Eine majestätische Bergwelt, liebliche Almen und Bergtäler, Hunderte von Seen, stolze Städte und malerische Dörfer: Wer die Schweiz bereist, der lernt die atemberaubende Vielfalt zwischen faszinierender Hochgebirgslandschaft und mediterranem Flair kennen, die das Alpenland im Herzen Europas auszeichnet. Wir stellen die interessantesten Regionen der deutschen, französischen und italienischen Schweiz vor.
Berner Oberland – Skivergnügen pur
Das Berner Oberland gilt als die Wiege des alpinen Skisports. Die ersten Wintersportgäste urlaubten schon 1888 in Grindelwald. Eine britische Landesmeisterschaft im Abfahrtslauf startete 1921 in Wengen, neun Jahre später folgte das erste Lauberhornrennen.
Aber im Berner Oberland ragt auch eine der berühmtesten, längsten und gefährlichsten Bergwände der Alpen in den Himmel: die Eigernordwand. Der 1800 Höhenmeter große Berg wurde von den Österreichern Harrer und Kasparek sowie den Deutschen Heckmair und Vörg erstmals 1938 bezwungen. Grindelwald und Wengen sind zwei klassische hochalpine Ferienorte am Fuße des Dreigestirns Eiger, Mönch und Jungfrau. Von hier beginnen die Fahrten zum 3454 Meter hohen Jungfraujoch. Das Jungfraugebiet mit dem Aletschgletscher wurde im Dezember 2001 ins Weltnaturerbe der Unesco aufgenommen.
Waadtland – Vielfalt ist Trumpf
Sonnige Rebberge prägen die Terrassen über dem Genfer See. Die Naturschönheiten dieser französischsprachigen Region reichen von den Ufern des Genfer Sees bis zum Gletschermassiv von Les Diablerets. Die Waadt versammelt viele Landschaftsformen der Schweiz: südliches Flair, mediterrane Flora, historische Dörfer, landwirtschaftliches Mittelland, die Hügelketten des Jura, hochalpiner Schnee.
Drei Milliarden Franken lassen die Touristen jedes Jahr im Waadtland, doch die Vielfalt des Gebietes lässt Massenaufläufe nicht zu. Lausanne, Sitz des Internationalen Olympischen Kommitees, bietet u.a. Museen und Ballett. Montreux lockt mit seinem berühmten Jazz-Festival im Sommer. Nyon am Genfer See veranstaltet das größte Open-Air-Festival der Schweiz. Thermen aus der Römerzeit dampfen in Yverdon-les-Bains. Leysin, Villars und Les Diablerets sind die Metropolen des alpinen Skisports, Vallee de Joux gilt als Zentrum des nordischen Skisports.
Wallis – Freizeitparadies am Matterhorn
Das Matterhorn strahlt über Zermatt. Der imposante Berg auf der Grenze zu Italien ist der geographische Fixpunkt der Region und des Landes. Überhaupt: 47 Viertausender wachsen beiderseits des 150 Kilometer langen Rhonetals aus dem Boden. So viele Riesen mit so langen Gletschern gibt es sonst nirgendwo. Das Wallis ist die Alpenregion schlechthin und mit rund zwölf Millionen Übernachtungen pro Jahr zweitwichtigster Tourismus-Kanton der Schweiz. Die Region ist ein Freizeitparadies aus Schnee, Eis, Wasser, Stein, Wiesen und Feldern und damit Treffpunkt für Wintersportler aller Art. Neben Zermatt und Leukerbad lockt das Aletschgebiet mit seinen Almen. Doch die Markenzeichen des Wallis bleiben der geschmolzene Käse Raclette, der Weißwein Fendant und vor allem das Matterhorn. Entsprechend heißt die Wallis-eigene Homepage Matterhornstate.com.
Tessin – das Sonnenstudio der Schweiz
Der Schweizer Süden ist italienisch und heißt Tessin. Hier, am St. Gotthard und San Bernardino, grenzt Nord- an Südeuropa. Das Tessin ist das gemütliche Sonnenstudio der Schweiz. Die Region hat allerdings mehr zu bieten, als sich an 2286 Stunden im Jahr bräunen zu lassen. Hier dominieren nicht Gletscher und Fels, sondern in mediterraner Schönheit Seen und Palmen. Prächtige Burgen und Bürgerhäuser, Piazze und Restaurants sowie 3500 Kilometer Wanderwege laden zum Aktivurlaub ein. In Locarno steigt das viel beachtete Filmfestival, am Luganer See lockt die Privatsammlung Thyssen-Bornemisza in die Villa Favorita. Vor allem Deutsche sind dank des milden Klimas hier zu ständigen Gästen geworden.
Graubünden – der Touristen liebstes Kind
Der größte Kanton zählt auch die meisten Touristen. Zu der Region gehören etablierte, weltbekannte und renommierte Ferienorte wie St. Moritz und Davos, Laax und Flims, Splügen und Savognin, Arosa und Lenzerheide oder Pontresina und Samnaun. Doch die Ferienhochburg Graubünden musste auch Niederlagen einstecken: Bei der Bewerbung für die Winterspiele 2010 hat sich Bern-Montreux national gegen Graubünden durchgesetzt.
Der Hauptort Chur, der bereits im 5. Jahrhundert Bischofssitz wurde, ist die älteste Stadt der Schweiz und immer einen Besuch wert. Graubünden beheimatet zudem die malerische Viamala-Schlucht und den Schweizerischen Nationalpark.
Ostschweiz – Willkommen im “Heidiland”
Diese Region will erst noch das Touristen-Interesse wecken. Dazu ließen die Touristik-Manager im Jahr 2001 eine 100 Jahre alte Fichte fällen, mit 5000 Glühbirnen und 150 Glocken schmücken, und stellten den Baum als Geschenk auf den Weihnachtsmarkt am Frankfurter Römerberg. Die Werbeaktion erinnerte auch an Klara Sesemann aus der Stadt am Main, die vor 121 Jahren auf der Alp im schweizerischen Maienfeld ihre spätere Freundin Heidi traf. Das Mädchen saß im Rollstuhl und lernte dort wieder laufen – wie von Johanna Spyri in ihrem bekannten Buch beschrieben. Die Geschichte wurde zum Welterfolg.
Alle kennen Heidi, aber niemand kennt das Sarganserland in der Ostschweiz. Also wurde daraus vor einigen Jahren das “Heidiland”, obwohl Maienfeld eigentlich in Graubünden liegt. Zur Ostschweiz gehören die Regionen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen-Bodensee, Appenzellerland, Toggenburg, Linthgebiet, Larnerland, Rheintal und das neue Heidiland. Familien- und fahrradfreundliche Orte sowie Ski- und Wandergebiete sollen hier Urlaubern eine Alternative bieten. Die größte Stadt, St. Gallen, verfügt über eine Kathedrale und einen Stiftsbezirk, der zum Unesco-Weltkulturgut ernannt wurde und die älteste Bibliothek der Schweiz beherbergt.
Buch-Tipps
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Christine Kopp und Marcus Gyger: Berner Oberland









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