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Special: Bodensee

Ein See für alle Jahreszeiten

Deutschlands größter See - das ›Blaue Wunder‹ im Dreiländereck - ist vor der gewaltigen Kulisse der Alpen in eine fruchtbare Gartenlandschaft eingebettet. Bei einem Besuch am Bodensee fasziniert immer wieder die Vielfalt dieses Bauernlandes und der Reichtum einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft.

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Insel Mainau

Südliche Blütenträume im Überlinger See.

Aus allen Richtungen landen die Schiffe, Busse über Busse fahren an, der Parkplatz auf dem Festland ist oft überfüllt. Will man die 45 ha große Blumeninsel (tgl. 7–20, Ende Okt.–Ende März tgl. 9–18 Uhr) mit ihrer subtropischen Vegetation ohne Rummel erleben, sollte man zeitig aufstehen - in der Frühe eines Sommermorgens kann man das Paradies kurze Zeit für sich haben.

Geschichte

Zunächst römischer Militär-Stützpunkt, dann Rittersitz, kam die Insel im 9. Jh. zum Kloster Reichenau, bis der Deutschherrenorden 1272 hier eine Kommende einrichtete. Während des Dreißigjährigen Krieges verwüsteten die Schweden die Insel, die im 18. Jh. unter dem Komtur Reinhard Ignaz Franz Freiherr von Schönau ihre barocken Prachtbauten erhielt. 1827 kaufte Fürst Nikolaus Esterhazy-Galantha die Mainau für 65 000 Gulden und begann mit der Anpflanzung wertvoller Bäume. Dann wechselten die Besitzer, bis Großherzog Friedrich I. von Baden ab 1853 Insel und Schlosspark neu gestalten ließ. Bis 1923 war die Mainau Witwensitz der Großherzogin Luise von Baden, einer Tochter Kaiser Wilhelms I. Über die Schwester des Großherzogs, Königin Victoria von Schweden, kam die Mainau an das schwedische Königshaus und damit 1932 an den heutigen Besitzer, Graf Lennart Bernadotte. Mit jährlich mehr als 2 Mio. Besuchern ist sie eine der Hauptattraktionen am Bodensee.

Besichtigung

An der Brücke erinnert das viel fotografierte Schwedenkreuz an die schwedische Besetzung 1647. Von hier fährt das Inselbähnchen zur Schwedenschenke. Schöner ist es, geradeaus durch die Metasequoia-Allee zu spazieren, zum Kräutergarten und zum Arboretum mit seinen über 100 Jahre alten, zum Teil riesigen Bäumen, wo man von der hoch gelegenen Großherzog-Friedrich-Terrasse einen fantastischen Alpenblick hat. Am Weg liegt das Schmetterlingshaus mit tosendem Wasserfall und das Orchideenhaus. Hier kann man auch den Energiepavillon besuchen, der die neuartige ökologische Biogas-Anlage der Insel vorstellt.

Der ebenso schöne Weg rechts führt am Kinderspielplatz vorbei zu den Blumenfiguren und zum Tiergehege, den Wildrosenweg entlang, über dem noch ein Wachturm des 16. Jh. steht, zur italienischen Wassertreppe und zum Rosengarten.

Am südöstlichen Ende der Insel liegt die von Giovanni Gaspare Bagnato 1732-39 erbaute Schlosskirche St. Marien, die mit großartigen Altären und einer Kanzel von Joseph Anton Feuchtmayer sowie Fresken von Franz Joseph Spiegler ausgestattet ist. Der Architekt starb 1757 auf der Mainau und ist in der Krypta der Kirche beigesetzt.

Das dreiflügelige Schloss, um einen Ehrenhof und mit einem seitlichen Terrassengarten angelegt, schuf 1739-46 ebenfalls Bagnato. Am Mittelrisalit prangt das riesige Deutschordenswappen. Im Schloss finden während des Sommers regelmäßig Ausstellungen, dazu im Weißen Saal Konzerte statt.

Die Hauptattraktion der Mainau ist ihre zauberhafte Blütenpracht. Das Frühjahr wird eröffnet mit einer Schau wertvoller Orchideen im Palmenhaus. Es folgt das Feuerwerk der Tulpenblüte, über 500 verschiedene Zwiebelpflanzen prunken in ornamentalen Blumenbeeten. Ab Mai blühen die mehr als 200 Rhododendren und Azaleen; es beginnt die Zeit der Rosen, für die die Mainau berühmt ist - mehr als 1200 Sorten, einige 500 Jahre alt, gedeihen hier. Die bunte Fülle der Sommerblumen begeistert jedes Gärtnerherz, im Juli zeigen sich die exotischen Pflanzen wie Bananenstauden, Palmen, Orangen- und Zitronenbäume von ihrer besten Seite. Ab September beginnt das herbstliche Leuchten der Dahlien.

Praktische Hinweise

Besucherinformation:

Tel. 075 31/30 30, Fax 075 31/30 32 48, www.mainau.de
Vorverkauf für Konzerte und Veranstaltungen Tel. 075 31/30 31 09, Fax 075 31/30 33 03

Restaurants

Comturey-Keller. Speisen in historischen Gewölben oder auf der Seeterrasse.
Schwedenschenke. Serviert wird guter Fisch. Wer hier abends speist, hat ab 18 Uhr freien Eintritt auf die Insel (Nov./Dez. Mo/Di geschl., Jan.–März geschl.).
Vorbestellung jeweils unter Tel. 075 31/30 31 56. Weitere Einkehrmöglichkeiten bieten ein Café nahe der Brücke, das Schlosscafé sowie ein Bistro beim Schmetterlingshaus.

© ADAC Verlag GmbH

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