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Special: Brandenburg

Schlösser, Parks und 3000 Seen

Keine andere europäische Metropole hat vor ihren Toren solch eine vielseitige und teilweise noch ursprüngliche Natur wie Berlin! Blühender Raps duftet, Mohnblumen leuchten knallrot, Hühner gackern, Störche kreisen über Kanälen, auf denen Boote schaukeln. Hier enden die Berliner S-Bahn-Linien und die der Ausflugsschiffe beginnen.

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Geschichte, Kunst, Kultur im Überblick

Geschichte, Kunst, Kultur im Überblick

Slawen und Askanier

um 500 v. Chr.

Germanen besiedeln das Land. Sie verlassen es später im Verlauf der Völkerwanderung wieder.

um 650

Slawen wandern in das menschenleere Gebiet zwischen Oder und Elbe ein.

928/29

König Heinrich I. erobert die slawische Hauptfestung Brennabor (Brandenburg) an der Havel.

948

König Otto I. gründet das Bistum Brandenburg, die Christianisierung der Slawen beginnt.

983

In einem großen Aufstand erlangen die Slawen ihre Unabhängigkeit zurück und verteidigen sie bis ins 12. Jh.

993

Erste Nennung Potsdams (Poztupimi) in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III.

1157

Der Askanierfürst Albrecht der Bär nennt sich erstmals (vielleicht schon 1142) Markgraf von Brandenburg, zur Kolonisation des Landes gründet er Zisterzienserklöster (1180 Lehnin). Die Slawen wehren sich gegen die Unterwerfung, doch die Askanier können ihre Herrschaft festigen.

um 1170

Die erste Stadtgründung erfolgt mit der Neustadt Brandenburg auf dem südlichen Havelufer.

um 1200

Die Askanier dehnen ihren Herrschaftsbereich bis an die untere Oder bei Oderberg aus.

1231

Die Markgrafenbrüder Johann I. und Otto III. werden durch Kaiser Friedrich II. offiziell mit ihrem Herrschaftsgebiet belehnt.

um 1245

Die Askanier erobern Mittenwalde, Teupitz und Königs Wusterhausen und brechen damit die wettinische Vormacht in dieser Gegend.

1253

Neugründung und Erweiterung der Kaufmannssiedlung Frankfurt an der Oder um mehr als das Doppelte.

1258

Die Markgrafen Johann I. und Otto III. teilen ihr Herrschaftsgebiet: Die johanneische Linie erhält u. a. das Havelland und die Uckermark, die ottonische Linie u. a. den Teltow und den Barnim.

1270

(oder 1273) Das Zisterzienserkloster Mariensee wird nach Chorin verlegt.

1319

Mit dem Tod von Markgraf Waldemar erlischt die Linie der Askanier, vier Jahre später erwerben die Wittelsbacher die Mark Brandenburg.

1328

Erste Erwähnung des Spreewalds.

1373

Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg erwirbt für 300 000 Gulden die Erbrechte an der Mark Brandenburg.

1388

Markgraf Sigismund, der jüngste Sohn Karls IV., verpfändet (bis 1411) das Land seinen mährischen Vettern Jobst und Prokop.

Unter den Hohenzollern

1411

Der Burggraf von Nürnberg, Friedrich VI., wird von Kaiser Sigismund zum Obersten Verweser und Hauptmann der Mark Brandenburg bestellt; die offizielle Belehnung, mit der die 500-jährige Regentschaft der Hohenzollern in Brandenburg beginnt, erfolgt 1415.

1506

Gründung der ersten brandenburgischen Universität in Frankfurt (Oder) (1811 Verlegung nach Breslau).

1539

Kurfürst Joachim II. führt die Reformation in Brandenburg ein. Die Klöster werden säkularisiert.

1608

Kurfürst Johann Sigismund übernimmt die Macht, er gilt als der erste europäische Fürst, der den Grundsatz der Glaubensfreiheit verkündet und seine Glaubensgegner nicht verfolgt.

1618

Brandenburg erbt das Herzogtum Preußen.

1620

Der Bau des Finowkanals, der Oder und Havel verbindet, wird durch den Dreißigjährigen Krieg unterbrochen.

1640-88

Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst. Er baut Heer, Wirtschaft und Verwaltung aus und schafft die Grundlagen für einen modernen Staat.

