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Welche Versicherungen sind nötig?

Die Risiken, die Sie eingehen, wenn Sie eine eigene Firma gründen, sind nicht unerheblich. Investieren Sie doch eine ganze Menge Zeit, Energie und auch Geld. Gerade am Anfang hängt die Existenz am seidenen Faden und ein simpler Rohrbruch im Warenlager kann schon das Aus bedeuten. Aber auch ein Autounfall, der einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt notwendig macht, ist eine Gefahr für das Weiterbestehen des Betriebes. Für solche Fälle können Sie sich sowohl mit Personen- als auch mit Sachversicherungen absichern.

Persönliche Vorsorge

Die Arbeitskraft von Existenzgründern und Unternehmern ist ihr wichtigstes Kapital. In den ersten Jahren nach der Betriebsgründung ist die Firma von der Leistungsfähigkeit ihres Inhabers besonders abhängig. Die Absicherung gegen Risiken ist daher außerordentlich wichtig, damit eine plötzliche Arbeitsunfähigkeit oder eine dauerhafte Krankheit nicht zum Ruin führt. Zunächst sollten die wirklich existenzbedrohenden Risiken rund um die Person des Unternehmers abgedeckt sein: eine ausreichende Versorgung im Krankheitsfall, Rentenzahlungen für den Fall der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit. Auch an Ihre Altersvorsorge sollten Sie denken.

Die Krankenversicherung

Wenn Sie vor der Unternehmensgründung angestellt gewesen sind, waren Sie über Ihren Arbeitgeber krankenversichert. Er hat auch die Hälfte der Beiträge für Sie bezahlt. Als Unternehmer müssen Sie sich selbst versichern. Die Krankenversicherung sollte dabei nicht nur Arztbesuche und eine medizinische Versorgung abdecken. Denken Sie auch an die Zeit, die Sie möglicherweise krankheitsbedingt nicht arbeiten können. Das betrifft vor allem die ersten sechs Krankheitswochen, für die ein Angestellter Lohnfortzahlung vom Artbeitgeber erhält. Werden Sie dagegen als Selbstständiger krank, verdienen Sie in der Regel kein Geld. Unternehmer sollten daher neben einer Krankenversicherung auf jeden Fall eine Krankentagegeldversicherung abschließen.

Als Selbstständiger sind Sie nicht krankenversicherungspflichtig. Sie können sich nur bei einer privaten Krankenkasse versichern. Ausnahme: Waren Sie vor Ihrer selbstständigen Tätigkeit angestellt und pflichtversichert, können Sie sich und Ihre Familienmitglieder auch freiwillig bei Ihrer bisherigen oder einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung weiter versichern. Der Beitrag wird dann nach den jährlichen Einkünften berechnet.

Auf den ersten Blick mögen die Beiträge für die private Krankenversicherung günstiger erscheinen. Doch die Prämie sollte bei der Wahl der Versicherung nicht allein ausschlaggebend sein. Bevor Sie sich zum Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung entschließen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Wer seine gesetzliche Versicherung verlässt, kann dort als Selbstständiger nicht wieder Mitglied werden.
  • Bei einer privaten Krankenversicherung sind die Beiträge für jüngere Versicherte oft günstiger als in gesetzlichen Kassen. Allerdings steigen Sie mit zunehmendem Alter. Jede zusätzliche Leistung wie eine bessere Unterbringung im Krankenhaus, bedeutet auch höhere Beiträge.
  • Auch die Familienplanung spielt eine Rolle. Nichtberufstätige Ehepartner und Kinder sind nicht wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung automatisch mitversichert. Sie müssen für jedes Familienmitglied eine eigene Versicherung abschließen - und bezahlen.
  • Eine Kombination aus gesetzlicher und privater Versicherung ist möglich. Wenn Ihnen die gesetzlichen Kassenleistungen nicht ausreichen, können Sie private Zusatzversicherungen wie zum Beispiel Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung oder Krankentagegeld abschließen.

