St. Croix
Vor der Küste der größten Jungferninsel liegt der einzige Unterwassernationalpark der USA: ein wahres Dorado für Taucher und Schnorchler.
Per Flugzeug oder Schnellfähre erreicht man von St. Thomas aus das 64 km entfernte St. Croix, die größte der U. S. Virgin Islands. Im Hafen des nach Dänemarks König Christian V. benannten Hauptortes Christiansted an der Nordostküste dümpeln weiße Jachten vor der hübschen Kulisse aus pastellfarbenen Holz- und Steinhäusern. Christiansted wurde 1735 als Hauptstadt von Dänisch-Westindien gegeründet und konnte seine schöne Kolonialarchitektur weitgehend erhalten.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Bilderbuchortes gehört das Scale House (1856), die frühere Stadtwaage und heute Sitz des Tourismusbüros. Im nahen früheren Zollamt Customs House ist derzeit der National Park Service ansässig. Eine der bedeutendsten dänischen Festungsanlagen der Insel ist Fort Christiansvaern (tgl. 8–17 Uhr), 1749 auf der Landzunge am Hafen errichtet. In der museal aufbereiteten Anlage zeichnen Verliese, Kasernen, Kanonen, Waffen und Dokumente die Geschichte des Forts nach. Gegenüber steht die 1753 errichtete Lutheran Church, heute Steeple Builiding (tgl. 8–16.30 Uhr). Das hiesige National Park Museum beschäftigt sich mit Themen der Inselgeschichte wie Arawak, Kariben, Sklaverei, Zucker- und Rumproduktion. Blickfang in der Kongen Gade ist das einst als Privatresidenz erbaute Government House (1747), ein beeindruckendes Beispiel dänisch-karibischer Architektur. Es ist Regierungssitz, verfügt aber noch über den schönen Ballsaal und einen idyllischen Innenhof mit Brunnen.
Von Christiansted empfiehlt sich ein Ausflug zur vorgelagerten Buck Island. Die Insel mit ihren herrlichen Stränden, den Wanderwegen und schönen Korallenriffen vor der Küste wurde 1962 von der US-Regierung zum geschützten National Monument (National Park Service, Tel. 340-773-14 60) erklärt. Für Schnorchler gibt es sogar einen Unterwasserpfad durch die Korallengärten.
Auf Erkundungsfahrt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Insel führt der St. Croix Heritage Trail (www.stcroixheritagetrail.com) durch die Hügel zwischen Christiansted und Frederiksted.
Frederiksted, der zweitgrößte Ort von St. Croix, liegt 27 km entfernt an der Westküste, sein Hafen wird von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die skandinavischen Holzhäuser fielen 1878 einem von Aufständischen gelegten Brand zum Opfer, heute beherrschen Gebäude aus der Zeit um 1900 das Straßenbild. Am Hafen steht ein kleines Fort, das 1760 zum Schutze gegen Seeräuber errichtete Fort Frederik (Mo–Fr 8.30–16 Uhr). In der heute mit Museum und Kunstgalerie ausgestatteten Festung verlas Generalgouverneur Peter von Scholten am 3. Juli 1848 das Edikt zur Sklavenbefreiung.
Empfehlenswert ist ein Ausflug zum Estate Whim Plantation Museum (Route 76, Tel. 340-772-05 98, Mo–Sa 10–16 Uhr) einer ehem. Plantage mit einem Herrenhaus aus dem späten 18. Jh. Die Sammlung vermittelt Einblicke in das koloniale Leben der Dänen. Eine Begegnung mit der reichen tropischen Flora der Insel ermöglicht der George Village Botanical Garden (Kingshill, Tel. 340-692-28 74, tgl. 9–17 Uhr), die Ruinen einer früheren Plantage wirken hier wie romantische Requisiten.
Praktische Hinweise
Information
USVI Division of Tourism, Scalehouse, Christiansted, Tel. 340-773-04 95
Hotels
Chenay Bay Beach Resort, East End Road, Route 82, Christiansted, Tel. 340-773-29 18, Fax 340-773-88 43, www.chenaybay.com. Hübsches Strandhotel mitten im Grünen, gerahmt von den Resten einer Zuckerrohrplantage.
Pink Fancy Hotel, 27 Prince Street, Christiansted, Tel. 340-773-84 60, Fax 340-773-64 48, www.pinkfancy.com. Kolonialbau mit dem Charme eines alten dänischen Stadthauses, mit Pool und Garten.
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