Hardangerfjord
Lofthus - Utne - Eidfjord - Måbødal - Simadalsfjord - Ulvik - Osa - Rosendal
Der Inbegriff der norwegischen Fjorde und Obstgarten Westnorwegens.
Der malerische Hardangerfjord zählt zu den schönsten Fjorden des Landes. 180 km schneidet er in die westnorwegische Landschaft ein. Steile Bergwände, Gletscher und tosende Wasserfälle bilden die Kulisse für idyllische Orte und Hunderttausende von Obstbäumen, die sich im glatten Wasser spiegeln. Zur Obstbaumblüte im Mai/Juni zeigt sich die Landschaft, die schon Generationen von Malern, Komponisten und Dichtern inspirierte und verzauberte, von ihrer prachtvollsten Seite. Der Hardangerfjord ist ein ganzes Fjordsystem mit schmalen Seitenarmen wie dem Sørfjord, der sich südwärts bis nach Odda erstreckt.
Die herrlich gelegenen Ferienorte in der Gemeinde Ullensvang wie z. B. Lofthus zählen zu den besten Obstanbaugebieten am Hardangerfjord. Besonders Süßkirschen (Moreller) gedeihen hier seit dem 13. Jh. In Lofthus verbrachte der Komponist Edvard Grieg mehrere Sommer. Seine bescheidene Hütte steht heute noch im Garten des Hotels Ullensvang.
Bei der Fährstation Kinsarvik kann man aufs Nordufer nach Kvanndal übersetzen oder einen Abstecher zu dem wunderschön im Schnittpunkt dreier Fjordarme gelegenen Ort Utne machen. Hier ist das Hardanger Folkemuseum (Tel. 53 67 00 40, www.folkemuseum.hardanger.museum.no, Mai tgl. 10–16, Juni–Aug. tgl. 10–17 Uhr, sonst Mo–Fr 10–15 Uhr) ebenso einen Besuch wert wie das traditionsreiche, urgemütliche Utne Hotel (s.u.), welches auf das Jahr 1722 zurückgeht. 16 km südlich des Ortes liegt die alte bäuerliche Siedlung Agatunet (Mitte Mai–Mitte Aug. tgl. 11–17, Mitte Aug.–Mitte Sept. Sa/So 11–17 Uhr), in der noch eine Gerichtsstube aus dem 13. Jh. erhalten ist.
Westlich von Utne kann man von Jondal (Ortsmitte) zu Norwegens drittgrößtem Gletscher Folgefonn hinauffahren und sich im Sommerskizentrum auf Pisten und Loipen vergnügen. Besonders gut lernt man den Gletscher bei einer geführten Gletscherwanderung kennen.
Viel Durchgangstourismus erlebt das Städtchen Eidfjord an der RV 7, die Oslo mit Bergen verbindet. Zahlreiche Besucher durchqueren den Ort auf dem Weg in die Hardangervidda, über deren Flora, Fauna und Kultur das Hardangervidda Natursenter Eidfjord (Tel. 53 66 59 00, www.visiteidfjord.no, Juni–Aug. tgl. 9–20, April/Mai, Sept./Okt. tgl. 10–18 Uhr) informiert.
Sehr beliebt ist eine Fahrt durch das wilde, tief eingekerbte Måbødal hinauf auf die Hardangervidda. Zwischen 1887 und 1914 wurde die kühne Straße in Kombination aus Haarnadelkurven und Tunnels angelegt. Fahrradfahrer, Fußgänger und der Touristenzug Trolltoget, der beim Hof Måbø startet, können heute noch die alte Strecke benutzen, während die Autostraße wesentlich entschärft wurde. Ganz Sportliche wählen den alten Saumpfad, der über gut 1300 Treppenstufen und 125 Windungen auf das Hochplateau führt. Von der Panoramaherberge Fossli Hotel aus hat man einen fantastischen Blick auf die in freiem Fall 182 m tief herabstürzenden Wassermassen des Vøringsfossen.
