.ac.uk
Informationen zu Leben und Werk, außerdem Literatur- und Quellenangaben sowie einige Links, bereitgestellt auf den Seiten der St. Andrews University Schottland im Archiv zur 'Geschichte der Mathematik'
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