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Florida

Florida - von der Sonne verwöhnt

Mit schwungvollem Pinselstrich malt Florida das Bild eines subtropischen Ferienparadieses an den sonnigen Südzipfel der USA. Es ist das Land der schwingenden Palmen, der sandigen Strände und grünen Sümpfe, der ruhigen Flüsse und sprudelnden Quellen, das von Alligatoren, Disney World und gewaltigen Mondraketen.

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Key West

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Zauber am Rande der Karibik: Jeden Abend wird der Sonnenuntergang gefeiert.

Ureigenen Charme versprüht sie, die südlichste Stadt Floridas, wo das Wasser türkisblau leuchtet und die Palmen sich im warmen Luftstrom wiegen, wo man sich ins Open-Air-Nacht- und Kneipenleben auf der bis in die späten Nachtstunden belebten Duval Street stürzt. Im allgemeinen vergnügen sich Inselbewohner und Besucher selbst im tiefsten Winter bei durchschnittlichen Temperaturen von 25 °C tagsüber und 19 °C nachts.

Key West ist zwar eine sehr touristische Stadt, doch bezaubert sie durch ihre subtropische Heiterkeit, ihre ruhige Lebensart sowie ihr karibisches Ambiente. Seit jeher zieht sie Piraten, Fischer, Homosexuelle, Künstler und Feriengäste aller Herren Länder in ihren Bann. Gefeiert wird immer, sei es mit vielen bärtigen Papa-Kopien beim Hemingway Look-Alike-Contest Mitte Juli, beim karnevalistischen Fantasy Fest mit seinen unglaublich kostümierten Teilnehmern im späten Oktober oder aber am Mallory Square, wo man jeden Abend die Sonne mit Applaus verabschiedet.

Ein unabhängiger Geist ist den Bewohnern von Key West seit jeher inne, sie führten stets ein politisches Eigenleben. Im Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten gehörte Florida zwar dem konföderierten Süden an, doch befand sich Key West als einzige Stadt auf Yankee-Seite, d. h. in der starken Unionshand des Nordens. Und erst 1982 - als Polizeikontrollen auf der Suche nach illegalen kubanischen Einwanderern den Verkehr auf den Keys zu stark behinderten - erklärte sich Key West als Hauptstadt der Conch Republic einfach für unabhängig. Schließlich nennen sich die auf der Insel geborenen Einwohner nach den großen Tritonshornschnecken stolz Conchs (sprich konks).

Nach Niederwerfung der Piraterie im frühen 19. Jh. lebte Key West von der staatlich lizensierten Ausbeutung untergegangener Schiffe (›shipwrecking‹) vor der riffreichen Küste. Es wurde zu einer der reichsten Städte der USA, wie noch heute die kostbaren ›Gingerbread‹-Ornamentierungen an den Häusern andeuten. In der 2. Hälfte des 19. Jh. florierte Key West mit der von Kuba importierten Zigarrenindustrie, der Schwammtaucherei und der Jagd auf Meeresschildkröten. Mit Ankunft der Eisenbahn 1912 begann auch der Tourismus aufzukeimen. Ein Schlag für die Stadt war 1935 der Labor Day Hurricane, der die Bahnverbindung ins Meer fegte. Drei Jahre vergingen, bevor der Overseas Highway Key West erneut mit der Außenwelt verband.

