Maare
Dr. Alexander Stahr
Gewaltige Explosionen Viele kreisrunde Strukturen mit malerischen Seen zieren die Landschaft der Eifel: die Maare. Auch wenn sie heute idyllisch in der Landschaft liegen, ihre Entstehung war mit ungeheuer gewaltigen Explosionen verbunden. Mehr als 50 Maare gibt es in der Westeifel. Die Dichterin Clara Viebig bezeichnete sie als die »Augen der Eifel«. Pulvermaar, Dauner Maare oder Ulmener Maar, alle sind sie als einmalige Naturwunder der Eifel sehens- und erlebenswert.
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Im Pleistozän, das vor rund zwei Millionen Jahren begann, entstand in der Eifel eine der jüngsten Vulkanlandschaften Europas. Diese vulkanische Tätigkeit begann vor etwa 500.000 Jahren und brachte die Maare hervor. Ihre Entstehung beruht auf so genannten phreatomagmatischen Eruptionen (nach dem griechischen Wort phreatia = Wasserbehälter und lateinisch erumpere = hervorbrechen). Kommt Magma mit Oberflächen- oder Grundwasser in Berührung, so wird das Wasser augenblicklich verdampft. Es dehnt sich dabei schlagartig aus und führt zu einer nach oben gerichteten Explosion. Das Ergebnis ist ein mehr oder weniger runder, in den Untergrund eingetiefter Explosionskrater, ein Maar. Der Krater ist von einem Wall des Auswurfmaterials umgeben, wobei frisches Vulkangestein oft nur einen geringen Anteil hat. Das meiste Material ist gesprengtes Nebengestein. Deshalb kann es schwierig sein, ein Maar als vulkanisches Produkt zu erkennen. Oft schon wurden Maare beispielsweise als Meteoriten-Einschlagskrater interpretiert. In vielen Fällen füllen sich die Maare mit Wasser. Die Eifel ist weltweit die so genannte »Typlokalität« für Maare, die Bezeichnung »Maar« international in Wissenschaft und Forschung gebräuchlich. Das jüngste Maar der Eifel, das Ulmener Maar, hat sich vor rund neuneinhalb tausend Jahren gebildet. Da die vulkanische Tätigkeit in der Eifel über einen Zeitraum von 200 Millionen Jahren immer wieder auflebte, ist es unwahrscheinlich, dass dies das letzte Maar der Eifel ist. Neuere geophysikalische Untersuchungen zeigten eine immer noch vorhandene Schmelze in der Erdkruste unter der Eifel.
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