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Wie ungesund sind Transfette?

Transfette haben einen schlechten Ruf: Die als ungesund geltenden Fettsäuren stecken vor allem in industriell produzierten Leckereien wie Fertiggerichten, Frittierfetten und Backwaren. Bei übermäßigem Verzehr sollen sie insbesondere Herz und Gefäße belasten. Doch wie sehr schaden Transfettsäuren wirklich der Gesundheit? Und essen wir als Verbraucher tatsächlich zu viel davon?

Transfettsäuren kommen in geringen Mengen als natürlicher Bestandteil im Milchfett sowie im Fleisch von Wiederkäuern vor. Ein Großteil der Transfette, die wir verzehren, ist jedoch künstlichen Ursprungs. Diese Transfette entstehen bei der industriellen Härtung von Pflanzenölen, genauer: dann, wenn die Härtung nur teilweise durchgeführt wird. Den Prozess der Fetthärtung hat der deutsche Chemiker Wilhelm Normann zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt. Er ermöglichte damit erstmals die Herstellung von Margarine.

Buttermesser und Margarine
Mit der Margarine fing alles an...

Für die Lebensmittelverarbeitung ist die teilweise Härtung von Fetten sehr attraktiv. Sie macht Produkte nämlich unter anderem streichfähig und haltbarer. Gleichzeitig ändert sich bei dem Verfahren aber die räumliche Struktur der Fette. Es entsteht eine Anordnung von Doppelbindungen in den Fettsäuren, die als schädlich gilt: Chemiker sprechen von einer sogenannten trans-Konfiguration.

Risiko für Herz und Gefäße

Transfettsäuren können sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ungünstig auf die Blutfettwerte auswirken. Denn sie erhöhen das als „böses Cholesterin“ bekannte LDL-Cholesterin im Blut und senken das HDL-Cholesterin. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Vereinzelt bringen Forscher einen hohen Konsum von Transfetten darüber hinaus sogar mit verschlechterten Gedächtnisfunktionen oder auch Reizbarkeit und Aggression in Verbindung.
Erst kürzlich haben Wissenschaftler im „British Medical Journal“ erneut vor dem übermäßigem Verzehr von Transfetten gewarnt. In einer Meta-Analyse hatten sie die Ergebnisse von 50 Studien zusammengefasst und waren zu dem Fazit gelangt, dass industriell erzeugte Transfettsäuren mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und einem Typ 2-Diabetes einhergehen. Wer viel von den Stoffen zu sich nimmt, wird demnach nicht nur häufiger krank, sondern stirbt zudem oft früher als Menschen, die nur einen Prozent ihres Kalorienbedarfs oder weniger mit den Fettsäuren decken.

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DAL, 21.10.2015
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