Wahrig Herkunftswörterbuch
Konjunktur
Die Konjunkturaussichten stehen für die meisten nicht seherisch begabten Menschen etymologisch korrekt „in den Sternen“ – denn eben darauf bezog sich das Substantiv Konjunktur in seinem Ursprüngen. Wer hätte gedacht, dass es diese himmlische Herkunft ausgerechnet mit dem Wort teilt, von dem die Rede ist, wenn es um die Konjunktur nicht allzu rosig bestellt ist, nämlich dem Desaster? Die Konjunktur leitet sich zunächst von einem
lat.
Partizip Perfekt, coniunctus, ab und kommt, wie der in Astronomie und Sprachwissenschaft gebräuchliche Begriff Konjunktion, von demlat.
Verb coniungere „zusammenbinden, verknüpfen“. Zunächst bedeutete Konjunktur „Konstellation, Stellung zweier Planeten“, später glaubte man zu erkennen, dass diese Planetenstellung Geschehnisse beeinflusst. So wandelt sich die Bedeutung zu „Wirtschaftslage mit bestimmter Tendenz“. Und das Desaster? Dessen zweiter Teil stammt überlat.
astrum vongriech.
aster „Stern“. Der erste Teil ist dagegen die mit „Un–“ gleichzusetzende, eine Trennung ausdrückende lat. Vorsilbe de– bzw. dis–. Aus dem frz. désastre im 19. Jahrhundert entlehnt, bezeichnet es eigentlich einen „Unstern“, also die Trennung vom guten Los, das bestimmte Sternenkonstellationen dem Menschen bescheren.
Wissenschaft
Kalter Schall
Mit einer neuen Technik lassen sich Schallwellen in Glasfaserkabeln stark abkühlen – eine Zukunftsoption für die Quantentechnologie. von DIRK EIDEMÜLLER Es war eine riesige Überraschung, als mit den Forschungsarbeiten von Max Planck und Albert Einstein vor rund 120 Jahren klar wurde, dass Licht nicht nur einen Wellen-, sondern...
Wissenschaft
Islamisches Zelt über christlichem Altar
In einer Kirche im italienischen Ferrara hat eine Historikerin ein einzigartiges Fresko aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Das Wandbild in der Apsis zeigt ein kunstvoll gefertigtes islamisches Zelt aus bunten Stoffen, das wahrscheinlich sowohl auf dem Fresko als auch in der Realität als Vorhang für den Hochaltar der christlichen...