Krankentagegeld
Wer als Selbstständiger vorübergehend arbeitsunfähig ist, hat in dieser Zeit meist Einkommenseinbußen. Ein Krankentagegeld kann diese ausgleichen. Es kann über eine freiwillige gesetzliche oder eine private Versicherung beantragt werden. Vergleichen Sie die Anbieter - es gibt erhebliche Preisunterschiede! Im Krankheitsfall bekommen Sie dann beispielsweise 80 Prozent ihrer üblichen Einkünfte ausgezahlt. Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung müssen Sie in dieser Zeit nicht bezahlen. Gesetzliche Versicherungen zahlen Krankentagegeld für zirka eineinhalb Jahre aus, private erfahrungsgemäß bis zu zwei Jahren oder bis zur Feststellung einer Berufsunfähigkeit.

Grundsätzlich sollte das Tagegeld mit einer gewissen Karenzzeit vereinbart werden, also mit einem Leistungsbeginn, der zwei, drei oder mehr Wochen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit liegt. Die Beiträge für derartige Tarife sind erheblich niedriger als bei solchen mit sofort beginnender Leistung. Die Ausfallzeit zuvor lässt sich in aller Regel mit eigenen Mitteln überstehen.

Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung

Erwerbsunfähig ist, wer nur noch im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze, das entspricht einem 325-Euro-Arbeitsverhältnis, einsetzbar ist. Berufsunfähig ist, wer im Vergleich zu einem Gesunden nur noch "unter halbschichtig" - weniger als vier Stunden pro Tag - leistungsfähig ist.

Bei Abschluss einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sollten sich Unternehmer unbedingt beraten lassen. Wer zuvor angestellt gewesen ist, war durch die gesetzliche Rentenversicherung gleichzeitig auch bei Berufsunfähigkeit versichert. Ihre bisher erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rente sollten Sie zu "retten" versuchen . Selbstständige verlieren - sofern sie nicht sorgfältig planen - nach zwei Jahren die Ansprüche auf Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrenten. Außerdem decken die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung lediglich eine Grundversorgung ab: meist nur bis zu 50 Prozent des Bedarfs. Zudem sollten Sie daran denken, dass die Krankentagegeldversicherung üblicherweise erlischt, wenn Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit vorliegt oder ein Rentenantrag gestellt wurde.

Bei der Auswahl des Versicherers sollten Sie vor allem auf eine ausreichende Leistungsdauer der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente achten. Gesetzliche Erwerbsminderungsrenten werden maximal bis zur Vollendung des 65. Lebensjahrs gezahlt, dann werden sie in die Altersrente umgewandelt. Private Versicherungen sollten sich an dieser Versicherungs- und Leistungsdauer orientieren, mindestens aber bis zur Vollendung des 60. Lebensjahrs vereinbart werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird meist als Zusatz zu einer Lebens- oder Rentenversicherung angeboten. Die meisten Versicherer bieten natürlich auch eine separate Police an - aber die ist meist teurer.

Unfallversicherung für Beruf und Freizeit

Eine wichtige Ergänzung zu allen anderen Versicherungen ist die Unfallversicherung.

Die jeweils zuständigen Berufsgenossenschaften bieten eine freiwillige Versicherung für den Unternehmer und mitarbeitende Ehepartner an. Die Leistung gilt allerdings nur für Berufsunfälle, Berufskrankheiten und Wegeunfälle. Darüber hinaus gibt es private betriebliche Gruppen-Unfallversicherungsverträge. Sie sichern Mitarbeiter und Familienangehörige im Berufs- und Freizeitbereich ab.

Unfallversicherungen sind deshalb wichtig, weil sie bereits in Fällen Leistungen anbieten, in denen die Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht "zuständig" ist. Eine private Berufsunfähigkeitsrente gibt es erst ab 50 Prozent Erwerbsminderung. Die Leistung der Unternehmerversicherung beginnt dagegen ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit. Die Leistung der privaten Unfallversicherung beginnt schon mit dem geringsten feststellbaren Invaliditätsgrad, also bereits bei einem Prozent. Auch Unfälle beim Sport und in der Freizeit sind dabei abgedeckt. Gerade für Sie als Unternehmer ist eine solche Absicherung sehr wichtig. Stößt Ihnen beim Sport etwas zu und können Sie dadurch nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten, müssten Sie die Folgen für Ihre Firma ganz alleine tragen. Für Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie wäre ebenfalls nicht gesorgt.

