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Wege zur Führerschein-Finanzierung

Eigenleistungen, Kredite, Bürgschaften

Des eines Freud‘, ist des anderen Leid. Der Wunsch und die Vorfreude junger Menschen, in die eigene mobile Zukunft zu starten, steigt mit jedem Jahr, in dem die Volljährigkeit näherrückt – und stellt Eltern zunehmend vor die unliebsame Frage, wie denn der Führerschein angesichts ohnehin knappen Haushaltsbudgets zu finanzieren ist. Da ist oftmals guter Rat teuer, besonders für Alleinerziehende.

Junge Frau zeigt ihren neu erworbenen Führerschein
Der Führerschein ist immer noch ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit.
Der schnelle Weg zum Geld via Kredit ist dabei besonders verlockend. Verschiedene Kreditratgeber für Eltern raten jedoch dazu, Kreditarten, Anbieter und Konditionen genauestens zu vergleichen. Je nach Einkommen oder Kreditsumme könnte zwar der eine oder andere infrage kommen. Doch: Ein allzu vorschnelles Abschließen eines Kredits kann zu unnötigen Kosten führen.

Freiheit und Mobilität haben ihren Preis

Nicht immer können Eltern ihren Sprösslingen die wahre Bedeutung des so geliebten Ausspruchs didaktisch näherbringen, nach der „kein Preis ohne entsprechenden Fleiß“ zu haben ist – und müssen den Geldhahn wohl oder übel zugedreht lassen. Manche Eltern verweigern sich auch bewusst, angesichts diverser Alternativen, sich Geld zu beschaffen: Ferienjobs, frühmorgendliches Austragen von Zeitung und Werbeprospekt oder Taschengeld-Erwerb durch Rasenmähen, regelmäßigen Küchendienst oder mit Omas Hund Gassigehen – die Listen an Möglichkeiten ist lang, sich gegen Entlohnung gleichsam spielerisch an den späteren „Ernst des Lebens“ heranzutasten. Eltern wollen für ihre Kinder doch immer nur das Beste und zeigen ihnen gerne auf, dass es sich lohnen kann, für ein bestimmtes Ziel zu arbeiten. Besonders dann, wenn der Startschuss zu einem selbstbestimmteren, unabhängigeren Leben durch Erwerb eines Führerscheins in Verbindung mit dem ersten fahrbaren Untersatz lockt - und zu ungeahnten Leistungen anspornt.

Finanzierungsabenteuer Führerschein

Allerdings: Wer noch nicht über ein geregeltes Einkommen verfügt, für den stellt ein Führerschein samt erstem Auto eine nahezu unüberwindbare finanzielle Hürde dar - zumal hier die Kosten schnell den dreistelligen Rahmen sprengen und in die Tausende gehen können.

Reicht der bislang erarbeitete und hierfür beiseitegelegte Spargroschen nicht aus, wird das Projekt Führerschein unter Umständen schnell zu einem unwägbaren finanziellen Abenteuer, mit ungewissem Ausgang. Denn wird die theoretische oder praktische Prüfung im ersten Anlauf nicht bestanden, kommen nochmals Kosten für einen zweiten Anlauf hinzu.

So rasselte in den letzten drei Jahren durchschnittlich rund jeder Dritte durch die theoretische Prüfung, sogar 34,8 Prozent im letzten Jahr. Und im praktischen Teil sieht es nicht besser aus: Hier fielen im letzten Jahr durchschnittlich 26,6 Prozent dem unerbittlichen Blick des Prüfers zum Opfer.

Führerscheinfinanzierungen

Um sich vor derartigen Unwägbarkeiten abzusichern und etwaige noch vorhandene Lücken im Sparbudget zu schließen, bieten seit einigen Jahren diverse Banken und Finanzdienstleister maßgeschneiderte Finanzierunglösungen für Fahrschüler in Form von sogenannten „Fahrschulfinanzierungen“ oder „Führerscheinfinanzierungen an“.

