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Wer war Siddhartha Gautama?

Das Leben eines Suchenden

Die Berichte über das Leben des Buddha wurden schon sehr früh legendenhaft ausgeschmückt. Wer war der Mann, der als Siddhartha Gautama geboren wurde und als "erleuchtetes" Vorbild vieler Anhänger starb? Wahrscheinlich ist, dass der Buddha im 5. - 4. Jahrhundert v. Chr. gelebt und gewirkt hat und in seinem 80. Lebensjahr, nach dem Genuss einer verdorbenen Speise, bei Kushinagara starb. Geglaubt wird, dass er mit seinem Tod die Erlösung aus dem Geburtenkreislauf erreichte.

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Ein Yogi
Ein Yogi im Himalaya bei seiner Meditation im Freien.
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Der Buddha des Wat Treimitr
Bangkok: Der Buddha des Wat Treimitr besteht aus über 5 t purem Gold und wurde nur durch Zufall entdeckt. Beim Transport löste sich der einstmals mit einer Gipsschicht überzogene Buddha aus der Verankerung, fiel zu Boden, wodurch die Gipsschicht zerbrach und eine Kostbarkeit von unschätzbarem Wert erschien.
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Kyaikpun-Pagoge in Birma
Die Kayaikpun-Pagoge in Birma. Die Lehre des Buddha hat inzwischen viele Ausrichtungen.
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Vom Luxusleben als Fürst zum bettelarmen Wanderasketen
Ein Yogi

Ein Yogi im Himalaya bei seiner Meditation im Freien.

Der Buddha entstammt dem Fürstengeschlecht der Shakyas, daher sein Beiname Shakyamuni, d.h. der Weise aus dem Shakyageschlecht. Sein Vorname ist Siddhartha, der Familienname Gautama, weshalb er auch oft Gautama Buddha genannt wird. Geboren wird er im Lumbini-Hain bei der Stadt Kapilavastu im nördlichen Indien, die heute in Nepal gelegen ist. Da sein Vater eine hohe Position in dieser Adelsrepublik einnimmt, verbringt Siddhartha ein angenehmes Leben in höfischem Luxus und genießt alle Privilegien. Im Alter von 16 Jahren heiratet er seine Cousine Yashodhara.

Mit den Jahren kommen ihm aber mehr und mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit des luxuriösen Lebens. In seinem 29. Lebensjahr wird der spätere Buddha bei drei Ausritten durch den Anblick eines Kranken, eines Alten und eines Toten an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens und aller weltlichen Güter erinnert.

Als er dann bei seinem vierten Ausritt einem Bettelmönch begegnet, der heitere Gelassenheit ausstrahlt, beschließt er, sich auf die Suche nach der erlösenden Erkenntnis über das menschliche Dasein zu begeben. So verlässt er kurz nach der Geburt seines Sohnes - in der Nacht der Entsagung - seine Familie und sein bisheriges Leben.

Auf seiner Wanderschaft trifft er zunächst zwei Yogalehrer, von denen er lernt, mittels ekstatischer Praktiken die äußere Erscheinungswelt zu überwinden. Die erhoffte Erkenntnis bleibt aber aus. Unzufrieden mit dem bislang Erreichten entschließt Siddhartha sich, strengste Askese zu üben. Doch auch diese Bemühungen sind fruchtlos. Nachdem er wieder Nahrung zu sich genommen hat, lässt er sich unter einem Pipalbaum, einem Ficus religiosa, auch Bodhi-Baum genannt, zur Versenkungsübung nieder. Auf diese Weise erkennt er im Alter von 35 Jahren die Wahrheit des Mittleren Weges. Und wird zum Buddha - zum "Erleuchteten". Der Buddha empfiehlt als Lebensweg einen mittleren Weg in der Balance zwischen ausschweifendem Leben in Luxus und streng enthaltsamen Leben. Er erkennt die Wahrheit vom Kreislauf der Existenzen und den Weg zur Erlösung aus diesem.

 

Der Buddha nach der Erleuchtung
Der Buddha des Wat Treimitr

Bangkok: Der Buddha des Wat Treimitr besteht aus über 5 t purem Gold und wurde nur durch Zufall entdeckt. Beim Transport löste sich der einstmals mit einer Gipsschicht überzogene Buddha aus der Verankerung, fiel zu Boden, wodurch die Gipsschicht zerbrach und eine Kostbarkeit von unschätzbarem Wert erschien.

Sieben Tage nach der Erleuchtung macht sich der Buddha auf den Weg, die von ihm gewonnenen Erkenntnisse auch anderen Menschen mitzuteilen. Vor fünf Asketen, die sich von ihm abgewandt hatten als er die strenge Askese aufgab, legt er das von ihm als wahr Erkannte dar. Seine erste Predigt in Benares wird die erste "Drehung des Rads der Lehre" (Dharmacakrapravartana) oder auch buddhistische Bergpredigt genannt. In ihr fasst er die Quintessenz seiner Erleuchtung in der Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten zusammen. Die Asketen bekennen sich nun alle zu seiner Lehre.

Die folgenden, ihm noch verbleibenden 45 Jahre wandert der Buddha durch die nordöstlichen Staaten Indiens und verkündet seine Lehre, das Dharma. Er wirkt als geistlicher Lehrer, predigt in Bildern und Geschehnissen und versammelt immer mehr Jünger um sich herum, die sich durch einen geschorenen Kopf und das Tragen eines gelben Gewandes auszeichnen. Daneben gründet der Buddha den Sangha, einen buddhistischen Mönchs- und Nonnenorden.

Während seiner letzten Jahre lebt der Buddha in einem Kloster in Sravasti. Er stirbt im Alter von 80 Jahren.

 

Der Buddhismus nach Buddha
Kyaikpun-Pagoge in Birma

Die Kayaikpun-Pagoge in Birma. Die Lehre des Buddha hat inzwischen viele Ausrichtungen.

Es ist nicht mit Sicherheit bekannt, in welcher Sprache der Buddha lehrte. Gewiss hat er seine Lehre nicht in Sanskrit, der brahmanischen Literatursprache, verkündet. Da er überwiegend in Magadha, im Nordosten Indiens, wirkte, wird als wahrscheinlich angenommen, dass er, um vom Volk verstanden zu werden, einen Dialekt dieser Gegend benutzte. Dies bedeutet, dass alle erhaltenen Versionen des buddhistischen Kanons mehr oder weniger überarbeitete Fassungen der ursprünglichen Lehre sind. Die Sanskritisierung der kanonischen Texte begann etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. Die älteste Überlieferung der Lehre erfolgte mündlich.

Der Buddha hat keinen Nachfolger ernannt, da die von ihm verkündete Lehre und das Rechtsbuch für den Sangha nach seinem Eingang ins Nirvana die Autoritäten sein sollten. Da jedoch die Einheit des Sangha wegen Streitigkeiten in Fragen der Lehrauslegung und Rechtsdeutung schon bald gefährdet war, wurden mehrere Konzile durchgeführt, die der Festlegung der kanonischen Texte und der Entscheidung von Streitfragen dienten.

Die Beschlüsse dieser Konzile wurden aber nicht allgemein anerkannt, womit eine Entwicklung einsetzte, die dazu führte, dass in den folgenden Jahrhunderten die ältere Form des Buddhismus, die als Shravakayana (= Fahrzeug der Schüler) oder Hinayana (= Kleines Fahrzeug) bezeichnet wurde, in achtzehn Schulrichtungen zerfiel. Diese besaßen ihre eigenen Kanons in verschiedenen indischen Sprachen.

 

aus der wissen.de Redaktion; Quelle: Brockhaus
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