Die Versicherungssumme kann deshalb nicht hoch genug angesetzt werden. Minimum für einen Selbstständigen sollten 250.000 Euro sein. Achtung: Die Prämien der verschiedenen Unfallversicherer schwanken um bis zu 300 Prozent. Das Angebot vieler Versicherer bezieht sich nicht nur auf die Absicherung der Arbeitskraft, sondern häufig auch auf weniger wichtige Leistungen, wie z.B. Unfallkrankenhaustagegeld oder Genesungsgeld.

Lebensversicherung

Vergessen Sie keinesfalls die Absicherung von Hinterbliebenen durch eine Lebensversicherung. Zur finanziellen Absicherung der Familie für den Fall eines vorzeitigen Todes des Familienernährers eignet sich am besten eine Risikolebensversicherung, die mit dem Tod des Versicherten fällig wird. Höhe und Dauer des Versicherungsschutzes sind individuell vereinbar. Eine wichtige Ergänzung kann der Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung sein. Die zusätzliche Beitragsbelastung bei derartigen Verträgen hält sich hierfür in Grenzen.

Alternative: kapitalbildende Lebensversicherungen. Sie sind die Verbindung einer Risikolebensversicherung mit einer Art Sparvertrag. Diese Kombination sichert zum einen die Hinterbliebenen und bietet zugleich eine Art Altersvorsorge für den Versicherten. Zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt (meist das 65. Lebensjahr) bekommen Sie die Versicherungssumme ausbezahlt - entweder als einmalige Summe oder auch als monatliche "Renten"-Zahlungen. Auch wenn die Kapitallebensversicherung zu einem der beliebtesten Versicherungsprodukte in Deutschland gehört, raten die meisten Experten davon ab: Gerade als Altersvorsorge lohne sich die Lebensversicherung nicht, weil sie viel weniger Rendite erwirtschafte als andere Geldanlagen.

Alterssicherung

Selbstständige Unternehmer sollten rechtzeitig den Aufbau ihrer Altersversorgung planen. Die Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung, die Sie in der Zeit als Arbeitnehmer erworben hat, bleiben erhalten, sofern Sie vorher mindestens fünf Jahre lang eingezahlt haben. Mit der Vollendung des 65. Lebensjahres bekommen Sie also trotz Selbstständigkeit eine Altersrente. Die Höhe dieser Rente ist abhängig von der Versicherungsdauer und der Höhe des versicherungspflichtigen Einkommens während dieser Zeit. Auch als Selbstständiger können Sie weiterhin gesetzlich rentenversichert bleiben. Lassen Sie sich jedoch vorab beraten, ob es sich lohnt, freiwillig Beiträge zu zahlen.

Die Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung deckt für den Selbstständigen normalerweise nur eine Grundversorgung ab. Um im Alter ausreichend abgesichert zu sein, sollten er daher für weitere Rücklagen sorgen: durch Geldanlagen wie Sparverträge, Investmentfonds, Immobilienbesitz, kapitalbildende Lebensversicherungen oder private Rentenversicherungen.

Betriebliche Vorsorge

Versichern können Sie alle unvorhersehbaren, zufälligen Ereignisse. Zum Beispiel die Zerstörung Ihrer Büroräume durch Feuer oder Beschädigung Ihrer Maschinen durch einen Wasserschaden. Auch die falsche und fahrlässige Nutzung von Geräten durch Ihre Mitarbeiter können Sie versichern. Doch bevor Sie jetzt alle möglichen Unwägbarkeiten durch eine Versicherungspolice abdecken: Überlegen Sie sich erst einmal genau, was Sie wirklich brauchen und welche Schäden Sie notfalls mit eigenen finanziellen Mitteln auffangen könnten.

