Wahrig Herkunftswörterbuch
Krawall
Als Krawalle bezeichnet man heute vor allem „gewalttätige Straßenunruhen“: Schon der österreichische Staatskanzler Metternich nannte die Revolution von 1848 einen Bürgerkrawall. Um 1800 kam der Ausdruck Krawall als „Lärm, Aufruhr, lauter Streit“ in Deutschland auf, mit dem ursprünglich verschiedene Arten der „Lärmbelästigung“ gemeint waren. Eine mögliche Herleitung ist das mlat. charavallium „Katzenmusik, Straßenlärm“ bzw. das mfrz. charivalli, das auch eine Art Lärm bezeichnete – nämlich den, den die Hochzeitsgäste veranstalteten, nachdem sich das Brautpaar zurückgezogen hatte. „Spektakel, Durcheinander, Lärm“ bedeutet das auch ins Deutsche entlehnte, heute selten verwendete frz. Wort charivari. Andere leiten dagegen Krawall von dem mundartlichen Verb rebellen „lärmen“ ab (bair. Grebell, hess. Graball).
Wissenschaft
Mensch veränderte Atmosphäre schon im 19. Jahrhundert
Durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe setzen wir Menschen große Mengen an Treibhausgasen frei und verändern dadurch das weltweite Klima. Doch ab wann hatten diese Emissionen erstmals messbare Einflüsse auf das Klimasystem? Dieser Frage haben sich Forschende nun mithilfe einer Modellsimulation genähert. Hätten die Menschen...
Wissenschaft
Die Entzauberung des Vitruv
Vieles, was wir über römische Baukunst wissen, stammt von Marcus Vitruvius Pollio. Doch nicht alle Theater sind so konstruiert, wie von dem antiken Gelehrten beschrieben, belegen moderne Laserscans. von ROLF HEßBRÜGGE An kaum einem Ort kann man europäische Geschichte so gut begreifen wie im italienischen Volterra: In der rund 2....