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Wer war eigentlich – Sankt Martin?

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Die Sache mit dem Bettler

Im Jahr 334 dann ereignet sich Severus' Überlieferung nach die Begebenheit, die bis heute in den Martinszügen nachgespielt wird: Der 18-jährige Martinus ist mit der römischen Armee in der französischen Stadt Amiens stationiert. Wie üblich im Winter, trägt er über seinem Panzer einen Mantel, der gegen die Kälte teilweise mit Schaffell gefüttert ist. Entgegen den meisten Darstellungen war dieser normale römische Soldatenmantel weiß und zweiteilig, einen roten Mantel trugen damals nur die Offiziere – und zu diesen gehörte Martinus damals noch nicht.

Vor dem Stadttor sitzt ein Bettler im Schnee und fleht um Hilfe. Martinus hält an. "Er trug nichts als den Soldatenmantel, den er umgeworfen, alles Übrige hatte er ja für ähnliche Zwecke verwendet. Er zog also das Schwert, mit dem er umgürtet war, schnitt den Mantel mitten durch und gab die eine Hälfte dem Armen, die andere legte er sich selbst wieder um", beschriebt Severus die Ereignisse. In der Nacht darauf soll Martinus im Traum  Christus erschienen sein, der ihn für seine Tat lobt. Dieses Erlebnis soll den Anstoß dafür gegeben haben, dass sich Martinus in Amiens taufen lässt.

Ob es diese Begegnung mit dem Bettler jemals gegeben hat, ist unklar. Genauso wahrscheinlich ist es, dass Severus sie sich im Nachhinein ausdachte, um die Beweggründe für die darauf folgende Taufe auszuschmücken. Über Martinus' Hilfsbereitschaft, Mildtätigkeit und Bescheidenheit gibt es allerdings auch andere Berichte – und sein weiterer Werdegang macht wahrscheinlich, dass diese Charakterisierung stimmt.

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