wissen.de
Total votes: 66
wissen.de Artikel

Wort des Monats September 2006

Robustes Mandat

Das robuste Mandat ist ein Sonderfall der friedenssichernden Einsätze der Vereinten Nationen. Im Gegensatz zu einem weichen Mandat haben die Blauhelme das Recht, Waffengewalt einzusetzen und etwa Zivilisten zu verteidigen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Peter Stüttmann, der uns folgende Erklärung für sein und unser Wort des Monats schickte:

"Man sollte ja annehmen, dass Soldaten in voller Kampfmontur, womöglich noch im Panzer unterwegs, nicht etwa versonnen ihr Briefmarkenalbum ordnen, sondern zum Kämpfen da sind, ob nun angreifender- oder verteidigenderweise. Das ist zwar irgendwie schade, aber eben das, was man mit Soldaten und Militär so verbindet. Der Begriff "robust" würde in diesem Zusammenhang geradezu zynisch wirken. Man denke an die Rolle der Amerikaner im Irak.

Bei den UNO-Soldaten ist das anders. Da die internationale Gemeinschaft zwar einerseits immer vermitteln, andererseits aber auch ein deutliches Zeichen setzen will, schickt sie als Demonstration der Stärke Soldaten nebst schwerem Gerät in die Krisengebiete der Welt, verbietet ihnen aber, zu schießen oder sich überhaupt wie Soldaten zu benehmen. Sympathisch, aber man wird dabei auch leicht vorgeführt wie z.B. 1995 in der UN-Schutzzone Srebrenica, wo sich damals die UNO-Soldaten vom bosnisch-serbischen Truppen kampflos ihre Waffen wegnehmen ließen, um dann dem Massaker an bis zu 8000 Bosniern tatenlos zuzuschauen. Damit sich so etwas nicht wiederholt, sprechen die Politiker im Zusammenhang mit dem Libanoneinsatz der Blauhelme neuerdings immer vom "robusten Mandat", das die UNO-Soldaten erhalten sollen. Das heißt: UN-Soldaten sollen sich nicht nur selbst, sondern auch ihre Mission und Zivilisten verteidigen dürfen.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Total votes: 66