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Wien: Das Herz der Donaumonarchie

Drehscheibe zwischen Ost und West

Kultur und Tradition der k. u. k. Monarchie sind bis heute in Wien lebendig geblieben, und überall trifft man auf Zeugnisse einer glanzvollen Vergangenheit. Prunkvolle Schlösser und Paläste weisen die alte Residenzstadt der Habsburger als Mittelpunkt einer ehemals mächtigen Dynastie aus. Doch nicht nur politische Macht, sondern auch kultureller Glanz ist bis in die heutigen Tage überall spürbar, denn schließlich versteht sich Wien als die "Hauptstadt" der klassischen Musik. Die traditionellen Kaffeehäuser - Orte des gesellschaftlichen Lebens schlechthin - sind ein selbstverständlicher Teil der Wiener Lebensart, und die Heurigenschenken zwischen Grinzing und Meidling sind nicht nur ein beliebtes Ziel der Touristen, sondern auch der Wiener selbst.

Schloss Schönbrunn in Wien

Das Schloss Schönbrunn liegt westlich der Innenstadt von Wien im Bezirk Hietzing.

Wien ist die Hauptstadt der Republik Österreich und seit dem Jahr 1921 auch ein eigenes Bundesland. Die Stadt, in der heute rund 1,6 Millionen Menschen leben, liegt an den Hängen des Wienerwaldes, der bogenförmig das rechte Donauufer säumt. Durch die Lage am Schnittpunkt der Verkehrslinie entlang der Donau mit dem alten Verbindungsweg von der Ostsee zum Mittelmeer entwickelte sich Wien zum Mittelpunkt eines ausgedehnten Wirtschaftsraumes. Auch wenn Österreich heute nur noch ein kleines Land ist, konnte sich die Stadt ihre Internationalität bewahren. Wien ist Amtssitz zahlreicher UN-Organisationen und Tagungsort internationaler Konferenzen wie der OPEC und der OSZE. Per Flugzeug, Bahn, Schiff und Auto leicht von überall zu erreichen, wurde die Stadt zu einem Schwerpunkt für den internationalen Fremdenverkehr. Die Touristen werden vor allem von der Kulturmetropole Wien angezogen. Burgtheater, Staatsoper, Theater in der Josephstadt, Akademie und Volkstheater, Wiener Symphoniker und Wiener Philharmoniker genießen Weltruf. Neben der 1365 gegründeten Universität, zahlreichen Hochschulen, der Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Künste gibt es berühmte Sammlungen, Archive und Museen. Wien, die Messe- und Kongressstadt, ist sowohl Österreichs bedeutendstes Handels- und Dienstleistungszentrum als auch der wichtigste Industriestandort des Landes, vor allem für die Elektro- und Nahrungsmittelindustrie, die Betriebe des Chemie- und Maschinenbausektors sowie die Mode- und Kunstgewerbeindustrie.

 

Im Herz der Donaumetropole

Im Zentrum befindet sich die Altstadt mit dem Gewirr der engen, teilweise noch kopfsteingepflasterten Gassen, mit den Höfen und Durchhäusern, den Plätzen und Palästen. Hier im Ersten Bezirk schlägt, liebevoll restauriert, das Herz der Donaumetropole. Unweit des Stephansdoms befindet sich die Peterskirche, die in ihrer ersten Anlage auf das 8. Jahrhundert zurückgeht. Das Kernstück der Altstadt ist aber der gigantische Gebäudekomplex der ab dem 13. Jahrhundert erbauten Wiener Hofburg. Die Ringstraße, die nach 1858 im Zuge der Stadterweiterung an Stelle der alten Stadtbefestigung angelegt wurde, ist ein in Europa einzigartiges Beispiel des Historismus der Gründerzeit, bei dem auf mehreren Kilometern staatliche Repräsentationsbauten wie Hoftheater, Neue Universität, Oper, Parlament und Rathaus mit den vornehmen Wohnpalästen und Mietshäusern eines zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Macht emporstrebenden Bürgertums wetteifern. Im Schatten der Prachtstraße lagen die Wohn- und Elendsquartiere einer schnell anwachsenden Industriearbeiterschaft. Der Karl-Marx-Hof, ein Gebäudekomplex mit mehr als 1300 Wohneinheiten, ist Teil und Musterbeispiel eines umfangreichen sozialreformerischen Bauprogramms, mit dem in den 1920er Jahren die Wohnsituation von rund einem Siebtel der damals über zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt verbessert wurde.

Von den rund 415 Quadratkilometern Stadtfläche sind fast die Hälfte, nämlich 205 Quadratkilometer, Parks, Gärten und Wälder. Die größte Grünfläche ist der berühmte Wienerwald, als grüne Lunge und Naherholungsgebiet der Großstadt von immenser Bedeutung. Einen Grüngürtel gibt es aber auch rund um den Ersten Bezirk, denn repräsentative Parks umkränzen die City. An der Stelle des ehemaligen Wasserglacis ist der Stadtpark errichtet und 1862 eröffnet worden. Pavillons und Denkmäler (u. A. jenes für den Walzerkönig Johann Strauß) sind das Inventar der durchkomponierten Grünzone; Strauchgürtel, malerische Wiesen, Baumgruppen und ein Teich gliedern den Park. Der Burggarten am Ring entstand in den Jahren 1818/1819 als private Gartenanlage des Kaisers. Seit dem Ende der Monarchie darf auch das "gemeine Volk" in diesem kleinen, aber stimmungsvollen, auf verschiedenen Niveaus angelegten Park lustwandeln. Imposant ist das 1902 errichtete große Palmenhaus, eine Meisterleistung des Jugendstils. An der Außenmauer zur Ringstraße steht das Mozartdenkmal. Gänzlich anderen Charakter hat der 1819 bis 1823 angelegte Volksgarten, der sich ebenfalls entlang der Ringstraße, zwischen Heldenplatz und Burgtheater erstreckt. Wie sein Name andeutet, ist er der erste für die Bevölkerung geschaffene Park. lm Zentrum der streng geometrischen Gartengestaltung steht der Theseustempel.

 

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aus der wissen.de-Redaktion
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