1648

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges ist die Mark Brandenburg - die Hauptschlachtfeld der kaiserlichen und schwedischen Truppen war - schwer zerstört und fast um die Hälfte entvölkert.

1651

Kurfürst Friedrich Wilhelm heiratet Luise Henriette aus dem Hause Oranien. Oranienburg wird nach ihr benannt.

1662

Der erste Spatenstich am sieben Jahre später fertig gestellten Oder-Spree-Kanal.

1675

Mit dem Sieg in der Schlacht von Fehrbellin vertreibt der Große Kurfürst die Schweden aus der Mark.

1685

Mit dem Edikt von Potsdam kommen Tausende Hugenotten (französische Glaubensflüchtlinge) ins Land; bis zum Jahr 1700 siedeln sich etwa 20 000 Franzosen in der Mark an.

Im Königreich Preußen

1688

Regierungsantritt Kurfürst Friedrichs III. (ab 1701 als Friedrich I. König in Preußen), er lebt verschwenderisch und Pracht liebend.

1713-40

König Friedrich Wilhelm I. Der Soldatenkönig gilt als Gründer einer modernen Staatsorganisation und der preußischen Militärmacht.

1717

Die allgemeine Schulpflicht wird eingeführt.

1718

Die Entwässerung des Rhinluchs und die Umgestaltung zu Weideland beginnt, die Arbeiten setzen sich bis ins 20. Jh. fort.

1721

Johann Sebastian Bach widmet seine Brandenburgischen Konzerte Markgraf Christian Ludwig, dem jüngsten Sohn des Großen Kurfürsten.

1732

In Potsdam entsteht im Rahmen einer zweiten Stadterweiterung das Holländische Viertel.

1740-86

König Friedrich II., der Große. »Er denkt als Philosoph und handelt als König«, schrieb Jean-Jacques Rousseau über den König, der sich mit Künstlern, Dichtern und Denkern umgab und die französische Kultur bewunderte, der Schlesien errang und Preußen zur europäischen Großmacht brachte. Er initiierte den friderizianischen Ausbau Potsdams sowie von Schloss und Park Sanssouci und forcierte die Urbarmachung und Besiedlung des Oderbruchs.

1781

Karl Friedrich Schinkel kommt in Neuruppin zur Welt; er wird später Preußens berühmtester Baumeister des Klassizismus.

1787

Baubeginn des Marmorpalais in Potsdam unter Friedrich Wilhelm II. (der dicke Wilhelm), der nach seinem Tod 1797 ein zerrüttetes Land hinterlässt.

1810

Die legendäre Königin Luise, Gemahlin Friedrich Wilhelms III., stirbt im Alter von 34 Jahren.

Die ersten Neuruppiner Bilderbogen werden gedruckt, bis 1937 erscheinen mehr als 100 Mio. Exemplare.

1813

Schlachten gegen Napoleon bei Großbeeren am 23. August, bei Hagelberg am 27. August und bei Dennewitz am 6. September: Die Einnahme Berlins durch die Franzosen wird verhindert.

1815

Brandenburg wird Preußen als Provinz eingegliedert, sie umfasst die Regierungsbezirke Berlin, Potsdam und Frankfurt (Oder). Gebietsgewinn im Süden, darunter die Niederlausitz.

1819

Theodor Fontane, einer der großen deutschen Literaten des 19. Jh., wird in Neuruppin geboren.

1838

Zwischen Berlin und Potsdam verkehrt die Eisenbahn.

1840-61

König Friedrich Wilhelm IV., ein Förderer der Künste. Karl Friedrich Schinkel, Peter Joseph Lenné und Christian Daniel Rauch schaffen ein havelländisches Arkadien.

1854

Ernennung Peter Joseph Lennés, des Schöpfers der Potsdamer Parkanlagen, zum General-Gartendirektor.

1862

Die erste Ausgabe der Wanderungen durch die Mark Brandenburg von Theodor Fontane erscheint.

1875

An den Schulen der preußischen Nieder- und Oberlausitz darf nicht mehr in sorbischer Sprache unterrichtet werden.

1882

Der Lehrer Paul Fahlisch organisiert von Lübbenau aus die ersten Gesellschaftsfahrten mit dem Kahn durch den Spreewald.

Brandenburg im 20./21. Jh.

1908

Der Ingenieur Hans Grade startet in Borkheide westlich von Beelitz das erste deutsche Motorflugzeug.

