Anklam
Hansestädtchen im Peenetal mit Landverbindung nach Usedom. Geburtsort des Flugpioniers Otto Lilienthal.
Anklam entwickelte sich an einem Flussübergang der schiffbaren Peene nahe der Odermündung. Binnen- und Seehandel waren die Erwerbsquellen der günstig gelegenen Stadt, Grund für den frühen Anschluss an die Hanse im Jahr 1283, dem eine Blütezeit folgte. Ihr Niedergang war gleichbedeutend für die Stadt. Von den mittelalterlichen Wehranlagen blieben der runde Pulverturm und das hohe gotische Steintor in der Schulstraße erhalten, in dem das Regionalmuseum (Di-Fr 10-17, Sa /So 14-17 Uhr) seine Bleibe fand. Ein handgebasteltes Stadtmodell offenbart darin den schachbrettartigen Altstadtgrundriss mit dem geviertförmigen Markt, an dem sich die beiden Kirchen St. Marien und St. Nikolai erheben. Während die letztgenannte bei der Bombardierung der Anklamer Rüstungswerke im Zweiten Weltkrieg abbrannte und nur noch als Ruine steht, sind in St. Marien wertvolle mittelalterliche Wandmalereien zu sehen.
1848 kam Otto Lilienthal in Anklam zur Welt. Er machte später als Flugpionier Furore. Seine halsbrecherischen Flugversuche, die er 1896 mit dem Leben bezahlte, unternahm er zwar in Berlin, doch natürlich ehrt Anklam den großen Sohn, vor allem mit dem hochinteressanten, didaktisch vorbildlichen Otto-Lilienthal-Museum (Ellbogenstr. 1, Di-Fr 10-17, Sa/So 14-17 Uhr). Ein aerodynamisches Labor, nachgebaute Flugapparate aus Weidenrute und Baumwollstoff im Maßstab 1:1, der Lilienthal-Gleitapparat zum Anfassen und Ausprobieren, vieles andere mehr begeistert Erwachsene und Kinder gleichermaßen und lässt so manchen ganz leicht abheben.
Ausflüge
Die Umgebung von Anklam ist so reich an sehenswerten Burgen und Herrenhäusern, dass man eine richtige ›Schlössertour‹ machen kann: 17 km nördlich liegt Schloss Karlsburg, eine der elegantesten Schöpfungen des pommerschen Hochbarock. 1732 ließ sich Carl Heinrich Behrend von Bohlen das Haupthaus, das über eine lange Galerie mit dem Flügelbau verbunden ist, errichten.
In Stolpe (10 km südwestlich) gründete der bekehrte Slawenfürst Ratibor I. 1153 das erste vorpommersche Benediktinerkloster, von dem die Christianisierung des Landes ausging. Seitwärts der Dorfstraße sind noch Reste der Klosterkirche erhalten. Bei Einkehr im ›Stolper Fährkrug‹, einem alten Gasthaus mit Laube, kann man den beschaulichen Fährbetrieb (Dorfstr. 37, Tel. 03 97 21/55 00, Sommer Di - So geöffnet) über die Peene beobachten.
Nach weiteren 10 km Richtung Jarmen kommt links Schloss Neetzow in Sicht, um 1850 im englischen Tudorstil erbaut. Die weitläufige Parkanlage mit seltenen Bäumen ist ebenfalls sehr sehenswert.
25 km südlich von Anklam nahe dem ebenfalls interessanten Rittergut Janow mit seinem englischen Schlosspark, am Rand des Landrabentals, findet sich inmitten von Sumpfwiesen die Veste Landskron. Die Burgruine mit ihren vier Türmen und zwei Zugbrücken wurde 1579 im Auftrag des Ulrich von Schwerin an der Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern errichtet.
Im südwestlich gelegenen Spantekow schließlich ließ sich derselbe Ulrich von Schwerin 1567 eine imposante Wasserburg als Stammsitz errichten, das erste Renaissanceschloss Pommerns. Das Sandsteinrelief über dem Festungstor zeigt den Bauherrn nebst Gemahlin.
Praktische Hinweise
Information: Anklam-Information, Markt 3, Rathaus, Tel. 039 71 / 83 51 54, Fax 83 51 55, www.anklam.de
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