Gefahrencheck

Erstellen Sie eine Liste mit Gefahren, die Ihren Betrieb bedrohen könnten - zum Beispiel der Ausfall von Maschinen oder der Verlust eines Warenlagers. Sorgen Sie vor allem dafür, dass mögliche Schäden gar nicht erst auftreten können. Vielleicht können Sie Ihre Räume mit Gittern, Schlössern und einer Alarmanlage vor Einbrüchen schützen.

Überlegen Sie dann genau, welche Risiken versichert werden müssen, sollten oder könnten. In die erste Kategorie gehören ganz klar Risiken, die die Existenz Ihres Unternehmens bedrohen. Das kann der Brand in den Lagerräumen sein. Aber auch ein Planungsfehler eines Architekten, der hohe Schadensersatzforderungen nach sich zieht. Ein Öltank auf dem Betriebsgelände ist ebenfalls eine potenzielle Gefahrenquelle und macht eine teure Extraversicherung nötig. Rechnen Sie durch, ob eine Umstellung auf Erdgas nicht auf lange Sicht günstiger kommt.

Vorsicht vor Unterdeckung

Für alle Betriebsversicherungen gilt: Ihre Policen sind abhängig von bestimmten Größen wie Anzahl der Mitarbeiter, Größe des Geländes, Wert der Waren und Betriebseinrichtung, dem Jahresumsatz etc. Diese Faktoren bestimmen die Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Ist die Versicherungssumme jedoch niedriger angesetzt als der tatsächliche Wert, werden Sie im Schadensfall Ärger mit der Versicherung bekommen. Bei einer Unterdeckung ersetzen die Assekuranzen den entstandenen Schaden nur anteilig. Verändert sich Ihre Vermögenssituation wenn Sie beispielsweise eine neue Maschine kaufen, müssen Sie die Versicherung informieren. Ansonsten sind Sie unterversichert. In einigen Policen können Sie einen Prozentsatz der Versicherungssumme als "Vorsorge-Versicherungssumme" ausweisen: Damit müssen Sie nicht mehr jede Neuanschaffung der Versicherung melden, sind aber vor einer möglichen Unterversicherung geschützt.

Versicherungen für die betriebliche Grundvorsorge

Wenn Sie die Risikobereiche aufgeschlüsselt haben, wissen Sie, wogegen Sie Ihren Betrieb zwingend versichern müssen. Zur Grundausstattung eines Unternehmens gehören in der Regel folgende Versicherungen:

Feuerversicherung
Die Feuerversicherung deckt alle Schäden ab, die durch Brand, Explosion und Blitzschlag an Gebäuden, Betriebseinrichtung, Fuhrpark und Waren entstehen. Zusätzlich werden die Kosten für die Lösch- und Aufräumarbeiten übernommen. Sie ist deshalb ein Muss für jeden Gewerbebetrieb.

Leitungswasserversicherung
Sie bezahlt alle Schäden, die durch Rohrbruch entstehen. Versichert sind Gebäude, Betriebseinrichtung und Waren. Die Leitungswasserversicherung leistet auch bei Frostschäden Ersatz, nicht jedoch bei Schäden, die durch Wasserdampf, Reinigungswasser und Sprinkleranlagen entstanden sind.

Sturmversicherung
Sie leistet Ersatz, wenn ein Sturm das Dach abdeckt oder einen Baum umwirft, der die Fassade beschädigt. Im Vertrag ist eine Mindeststurmstärke festgeschrieben, ab der die Gesellschaft einspringt. Diese sollte nicht zu hoch sein, sonst müssen Sie alle Sturmschäden selbst bezahlen. Windstärken von zehn und höher kommen in Deutschland so gut wie nicht vor.

Einbruchdiebstahlversicherung
Versichert sind alle Waren und Wertgegenstände in Verkaufs-, Lager- und Büroräumen. Die Assekuranz springt ein, wenn die Gegenstände gestohlen, beschädigt oder vollständig zerstört wurden. Überdies werden Einbruchschäden an Türen und Schlössern ersetzt.