Hauptstraße der Altstadt ist die Duval Street (1). An dem ansehnlichen Straßenzug zwischen Golf von Mexiko und Atlantik ziehen Touristen und Conchs entlang, hier sind die Attraktionen und spielt sich das Nachtleben ab – für Langeweile bleibt da keine Zeit. Die Straße säumen mit feinen Holzschnitzereien geschmückte pastellfarbene Häuser, in denen sich oft Geschäfte und Boutiquen niedergelassen haben. Cafés und Restaurants offerieren Key Wests Spezialitäten wie die in Teig ausgebackenen Conch Fritters und zum Nachtisch Key Lime Pie, den typischen Limonenkuchen. An der Duval Street steht zudem Key Wests ältestes Haus (Nr. 322) von 1829, in dem heute das Wrecker’s Museum (Tel. 305/294-95 02, tgl. 10–16 Uhr) untergebracht ist. Die berühmteste Kneipe der Stadt, wenn nicht der gesamten Inselkette, ist Sloppy Joe’s (201 Duval St.) mit Live-Musik bis in die Nacht. Es war das Lieblingslokal von ›Papa‹ Hemingway.

Die Pier neben dem Mallory Square (2) an der nördlichen Landspitze der Altstadt ist Ankerplatz der riesigen, weißen Kreuzfahrtschiffe. Abends versammeln sich hier die Menschenmengen, um die Sonne als glühenden Feuerball versinken zu sehen. Die Stunde der Dämmerung ist die Zeit der Gaukler, Jongleure und anderen Straßenkünstler, an exotischen Ständen werden aus Palmblättern geflochtene Hüte und Obstschalen sowie allerlei Nützliches und Unnützes verkauft.

Wenige Schritte vom Mallory Square kommt man in dem kleinen, 1934 eröffneten Key West Aquarium (3) (1 Whitehead St., tgl. 10–18 Uhr, www.keywestaquarium.com) den Fischen und Seetieren aus dem Golf von Mexiko, dem Bereich der Keys und dem Atlantik zum Greifen nahe. Man darf der Handfütterung der Haie beiwohnen, ein Touch Tank erlaubt das Anfassen diverser Kreaturen.

Das Audubon House & Tropical Gardens (4) (205 Whitehead St., Tel. 305/294-21 16, tgl. 9.30– 17 Uhr, www.audubonhouse.com) ist nach dem Naturforscher John James Audubon (1785–1851) benannt, der 1832 die Vögel auf Key West malte. Erster Besitzer war der Hafenlotse und Shipwrecker John Geiger. Das zeitgenössisch eingerichtete Anwesen beherbergt heute Audubons Bilder, die als Illustrationen für sein Nachschlagewerk ›Birds of America‹ entstanden.

Gleich um die Ecke liegt das Treasure Museum (5) (200 Greene St., tgl. 9-17 Uhr), das Schatzmuseum der Mel Fisher Maritime Heritage Society. Mit seinen Preziosen, dem Gold und den Juwelen spanischer Galeonen, u. a. vom Wrack der 1622 gesunkenen Atocha, ist es das beste Museum seiner Art in Florida. Andere Ausstellungen des Hauses beleuchten das für Florida stets aktuelle Thema der Unterwasserarchäologie.

Im nahen, 1890 erbauten Harry S. Truman Little White House Museum (6) (111 Front St., tgl. 9–17 Uhr) war eine Marinekommandantur untergebracht. Ab 1946 nutzte US-Präsident Harry Truman das Haus als Ferienwohnsitz.

Im nahen Little White House Museum (6) (111 Front St., tgl. 9-17 Uhr), einem Gebäude von 1890, war ursprünglich eine Marinekommandantur untergebracht. 1946 begann US-Präsident Harry Truman das Haus als Ferienwohnsitz zu nutzen.

Im Westen von Truman Annex, dem in ein nobles Wohnviertel verwandelten alten Marinestützpunkt, liegt Fort Zachary Taylor Historic State Park (7) (tgl. 8 Uhr bis Sonnenuntergang). Die Festung wurde während des Sezessionskrieges von den Truppen der Nordstaaten besetzt. Heute lockt hier einer der schönsten Badestrände der Insel Besucher an.

