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Special: Schottland

Schottland - herbe Schönheit mit Charakter

Von kaum einem anderen europäischen Land existieren so viele Klischees wie vom "Alaska Großbritanniens" - es hält sich hartnäckig die Vorstellung, der Besucher hätte es in Schottland mit Kilt tragenden, unermüdlich Dudelsack spielenden, Whisky trinkenden und Haferfladen essenden, geizigen Schotten zu tun, die das ganze Jahr über Baumstämme durch die Luft schleudern und Steine mit mehr oder weniger mystischer Vergangenheit in die Höhe stemmen. Auch wenn solche "Bilderbuch-Schotten" mittlerweile ins Reich der Fabel gehören, so mag sich doch hie und da ein Körnchen Wahrheit finden. Zum Artikel

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Thurso

Dounreay - Bettyhill - Tongue

Um das Hafenstädtchen beginnt die wildromantische Küstenlandschaft, für die das nördliche Schottland so berühmt ist.

Der 10 000 Einwohner zählende Ort am gleichnamigen Fluss erstreckt sich entlang der Thurso Bay und bietet seinen Sommergästen u. a. einen langen, attraktiven Sandstrand. Die Wikinger waren es, die vor rund 1000 Jahren die Siedlung gründeten und sie Thjorsa - Fluss des Bullen - nannten.

Thurso ist ein wichtiges Versorgungszentrum für den Nordwesten Schottlands und eine recht sympathische Stadt. Vor allem rund um die Ruine der St. Peter Church sind die alten Häuschen renoviert und vermitteln dem Besucher mittelalterliches Flair. Damals kamen die Bewohner der Hafenmetropole zu Wohlstand, trieben sie doch prosperierenden Handel mit Skandinavien und dem Baltikum, wohin sie Getreide, Fleisch, Trockenfisch, Häute und Felle exportierten. Seit 2008 beleuchtet die Ausstellung Caithness Horizons (www.caithnesshorizons.com) in der Town Hall die Lebensumstände in der Region von den Anfängen menschlicher Besiedlung bis in heutige Zeit. Einen Katzensprung nach Norden liegt Scrabster, der Fähr- und Fischerhafen von Thurso. Von hier verkehren täglich Autofähren zur größten Orkney-Insel Mainland und legen dort am Pier von Stromness an.

Im Süden und Südwesten von Thurso erstreckt sich über Tausende von Quadratkilometern eine menschenleere Hochmoorebene, die nur von Bergen und Seen unterbrochen wird. Vor einigen Jahren planten die Experten der schottischen Forestry Commission die Aufforstung der riesigen Region, doch Naturschützer protestierten heftig gegen die Zerstörung dieses einzigartigen Öko-Systems. Verschreckt ließen die Waldaufforster daraufhin ihre Bepflanzungsidee fallen.

Dounreay

Kurz vor den Klippen der Melvich-Bay kommt rechts der Küstenstraße B 836 das Kernkraftwerk Dounreay in Sicht. Der Reaktor war jahrzehntelang der einzige industrielle Arbeitgeber der strukturschwachen Region und ernährte fast 2000 Menschen und ihre Familien. Damit ist es nun vorbei, denn die Anlage ist seit einigen Jahren stillgelegt. Dounreay war der erste schnelle Brüter Großbritanniens und speiste ab Ende der 50er-Jahre des 20. Jh. Strom in die Netze. Dem Kernkraftwerk war überdies eine Aufbereitungsanlage für Brennelemente angegliedert. Eine Start- und Landebahn führt unmittelbar daran vorbei.

Weiter führt die einspurige Straße entlang der Nordküste und durch einsame Hochmoorgebiete. Wer über etwas Zeit verfügt, sollte bis zum Strathy Point fahren und vom dortigen Parkplatz 15 Minuten bis zur Spitze des leuchtturmbewehrten Kaps spazieren. Die Ausblicke von hier über die Küste sind prachtvoll.

Bettyhill

Einige Kilometer weiter westlich liegt der 180 Einwohner zählende Weiler Bettyhill, ein wichtiges Versorgungsörtchen für die verstreut liegenden Crofter Gehöfte, zwischen der Mündung des für seinen Lachsreichtum bekannten River Naver und einem schönen Sandstrand. Im sehenswerten Strathnaver Museum (www.strathnavermuseum.org.uk, April–Okt. Mo–Sa 10–13 und 14–17 Uhr), das in einer alten Kirche untergebracht ist, werden die Auswirkungen der Land Clearances
dokumentiert.

Tongue

Das Örtchen Tongue am gleichnamigen Fluss ist als Standquartier für Wanderungen in die einsame Umgebung sehr beliebt, zum Beispiel zu dem südlich gelegenen, hübschen Loch Loyal. Von hier aus überwindet die sich weiter nach Osten schlängelnde Straße zuerst auf einem Damm die Kyle of Tongue, bevor sie die von Hochmoor bedeckte Halbinsel A Mhoine durchquert, deren westliches Ende sie beim Weiler Hope erreicht. Markant ist hier im Süden die malerische Silhouette des 927 m hohen Ben Hope.

Die restliche Strecke verläuft landschaftlich ausgesprochen schön zwischen den Ausläufern des 422 m hohen Meall Meadhonach und dem Ufer der tief ins Land reichenden Bucht Loch Eriboll.

Praktische Hinweise

Information

TIC, Riverside Road, Thurso, Tel. 08 45/225 51 21

Hotels

***Ben Loyal Hotel, Tongue, Tel. 018 47/61 12 16, Fax 018 47/61 12 12, www.benloyal.co.uk. Blick auf Meer und Strand; Forellen- und Lachsfang möglich.

***Park Hotel, Thurso, Tel. 018 47/89 32 51, Fax 018 47/80 40 44, www.parkhotelthurso.co.uk. Freundliches, modernes Haus an der A 9 Richtung Inverness.

© ADAC Verlag GmbH

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