Hinterlassen Sie einen guten Eindruck!
Elisabeth Bonneau
Der erste Eindruck entsteht in
sieben Sekunden, so hieß es lange. Diese Zeiten sind vorbei! In unserer
schnelllebigen, visuell geprägten Zeit hat Ihr Gegenüber schon nach
zwei bis drei Sekunden entschieden: Sie sind sympathisch oder Sie sind es
nicht, vertrauenerweckend oder nicht, kompetent oder nicht. Das ist vielleicht
nicht fair – wie viele Talente blühen im Verborgenen! Doch was
nutzt das Lamentieren? Sie machen es ja auch nicht anders, ob Sie wollen oder
nicht. Da sind sich die Wahrnehmungs- und Sozialpsychologen ihrer Sache sehr
sicher.Um einen guten Eindruck zu hinterlassen muss man kein angeborenes Charisma
besitzen – gute Ausdrucksformen und ein korrektes Auftreten in den unterschiedlichsten
Situationen ist erlernbar.
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| © PhotoDisc, Inc. / Digital Imagery |
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Vom ersten Eindruck zum Image
Wollen Sie erlernen, einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollten
Sie sich zunächst deutlich machen, wie der erste und jeder
nachfolgende Eindruck entsteht. Überlegen Sie, wie Sie ihn so gestalten
können, dass bei Ihrem Gegenüber authentisch ankommt, was Sie ausdrücken
wollen. Damit verschaffen Sie sich bei alten und neuen Kontakten gleichermaßen
die Chancen, die Sie verdient haben!
Der erste Eindruck wird durch die erhöhte Aufmerksamkeit zu
Beginn einer Begegnung, den Primacy-Effekt gebildet.
Freund oder Feind? Das war für unsere Urväter die Frage. Im Prinzip
stellt unser Unbewusstes heute immer noch die gleichen Fragen, wenn auch etwas
subtiler. Für die Antwort brauchen wir eine schlappe Viertelsekunde.
Beim zweiten Blick achten wir auf weitere Details: Wir registrieren
punktuell eine Einzelheit oder intuitiv das große Ganze und nehmen entsprechend
eine Wertung vor, z.B. warmherzig / naiv / streng / intellektuell und
treffen anhand des wichtigsten Merkmals eine Vorauswahl für
weitere Wahrnehmungen. Was dafür spricht, wird gespeichert; was dagegen
spricht, zuerst einmal ignoriert.
Unser Gehirn wäre ja auch maßlos überfordert, wenn
es eine Person in vielen einzelnen Schritten "screenen" müsste, da schließt
es lieber von einem Merkmal auf andere: von den gepflegten Händen auf
eine korrekte Arbeitsweise, von der Haarfarbe auf den IQ. Unfair? Natürlich!
Halo-Effekt nennt sich dieses Ableiten, das der mathematischen
Hochrechnung von n auf n+1 entspricht.
Bei der Einschätzung "helfen" Vorwissen und Umfeld
in nicht unbeträchtlichem Maß. Es macht in Ihrem Kopf
einen Unterschied, ob Sie der jungen Frau mit der Designerbrille in der Anwaltskanzlei
begegnen oder abends an der Bar: Die Umgebung einer Begegnung "färbt
ab".
Ob das Verhalten im Lauf einer ersten Begegnung nun stimmig oder
widersprüchlich erschien: der letzte Eindruck bleibt,
er hallt nach, das Gedächtnis speichert ihn ab: Nutzen Sie entsprechend
den Recency-Effekt. Lassen Sie z.B. einen Kunden, den Sie mit allen Ehren
empfangen haben, nicht allein den Weg zum Ausgang suchen.
Ein gutes Image ist natürlich etwas
anderes. Lassen Sie die Zeit für sich arbeiten. Ein gutes Image baut
sich langsam auf, bleibt ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und kann durch
scheinbare "Kleinigkeiten" schnell ramponiert sein. Aufbau und Pflege des
Images müssen also gleichermaßen sorgfältig betrieben werden.
Das heißt: bewusst auftreten, möglichst die ganze Zeit.