Sie haben grundsätzlich den Vorteil, dass selbst größere Beträge auf einmal gezahlt werden und dabei von gewährten Rabatten profitiert werden kann. Notwendige Fahrstunden können ohne Wartezeiten immer auch dann zeitnah absolviert werden, wenn sie nötig werden. Zudem lässt sich der Überblick über die Finanzen fest im Blick halten, da die Rückzahlungs-Modalitäten durch stets gleichbleibende, feste Raten transparent bleibt. Dabei kooperieren Fahrschulen oftmals mit Kreditgebern, die Fahrschule darf aus rechtlichen Gründen selbst keine Kreditmittel für den Führerschein ausgeben.

Allerdings erweisen sich Kredite für minderjährige Fahrschüler aus Sicht der Kreditgeber als unrealistisch, da sie die allgemeingültigen Anforderungen von Banken und Sparkassen an Kreditnehmer häufig nicht erfüllen.

Dazu gehört, dass die kreditsuchenden Fahrschüler

Andererseits sind Kredite für alleinerziehende Mütter und Väter, sei es als Kredit mit dem Kindergeld oder Kredit für die Hausfrau immer mit einem großen Ausfallrisiko behaftet und werden daher, wenn überhaupt, nur zögerlich vergeben – das Vorhandensein von Sicherheiten oder entsprechende Bürgschaften vorausgesetzt.

Um auf der sicheren Seite zu sein und den Banken zu garantieren, dass die Raten in jedem Fall bezahlt werden, sollten daher Eltern, Großeltern, weitere Verwandte oder Freunde selbst als Kreditnehmer auftreten oder für den Kredit eine Bürgschaft übernehmen.

Reicht das Ersparte nicht aus, und findet sich niemand, der für den Kredit einspringt, bleibt dem Betreffenden zunächst nur der Weg in Lohn und Brot. Finden dann regelmäßige Lohneingänge auf dem Gehaltskonto statt, ist der Weg für einen Wunschkredit frei.

Vergleichen lohnt immer

Prinzipiell eröffnen sich dann drei Wege, den Traum von schnellem Geld und Führerschein in die Tat umzusetzen. Helfen können dabei entweder

  • Dispositionskredite
  • Rahmenkredite oder
  • Ratenkredite.

Auch wenn eine Kontoüberziehung bei der eigenen Hausbank, sprich die Inanspruchnahme eines kurzfristigen Dispo-Kredits verlockend, weil meist unproblematisch erscheint - Experten raten von Dispo-Krediten eher ab, wenn es um kleinere Summen in kürzeren Zeitintervallen geht.

Denn während sich das Zinsniveau für Überziehungskredite auf einem stolzen Niveau von durchschnittlich derzeit rund 8,5 Prozent befindet, gestalten sich Zinssätze bestehender Konsumenten- und sonstiger Kredite an private Haushalte (Laufzeit ein bis fünf Jahre) von rund 5,5 Prozent vergleichsweise günstig.

Es lohnt sich daher eher der Griff zu einem Rahmen- oder Ratenkredit, zumal mitunter bis zu nahezu utopisch anmutenden 20 Prozent Überziehungszinsen je nach Kreditinstitut fällig werden, wenn über den Dispositionskreditrahmen hinaus noch Geld benötigt werden sollte.

Bei Kleinkrediten gilt: Vergleichen hilft bares Geld sparen. Die mittlerweile zahlreiche Online-Vergleichsportale im Netz helfen, den Überblick im Angebots- und Tarifdschungel am Finanzmarkt zu behalten und die Angebote objektiv miteinander zu vergleichen.

Als die beiden wichtigsten Vergleichs- und Entscheidungskriterien haben sich dabei

  • Zinssätze und
  • Zusatzkosten (Kreditnebenkosten)

erwiesen.

Etwaige mit abzuschließende Zusatz-Versicherungen und Gebühren für vorzeitige Ablöse machen den Topf an Nebenkosten aus. Auch muss der Betreffende beim Online-Kreditvergleich nur eine einmalige Bonitätsprüfung über sich ergehen lassen und kann den Kreditvertrag üblicherweise direkt online abschließen.

Zusätzlich vergeben einige Kreditinstitute bei Vertragsabschluss über Online-Vergleichsportale sogar lukrative Sonderkonditionen wie besonders niedrige Zinssätze.

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