Betriebsunterbrechungsversicherung
Diese Police gehört zu den wichtigsten. Sie ist meist an eine bestimmte Sachversicherung - etwa eine Feuer- oder Leitungswasserversicherung - gekoppelt. Die Versicherung zahlt, wenn das Unternehmen eine Zwangspause einlegen muss bzw. nicht produzieren kann.

Das ist etwa der Fall, wenn die Handwerker nach einem Wasserschaden Ihr Büro auf den Kopf stellen und Sie zwei Wochen lang nicht arbeiten können. In solchen Fällen ersetzt die Betriebsunterbrechungsversicherung die anfallenden Geschäftskosten und den entgangenen Gewinn. Sie werden finanziell so gestellt, als wäre die Betriebsunterbrechung nie eingetreten.

Tipp: Diese Risiken können Sie vollständig oder in Teilen bei den meisten Assekuranzen gebündelt versichern. Die so genannte Betriebsinhaltsversicherung deckt Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm und Einbruch ab.

Elektronikversicherung
Ohne Telefon, Fax und Computer läuft in keinem Betrieb mehr etwas. Doch was passiert, wenn z.B. die Reinigungskraft versehentlich den Wassereimer umstößt und Ihre Telefonanlage ruiniert? Oder wenn einem Mitarbeiter die Kaffeetasse aus der Hand und auf den Computer fällt? Alle elektronischen Geräte, auch Kopierer, können Sie mit der Elektronikversicherung schützen - sogar gegen vorsätzliche Fehlbedienung oder menschliches Versagen. Eine Datenträgerversicherung schützt zusätzlich beim Verlust der Firmendaten. Nicht nur die Wiederbeschaffung der Hard- und Software, auch der Mehraufwand bei der erneuten Dateneingabe werden im Schadenfall von der Versicherung übernommen.

Warenkreditversicherung
Gut einem Drittel der mittelständischen Unternehmen droht aufgrund des Zahlungsausfalls die Insolvenz, schreibt der Deutsche Versicherungs-Schutzverband. Auch dagegen können Sie sich versichern. Das hat den Vorteil, dass die Versicherung laufend die Kreditwürdigkeit Ihrer Kunden prüft. Manche Schäden durch Zahlungsausfall können so frühzeitig erkannt und verhindert werden.

Betriebshaftpflichtversicherung
Wer anderen direkt oder indirekt Schaden zufügt, muss dafür gerade stehen - so lautet das Gesetz. Das gilt nicht nur für Privatleute, sondern auch für Unternehmen. Die Betriebshaftpflichtversicherung zahlt, wenn der Unternehmer oder einer seiner Angestellten während der betrieblichen Tätigkeit einem Dritten Schaden zufügt. Für Ingenieure, Architekten und Makler gibt es spezielle Berufs- bzw. Vermögensschadenspolicen. Für einige Berufsgruppen, wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Ärzte ist eine Haftpflichtversicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch andere Branchen sollten an dieser Versicherung auf keinen Fall sparen. Denn Haftpflichtschäden sind im vorhinein überhaupt nicht kalkulierbar. Und sie treten oft schneller ein, als man denkt. Achten Sie beim Abschluss der Police auf eine ausreichend hohe Deckungssumme. Zwei Millionen Euro für Personenschäden und eine Million Euro für Sachschäden sollten das Minimum sein.

Produkthaftpflichtversicherung
Hersteller von Produkten haften auch für die Gefahren, die von ihrer Ware ausgehen. Die Produkthaftpflichtversicherung ist eine Ergänzung der normalen Betriebshaftpflicht. Sie stellt das Unternehmen im vereinbarten Umfang von Schadensersatzansprüchen frei. In Deutschland ist die Gesetzeslage nicht so strikt wie z.B. in den USA. Dennoch ist diese Versicherung für Hersteller, Lieferanten, Lizenznehmer und Importeure sinnvoll, da Sie auch zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie an den Produktmängeln, die zu Schäden geführt haben, nicht schuld sind.

