Presqu’île de Crozon
Unberührte Landschaften und schöne Badestrände.
Die ausgedehnte Halbinsel, deren markante Kreuzform auf der Landkarte gut zu erkennen ist, ragt südlich der Bucht von Brest weit nach Westen in den Atlantik hinein. Sie ist Teil des Naturschutzgebietes Parc Naturel Régional d’Armorique und mit ihren Waldgebieten, steilen Felsküsten und wildromantischen Sandbuchten eine der landschaftlich ursprünglichsten und zugleich schönsten Regionen der Bretagne.
Von Brest aus erreicht man die Halbinsel über den Pont de Térénez, der über den Fluss Aulne führt. Nach wenigen Kilometern zweigt rechts die Straße zu der reizvoll gelegenen alten Abbaye de Landévennec ab. Wie in Daoulas stehen auch hier von der ursprünglichen Anlage - der einzigen noch aus karolingischer Zeit stammenden Abtei der Bretagne - nur mehr Ruinen. Gegründet wurde sie 485 von dem irischen Mönch Guénolé. 818 wurden die bis dahin geltenden irischen Mönchsregeln durch die des hl. Benedikt abgelöst. Der romanische Bau des Klosters, dessen Überreste noch gut erkennbar sind, stammt aus dem 11. Jh., als die Abtei nach der vorherigen Zerstörung durch die Normannen neu und umfangreicher wieder errichtet wurde. Während der Französischen Revolution wurden die Gebäude neuerlich verwüstet und anschließend als Steinbruch benutzt. Ein Neuanfang erfolgte in den 50er-Jahren des 20. Jh., als die Benediktiner oberhalb der heutigen Ruinen ein neues Kloster errichteten. Die von üppiger Vegetation umgebenen Reste der einstigen Abteigebäude können heute nach Ausgrabungsarbeiten und einer umfangreichen Restaurierung besichtigt werden. Sehenswert sind das Eingangsportal sowie eine Reihe schöner Säulenkapitelle mit auffallenden Flechtwerkmotiven; rechts befindet sich in einer Seitenkapelle die rötlich schimmernde Statue des hl. Guénolé aus dem 16. Jh. An den Chor schließt die Kapelle an, die einst als Grabstätte des Königs Gradlon gedient haben soll. Neben den Ausgrabungsstätten ist ein Museum (Mai-Mitte Juni So-Fr 14-18 Uhr, Mitte Juni-Sept. tgl. 10-19 Uhr, sonst So/Fei 14-18 Uhr) eingerichtet, das detailliert über die Geschichte der Christianisierung des Landes und über die Klostergeschichte informiert. Zu sehen sind u. a. ein vorromanischer Fliesenboden, eine Reihe von Faksimiles wertvoller bretonischer Manuskripte und ein Sarkophag aus Eichenholz, der das Skelett eines Grafen von Cornouaille enthielt.
In dem Ferienort Crozon, der der Halbinsel den Namen gab, kann man in der modernen Kirche St-Pierre am Marktplatz einen imposanten hölzernen Altaraufsatz mit 29 geschnitzten und bunt bemalten Paneelen aus dem frühen 17. Jh. bewundern. 400 Personen sind hier dargestellt, um das Martyrium der Thebäischen Legion, die Geschichte der 10 000 Soldaten zu illustrieren, die unter Kaiser Hadrian zum Christentum bekehrt und dafür gekreuzigt wurden.
Der etwa 2 km südlich in einer geschützten Bucht an der Südspitze der Halbinsel gelegene Ort Morgat ist eines der touristischen Zentren und seit vielen Jahren ein beliebtes Bade- und Urlaubsziel. Er verfügt über Jachthafen und Tauchschule, mehrmals täglich kann man vom Hafen aus eine Bootsrundfahrt zu den berühmten Grotten von Morgat unternehmen. Wegen ihrer beachtlichen Tiefe von etwa 90 m und den farbigen Lichtreflexen des quarzhaltigen Gesteins ist die Grotte de l’Autel besonders eindrucksvoll.