Das Ernest Hemingway House (8) & Museum I (907 Whitehead St., tgl. 9–17 Uhr, www.hemingwayhome.com) liegt – von einem Tropengarten umgeben, in dem etwa 60 sechszehige Katzen leben – im Zentrum der Stadt. In dem heute als Museum eingerichteten, teils original möblierten Haus im spanischen Kolonialstil lebte 1931–40 der Schriftsteller und Nobelpreisträger, Sportfischer und Großwildjäger Ernest Hemingway (1899–1961). Hier schrieb er Werke wie ›Die grünen Hügel Afrikas‹ (1935) und ›Wem die Stunde schlägt‹ (1940).

In Sichtweite ragt das hübsch restaurierte, schlanke Key West Lighthouse (9) (938 Whitehead St., Tel. 305/295-66 16, www.kwahs.com/lighthouse.com) von 1847 empor. Aus 24 m Höhe blickt man über ein schönes Inselpanorama. Ausstellungen zur maritimen Geschichte der Keys zeigt das alte Leuchtturmwärterhaus (tgl. 9.30-16.30 Uhr).

Die strahlendrote Boje am Southernmost Point in continetal USA (10) ist einer der populärsten Besuchspunkte von Key West. 90 Miles to Cuba, also nur 145 km ist man von der Karibikinsel entfernt, wie ein Schild am Zaun verkündet, aber immerhin rund 200 km sind es nach Miami. Vor dem türkisfarbenen Ozeanpanorama reihen sich die Stände von Muschel-, Schwamm- und Souvenirverkäufern auf.

Praktische Hinweise

Information

Key West Chamber of Commerce, 402 Wall St. (am Mallory Square), Key West, Tel. 305/294-25 87, 800/527-85 39, Fax 305/294 -78 06, www.keywestchamber.org

Rundfahrten

Conch Tour Train, Mallory Square, Key West, Tel. 305/294-51 61, 800/868-74 82, www.conchtourtrain.com. Tgl. 9–16.30 Uhr Start zu 90-minütiger Rundfahrt in Minibahnwaggons (ohne Stopp) mit humorvoller Kommentierung.
Old Town Trolley Tours, Mallory Square, Key West, Tel. 305/296-66 88, www.trolleytours.com. Tgl. 9–16.30 Uhr 90-minütige kommentierte Touren in offenen Kleinbussen (Hop-on-and-off an neun Haltestellen).

Bootstouren

Schooner Western Union, 202 William St., Key West, Tel. 305/ 292-17 66. Zweistündige Ausflüge und herrliche Sonnenuntergangskreuzfahrten inkl. Livemusik mit dem Segelschiff ab Schooner Wharf.
Discovery Undersea Tours, ab Land’s End Marina am Nordende der Margaret Street, Key West, Tel. 800/262-00 99, www.discoveryunderseatours.com. Dreimal tgl. Sonnenuntergangskreuzfahrten und mit dem Glasbodenboot zum Korallenriff.

Hotels

*****Wyndham Reach Resort, 1435 Simonton St., Key West, Tel. 305/296-50 00, 800/874-41 18, Fax 305/296-99 60, www.reachresort.com. Exklusives Resorthotel mit idyllischer Badebucht.

****Island City House Hotel, 411 William St., Key West, Tel. 305/294-57 02, 800/634-82 30, Fax 305/294-12 89, www.islandcityhouse.com. Edle, um 1880 erbaute viktorianische Pension
in der Altstadt mit traumhaftem Tropengarten, in dessen willkommenem Schatten morgens ein Frühstücksbuffet bereitsteht.

Restaurants

El Meson De Pepe, 410 Wall St. (am Mallory Square), Key West, Tel. 305/295-26 20. Bestes kubanisches Restaurant, im Cayo Hueso y Habana, wo Zigarrenroller ihr Handwerk demonstrieren.
Turtle Kraals, Land’s End Marina (am Fuß der Margaret St.), Key West, Tel. 305/294-26 40. Fangfrischer Fisch und Muscheln werden in ungezwungener Atmosphäre am Hafen serviert.

© ADAC Verlag GmbH

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