Umwelthaftpflichtversicherung
Sind auf dem Betriebsgelände besondere Umweltrisiken zu versichern, etwa ein großer Öltank, der im schlimmsten Fall Tausende Kubikmeter Erdreich verseuchen könnte, reicht die normale Betriebshaftpflicht nicht aus. Dann sollten Sie eine Umweltzusatzversicherung abschließen.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
Arbeiten Sie als Dienstleister, sollten Sie zusätzlich eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abschließen. Beraten Sie zum Beispiel falsch, kann Ihr Kunde erhebliche finanzielle Verluste erleiden und Sie daraufhin für den Schaden haftbar machen. Für einige Berufszweige wie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte oder Makler gibt es spezielle Vermögensschadenpolicen.

Mögliche Risiken für Ihren Betrieb

Bevor Sie Versicherungen abschließen, sollten Sie überlegen, welche Schäden überhaupt in Ihrem Betrieb auftreten können und welche dieser Schäden die Existenz gefährden würden. Die folgende Aufstellung zeigt mögliche Risiken für einzelne Bereiche Ihres Betriebs auf. Je nach Art des Betriebs variieren die Risiken, die Höhe eines möglichen Schadens und damit die Dringlichkeit einer Absicherung.

Risiken für Ihren Betrieb (allgemein)

  • Feuer, Blitzschlag, Explosion
  • Leitungswasser
  • Sturm, Hagel
  • Elementarschäden, zum Beispiel Hochwasser

Gefahren für die Betriebseinrichtung

  • Feuer, Explosion
  • Vandalismus
  • Leitungswasser
  • Einbruchdiebstahl
  • Glasbruch
  • Sturm
  • Elementarschäden, zum Beispiel Hochwasser

Gefahren für den Warenbestand

  • Feuer, Explosion
  • Einbruchdiebstahl
  • Leitungswasser
  • Sturm
  • Vandalismus
  • Transport
  • Verderb

Haftpflichtschäden

  • aufgrund Grundstückseigentümerhaftung
  • aufgrund Mieterhaftung
  • durch Handlungen des Unternehmers und seiner Angestellten
  • durch schadhafte Leistungen und Produkte
  • aufgrund von Umweltverunreinigungen

Schäden durch Unterbrechung des Geschäftsbetriebs

  • entgangener Umsatz/Gewinn plus weiterlaufende Kosten
  • Mehrkosten durch Produktion auf Ersatzmaschinen
  • Mehrkosten durch den Fremdbezug von Waren

Zwölf Tipps für die optimale Absicherung

Schwerpunkte setzen

Versicherungen gibt es in einer fast nicht mehr überschaubaren Vielzahl - für alle möglichen verschiedenen Gefahren. Setzen Sie deshalb Schwerpunkte. Welche Risiken bestehen? Welche wollen oder müssen Sie durch eine Versicherung abdecken? Welche sofort, welche gegebenenfalls später? Für kleine Schäden oder Bagatellen ist ein Versicherungsschutz in der Regel zu teuer.

Verschiedene Angebote einholen

Versicherungen unterscheiden sich hinsichtlich Leistung, Preis und Bedingungen. Holen Sie darum zu jeder Versicherungsart verschiedene Angebote ein! Dies ist sicherlich zeitaufwändig und eine oft verwirrende Arbeit, aber sie lohnt sich. Die günstigsten Anbieter können jeweils aktuellen Vergleichen, zum Beispiel der Stiftung Warentest, entnommen werden. Lassen Sie sich nicht nur von Versicherungsvertretern, sondern auch von unabhängigen Maklern beraten. Diese sind nicht an eine einzige Assekuranz gebunden, holen also für Sie unterschiedliche Angebote ein. Durch ihre Kontakte zu Versicherungen können sie aber gute Konditionen aushandeln, oder Ihnen preisgünstige Versicherungsbündel anbieten.