Am Simadalsfjord, ca.6 km nordöstlich von Eidfjord, liegen die Kontraste - wie oft in Norwegen - dicht nebeneinander: hochmoderne Technologie im Simakraftwerk (Führungen Juni-Aug.), einem der größten in Europa, und beschauliche Idylle im heute noch bewohnten Einödhof Kjeåsen, der in 600 m Höhe an die steile Bergwand gebaut wurde. Der Hof mit dem weiten Blick auf Fjord und umliegende Gebirgslandschaft ist über einen Wanderweg in ca.90 Min. oder bequemer per Auto über eine Straße zu erreichen.
Um zu dem reizvollen Ferienort Ulvik zu gelangen, muss man den Fjord überqueren. Von hier aus lassen sich abwechslungsreiche Wanderungen unternehmen, etwa auf dem ›Apfelbaumweg‹ oder auf dem ehem. Postweg nach Granvin. Zum Sommerangebot von Ulvik gehören Fjordfahrten, Rundflüge mit dem Wasserflugzeug, Angeln oder die Besichtigung eines Bauernhofs. Ein beliebter Ausflug führt am Osafjord entlang nach Osa. Mitten in der Landschaft steht hier das Kunstwerk Stream Nest, eine Skulptur aus 3000 Baumstämmen und 23 000 Backsteinen, die der Japaner Takamasa Kuniyasu anlässlich der Olympischen Winterspiele von Lillehammer 1994 schuf.
Bei Norheimsund, dem Zentrum am westlichen Hardangerfjord, kann man auf einem schmalen Pfad unter dem Wasserfall Steinsdalsfossen hindurchgehen. In Norheimsund lohnt ein Besuch der Museumswerft Hardanger Fartøyvernsenter (Juni–Aug. tgl. 10–17 Uhr), in der historische Holzboote restauriert werden. Dazu gehört ein Café, von dem aus man einen schönen Blick über den Fjord hat. Ein weiterer empfehlenswerter Abstecher führt am Fjord entlang bis zur Fährstation Gjermundshamn, wo man zur Baroniet Rosendal (Tel. 53 48 29 99, www.baroniet.no, Mai–Mitte Sept. tgl. 10–17 Uhr) übersetzt. Schneller erreicht man dieses Ziel durch den Tunnel unter dem Folgefonngletscher bei Odda. In einem romantischen Park mit Rosengarten und seltenen Bäumen liegt das schlichte Schloss von 1665, das heute ein Museum ist. Gezeigt werden Mobiliar, Gemälde und Porzellan.
Praktische Hinweise
Information:
Destination Hardanger Fjord, Hardangerbrygge, Sandvenvegen 40, Norheimsund, Tel. 56 55 38 70, Fax 56 55 38 71, www.hardangerfjord.com
Schiff
Fjordcruise: Im Sommern verkehrt täglich ein Schiff zwischen Norheimsund und Eidfjord und läuft viele bekannte Ort und Sehenswürdigkeiten an.
Hotels
Rica Brakanes Hotel, Ulvik, Tel. 56 52 61 05, Fax 56 52 64 10, www.brakanes-hotel.no. Modernes Hotel mit Restaurant, Swimmingpool, Garten und Strand in wunderschöner Lage direkt am Fjord.
Sandven Hotel, Norheimsund, Tel. 56 55 20 88, Fax 56 55 26 88, www.sandvenhotel.no. Geschmackvolles Hotel von 1857 im Schweizer Stil direkt am Fjord. Gepflegte, angenehme Zimmer.
Hotel Ullensvang, Lofthus, Tel. 53 67 00 00, Fax 53 67 00 01, www.hotel-ullensvang.no. Großer Hotelkomplex direkt am Wasser mit Restaurant und Sportcenter.
Utne Hotel, Utne, Tel. 53 66 64 00, Fax 53 66 10 89, www.utnehotel.no. Gemütliches, stilvolles altes Hotel.
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