Von Morgat aus führt der Weg zur südlichen Spitze der Halbinsel, dem Cap de la Chèvre. Durch einsame Heidelandschaft erreicht man die fast 100 m steil abfallende Felsküste unterhalb der Signalstation. Es bietet sich eine wunderbare Aussicht, besonders nach Norden auf die Pointe de Penhir.
Der am westlichen Küstenabschnitt der Halbinsel gelegene Ort Camaret-sur-Mer ist ein bedeutender Langustenhafen. In dem ausgedehnten Hafenbecken liegen noch die hölzernen Wracks der alten Fischkutter, die mittlerweile als Zeugnis des früher noch bedeutenderen Fischfangs musealen Wert gewonnen haben. Der Ort hat ein malerisches Gepräge und zog im vergangenen Jahrhundert viele Künstler an, die sich um den französischen Maler Eugène Boudin (1824-1898) scharten. Camaret gewinnt heute zunehmend als Jachthafen an Bedeutung und ist als Ferien- und Ausflugsort für die Bewohner von Brest eine der ersten Adressen. Eine Art Wahrzeichen am Ende der langgezogenen Hafenmauer ist die von Vauban 1695 errichtete massive Tour Vauban, die von der einstigen Verteidigungsanlage erhalten blieb. Ein paar Schritte entfernt steht die Chapelle Notre-Dame-de-Rocamadour aus dem 16. Jh. mit tief herabgezogenem Dach. An der stimmungsvollen Hafenpromenade reiht sich Café an Café; besonders an Wochenenden herrscht hier einiger Trubel.
In der näheren Umgebung von Camaret liegen die wilden Sandstrände von Toulinguet und Very’ach. Wegen des starken Treibsands sind sie als gefährlich klassifiziert.
Am Ortsrand von Camaret-sur-Mer an der Straße zur Pointe de Pen-Hir stößt man auf die Alignements de Lagatjar, für diese Region seltene Zeugnisse jungsteinzeitlicher Kultur. Sie bestehen aus insgesamt 143 bis zu 3 m hohen Menhiren aus weißem Quarzit. Ihre quadratische Anordnung lässt auf eine frühe Kultstätte schließen.
Landschaftlicher Höhepunkt der Halbinsel Crozon und - in seiner wilden Romantik - einer der schönsten Plätze der Bretagne ist die Felsenküste um die Pointe de Pen-Hir mit den drei vorgelagerten Felsinseln Tas de Pois (Erbsenhaufen).
Die Pointe des Espagnols an der Spitze des nördlichsten Fingers der Crozon-Halbinsel gewährt einen atemberaubenden Blick auf Brest.
Praktische Hinweise
Information: Office de Tourisme, 15, quai Kléber, Camaret-sur-Mer, Tel. 02 98 27 93 60, Fax 02 98 27 87 22, www.camaret-sur-mer.com sowie www.crozon.com
Hotels
***Thalassa, quai du Styvel, Camaret-sur-Mer, Tel. 02 98 27 86 44, Fax 02 98 27 88 14, www.hotel-thalassa.com. Freundliches Haus am Nordrand des Hafens mit 45 Zimmern und Schwimmbad.
**De France, quai du Styvel, Camaret-sur-Mer, Tel. 02 98 27 93 06, Fax 02 98 27 88 14. Gut gepflegtes, modernes Hotel am Hafen mit Restaurant.
**Le Clos St-Yves, 61, rue Alsace Lorraine, Crozon, Tel. 02 98 27 00 10, Fax 02 98 26 19 21. Preiswertes Mittelklassehotel mit guter Küche.
Restaurants
Julia, 43, rue de Tréflez, Morgat, Tel. 02 98 27 05 89. Etwas abseits der Uferpromenade gelegenes nettes Hotelrestaurant mit feiner Küche.
Styvel, quai du Styvel, Camaret-sur-Mer, Tel. 02 98 27 92 74. Das Hotelrestaurant am Hafen serviert erlesene Fischgerichte.
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