Vorsorge spart Prämie

Manche Versicherungen gewähren Rabatte, wenn Sie als Unternehmer aktiv Schadensprävention betreiben, zum Beispiel durch eine Alarmanlage oder ein Sprinklersystem. Auch können Sie aushandeln, dass Sie einen Rabatt bekommen, wenn Sie über einen bestimmten Zeitraum schadenfrei bleiben. Ein weiterer Spartipp: Je höher die Selbstbeteiligung im Schadenfall, desto niedriger die Prämie. Rechnen Sie also genau aus, welche Summe Sie zur Reparatur von Schäden problemlos selbst aufbringen könnten.

Sorgfältig entscheiden

Lassen Sie sich nicht zum Abschluss drängen. Sie selbst sollten nach reiflicher Überlegung auf den Versicherungsvertreter mit dem besten Angebot zugehen. Versicherungsvermittler, die sich der Qualität ihres Angebotes bewusst sind, haben es nicht nötig, auf den Abschluss zu drängen.

Vorsicht bei "Paketlösungen"

Jeder Versicherungsschutz sollte auf Ihre speziellen Probleme abgestimmt sein. Häufig führt Zeitmangel zu der Suche nach schnellen Lösungen und zum Einkauf von kompletten Versicherungspaketen. Sie enthalten allerdings nicht selten neben den gewünschten Versicherungen noch zusätzliche Verträge, die Sie im Normalfall als "nicht so wichtig" eingestuft hätten.

Abstimmen: gesetzliche und private Versicherungen

Informieren Sie sich vor dem Abschluss privater Versicherungsverträge über gesetzliche Versicherungen. Wie ist das Zusammenspiel oder die Konkurrenz von gesetzlichen Versicherungsträgern und privaten Versicherungsunternehmen? Sie müssen zum Beispiel oft innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wie Sie es künftig mit Ihrer gesetzlichen Rentenversicherung halten wollen. Was ist zu tun, wenn Sie als Angestellter bereits viele Jahre Beiträge eingezahlt haben? Die Grundregel sollte sein: Immer erst mit dem gesetzlichen Rentenversicherungsträger und der gesetzlichen Krankenkasse reden und alle Argumente in die Überlegungen mit aufnehmen. Eine vorschnelle Abkehr von gesetzlichen Versicherungen kann für den Versicherten später Nachteile haben: den Verlust von bereits erworbenen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung, keine Rückkehrmöglichkeit in die günstigere gesetzliche Krankenversicherung.

Korrekte Antragstellung

Das Antragsformular muss vollständig ausgefüllt sein. Angaben im Versicherungsantrag müssen vor Ihrer Unterschrift vollständig ergänzt sein. Wenn nicht: Sie haften als Antragsteller für alle gemachten und auch fehlenden Angaben im Antrag. Nur die korrekte Antragstellung ist die Voraussetzung für den richtigen Vertrag.

Antragsdurchschlag fordern

Der Antragsdurchschlag ist ein Vertragsbestandteil. Sie sollten ihn sofort bekommen, sobald Sie den Versicherungsantrag unterschrieben haben. Lassen Sie sich keinesfalls dazu überreden, darauf zu verzichten oder ihn erst mit der Police geliefert zu bekommen. Nur anhand des Durchschlags können Sie später die Konditionen mit der Police vergleichen. Außerdem enthält der Antrag oft wichtige Angaben, die Sie aus der Police nicht entnehmen können.

Keine langen Vertragslaufzeiten

Lange Vertragslaufzeiten sind für den Versicherungsnehmer kein Vorteil. Die Laufzeit der Verträge sollte, außer in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, generell nur ein Jahr betragen. Sie als Versicherungsnehmer und Beitragszahler berauben sich sonst aller Möglichkeiten, später in relativ kurzer Zeit günstigere Angebote wahrzunehmen.

Deckungszusage fordern

Die Erstellung von Policen dauert oft lange. Bestehen Sie deshalb auf einer schriftlichen Deckungszusage ab dem Tag der Antragstellung. Der Beitrag wird vom Versicherer zwar dann auch ab diesem Zeitpunkt berechnet. Aber nur so können Sie sicher sein, dass die Schäden bis zur Vorlage der Police auch wirklich versichert sind.

