Jugendstil

Beardsley, Aubrey: Lysistrata
um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verbreitete Stilrichtung, die in Deutschland nach der seit 1896 in München erscheinenden Zeitschrift „Jugend“ und ihrer Art der grafischen Gestaltung benannt wurde. Der deutschen Bezeichnung Jugendstil entsprechen französisch Art Nouveau und englisch ebenfalls Art Nouveau oder Modern Style. Der Jugendstil war international verbreitet und entwickelte sich gleichzeitig in Frankreich aus dem Symbolismus (P. Gauguin, G. Moreau, O. Redon, Nabis), beeinflusst auch durch japanische Farbholzschnitte, und in England aus den kunstgewerblichen Aktivitäten der Präraffaeliten (W. Morris, D. G. Rossetti). Er nahm Einfluss auf alle Künste, hatte aber seinen Schwerpunkt im Bereich der bildenden Künste. Typisch für den Jugendstil sind florale und geometrische Ornamente, geschwungene Linien, flächenhafte Malerei sowie eine Stilisierung der menschlichen Gestalt, wie man sie u. a. in den BIldern A. V. Beardsleys und A. M. Muchas findet. Auch Künstlerpersönlichkeiten, die sich nicht in einen engen Stilbegriff zwängen lassen, wie E. Munch und H. de Toulouse-Lautrec, dessen Plakatkunst stilprägend wurde, sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Gallé, Emile: Riechfläschchen
Vom Schwung der Ornamentik wurde auch die Architektur, vor allem aber die Innenraumgestaltung erfasst (V. Horta und H. van de Velde in Brüssel, A. Gaudí y Cornet in Barcelona, H. Guimard in Paris). Im Kunstgewerbe wurden in erster Linie von der Glaskunst die Ideen des Jugendstils aufgegriffen (L. C. Tiffany in den USA). Ein Zentrum des Jugendstils in Deutschland war München, wo 1892 die Sezession von einer Künstlergruppe um F. von Stuck gegründet wurde. In Berlin wirkten W. Leistikow, L. von Hofmann, O. Eckmann, M. Klinger. In Darmstadt entstand eine Künstlerkolonie, die von J. M. Olbrich aus Wien beeinflusst war. In Österreich hieß der Jugendstil Sezessionsstil nach der 1897 gegründeten Wiener Sezession um G. Klimt und K. Moser. Die Architekten O. Wagner, J. Hoffmann und J. M. Olbrich entwickelten einen schlichten Baustil, der die folgenden nüchternen Architekturauffassungen vorwegnahm.

Der literarische Jugendstil lässt sich nur unscharf von verwandten Epochenbezeichnungen wie Impressionismus, Symbolismus oder Dekadenz abgrenzen. In vorwiegend literarischen Kleinformen wie Lyrik oder Erzählung dominierte vor allem die Darstellung des Traumhaft-Symbolischen, des Lebensrausches und der überfeinerten, ästhetischen Existenz, aber auch der narzisstischen Lust an Untergang und Verfall. Vertreter waren u. a. R. Beer-Hofmann, R. Dehmel, S. George, H. von Hofmannsthal, R. M. Rilke, A. Schnitzler. Besonderer Wert wurde auf die kompositionelle Einheit von Text und künstlerischen Gestaltung in Schrift und Buchschmuck gelegt.

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3 Kommentare

Jugendstil!!

Ich brauche Infor,mationen zum Jugendstil!!!
Für en Referat wer hat, melden!!!

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Schauen Sie bitte die externen Links unten auf der Seite durch. Dort finden Sie viele weitere Infos zum Jugendstil.
Ihre wissen.de-Redaktion

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die informationen sind sehr hilfreich !! und haben mir sehr geholfen !! das ist eine tolle seite !

dankeschön! (:

Mfg

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