1912

Kurt Tucholsky macht mit seinem Kurzroman Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte das Städtchen weithin bekannt.

1918

Kaiser Wilhelm II. verzichtet 18 Tage nach seinem Eintreffen im holländischen Exil auf den Thron.

1920

Bildung Groß-Berlins, viele im Umfeld liegende Orte werden der Hauptstadt eingemeindet. Brandenburg verliert ca. 1,9 Mio. Einwohner.

1934

Das Schiffshebewerk in Niederfinow, eine technische Meisterleistung jener Zeit, wird eröffnet.

1936

Das Konzentrationslager Sachsenhausen entsteht bei Oranienburg, bis zum Ende der Naziherrschaft werden hier rund 100 000 Menschen umgebracht.

1937

Die Nationalsozialisten verbieten die Domowina, den Dachverband der sorbischen Vereine, gleichzeitig untersagen sie alle sorbischen Aktivitäten.

1938

Bei Fürstenberg/Havel errichten die Nazis das Frauen-KZ Ravensbrück, in dem über 90 000 Frauen und Kinder umkommen.

1939-45

Vor allem am Ende des Zweiten Weltkriegs werden viele brandenburgische Städte zerstört.

1945

Vom 17. Juli bis 2. August legen die USA, Großbritannien und die Sowjetunion in Schloss Cecilienhof die Nachkriegsregelungen für Europa fest, die Vereinbarung geht als Potsdamer Abkommen in die Geschichte ein.

1945/46

Im Rahmen der Bodenreform wird aller Großgrundbesitz über 100 ha enteignet, er wird vor allem an Umsiedler verteilt. Es entstehen Neubauernwirtschaften von durchschnittlich 8 ha Größe.

1946

Die ersten Wahlen nach der Naziherrschaft. Die SED kommt in Brandenburg auf 43,5, die CDU auf 30,3 und die LDPD auf 20,5 Prozent der Stimmen.

1947

Die Alliierten lösen mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 den Staat Preußen auf, die Provinz Mark Brandenburg wird zum Land Brandenburg.

1949

Brandenburg wird Teil der am 7. Oktober gegründeten DDR.

1950

Die Ministerpräsidenten der DDR und Polens unterzeichnen den Vertrag über die Anerkennung der Oder und Neiße als Staatsgrenze.

1951

Grundsteinlegung für den ersten Hochofen des Eisenhüttenkombinats Ost, Baubeginn der ersten Wohnhäuser, die neue Siedlung erhält 1953 den Namen Stalinstadt (ab 1961 Eisenhüttenstadt).

1952

In der DDR findet eine Verwaltungsreform statt, die Länder werden aufgeteilt, Brandenburg in die Bezirke Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder).

1964

In der Klosterruine Chorin finden die ersten Konzerte statt, die als Choriner Musiksommer bis heute das brandenburgische Kulturprogramm bereichern.

1989

Am 9. November fällt die Berliner Mauer.

1990

Die DDR schließt sich der Bundesrepublik an, die Länder werden wieder gegründet.

1991

Die sterblichen Überreste Friedrichs II. werden von der Burg Hohenzollern nach Potsdam überführt. Schloss Rheinsberg wird als Museum eröffnet.

1992

In der Verfassung des Landes Brandenburg wird der Schutz und die Förderung der sorbischen Identität und Kultur festgeschrieben.

1995

Cottbus richtet als erste Stadt im Osten Deutschlands die Bundesgartenschau aus.

1996

Die Mehrheit der Brandenburger stimmt gegen die Vereinigung mit Berlin, Brandenburg bleibt dadurch weiterhin ein eigenes Bundesland.

1997

Im Sommer steigt der Wasserstand der Oder dramatisch an, die Deiche drohen zu brechen. In einer deutschlandweiten Hilfsaktion bieten die Menschen den Naturgewalten weitgehend Paroli.

1998

Das Land Brandenburg begeht den 100. Todestag von Theodor Fontane und das 900. Gründungsjahr des Zisterzienserordens.

2000

Eurospeedway Lausitz, Europas modernste Rennstrecke, wird eröffnet.

2001

Brandenburg feiert das 300. Jubiläum der Gründung Preußens. In Potsdam findet unter dem Motto Gartenkunst zwischen gestern und morgen die 26. Bundesgartenschau statt.

© ADAC Verlag GmbH

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