Abweichungen vom Antrag prüfen

Abweichungen der Police von den im Antrag getroffenen Vereinbarungen muss der Versicherer kenntlich machen und die entsprechenden Bereiche mit roter Farbe markieren. Wenn Sie nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt des Dokuments einer derartigen Abweichung schriftlich widersprechen, gilt diese als genehmigt.

Beitrag pünktlich zahlen

Der erste Beitrag ist fällig, wenn Sie den Versicherungsschein vom Versicherer erhalten. Sie müssen ihn ohne Verzug bezahlen. Grund: Ein Versicherungsvertrag kommt ab dem vereinbarten Zeitpunkt nur zu Stande, wenn unverzüglich (die Rechtsprechung sagt hier: innerhalb von fünf Tagen) gezahlt wird. Beachten Sie dies nicht, sind Sie womöglich ohne Versicherungsschutz. Die Versicherer nehmen diese Regelung der Prämienzahlung, die im Versicherungsvertragsgesetz verankert ist, sehr genau.

Kompetente Beratung und Kontaktadressen

Kaum ein Laie ist auf der Suche nach der richtigen Versicherung ohne fremde Hilfe in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mangels anderer Informationsquellen ist er häufig allein auf die Aussagen der diversen Versicherungsverkäufer angewiesen. Diese melden sich meist in Scharen bei Jungunternehmern, sobald deren Existenzgründung bekannt wird.

Versicherungsberater

Um zu erfahren, welche Versicherung notwendig ist, und verschiedene Angebote neutral vergleichen zu lassen, bieten sich Versicherungsberater an. Versicherungsberater darf sich nur nennen, wer über die entsprechende gerichtliche Zulassung verfügt. Mit dieser Zulassung haben Versicherungsberater die Erlaubnis, über Versicherungen zu informieren. Jegliche Versicherungsvermittlung ist ihnen aber verboten, damit eine finanziell unabhängige Beratung für den Mandanten gewährleistet ist.

Kammern und Berufsverbände

Hilfestellung geben auch die Kammern und Berufsverbände. Allerdings ist dabei häufig zu beobachten, dass Ratsuchende an hauptberufliche Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler verwiesen werden. Diese leben vom Vertrieb, nicht von der Beratung.

Finanzzeitschriften

Versicherungsvergleiche bieten auch immer wieder Finanzzeitschriften wie "Capital" oder "Finanztest" von der Stiftung Warentest an. Diese geben in der Regel einen guten Überblick über das aktuelle Angebot.

Kontakt

Bund versicherter Unternehmer e.V. (BvU)

Kühnhausen 1, 92331 Parsberg
Tel.: 09401/51740
Fax: 09401/80581
www.bvuev.de

Zweck des Vereins ist die Unterstützung der Mitglieder bei der Gestaltung ihres betrieblichen Versicherungsschutzes, der Vertragsbedingungen sowie Erzielung günstiger Versicherungsprämien. Der Verein verkauft oder vermittelt keine Versicherungsverträge und arbeitet auch keiner Versicherungsgesellschaft vermittelnd zu.

Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V. (DVS)

Breite Straße 98, 53111 Bonn
Tel.: 0228/982230
Fax: 0228/31651
www.dvs-schutzverband.de

Mitglieder des DVS sind Unternehmen aus Industrie, Handel, Handwerk und Kreditwesen sowie Fachverbände. Die Mitglieder werden zum Beispiel beim Abschluss von Versicherungsverträgen, der Überprüfung von Sicherheitsvorschriften sowie bei der Schadensregulierung individuell beraten.

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Die Berufshaftpflichtversicherung wird hier leider nicht noch explizit erwähnt! Sollte man als Neuselbstständiger jedoch auf jeden Fall berücksichtigen. Empfehle hierfür diese Seite: www.guenstige-betriebshaftpflichtversicherung/berufshaftpflichtversicher...