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Wo ist der Gegner!?

Beim Politischen Aschermittwoch 2006 übten sich die Parteien zwar wie immer im Prügelausteilen, die im Hintergrund latent wachende Große Koalition in Berlin ließ die traditionelle Hardcore-Schelte zumindest auf Seiten der Schwarzen allerdings diesmal recht soft ausfallen.

Einen Politischen Aschermittwoch zu bestreiten, wenn in Berlin eine Große Koalition regiert, ist denkbar schwierig. Wie auf den politischen Gegner einhauen, wenn er doch gleichzeitig der derzeitige Partner ist? Die CSU hat gar beim ehemaligen großen Vorsitzenden Franz Josef Strauß Nachhilfe genommen und dessen alte Reden gründlich studiert, bevor sie Edmund Stoiber in der Passauer Dreiländerhalle ans Rednerpult schickte. Schließlich ging es für den bayerischen Ministerpräsidenten in diesem Jahr um viel. Denn so richtig verziehen hatte es ihm die Basis noch nicht, dass er in Berlin das Weite gesucht hatte und zurück nach Bayern gekehrt ist.

Für die SPD, die traditionell in Vilshofen ihre Anhänger am Aschermittwoch auf die kommenden Monate einschwört, war der CSU-Chef freilich ein gefundenes Thema. So konnte sie trotz gemeinsamen Regierens der Union eins auswischen. Stoiber hingegen übte sich rund 35 Kilometer weiter im Prügeln auf die alte Bundesregierung, auf Manager und auf Ausländer. So recht wollte allerdings lange Zeit keine Stimmung aufkommen. Denn ein richtiger Gegner für einen offenen Schlagaustausch fehlte in diesem Jahr einfach. Insbesondere bemühte sich der heimgekehrte Stoiber den Zusammenhalt unter seine Anhänger wieder herzustellen.

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Aus Passau berichtet Iris Hilberth, wissen.de
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