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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Protokoll

1.
(gleichzeitige) Niederschrift des Verlaufs einer Versammlung, Verhandlung o. Ä.
2.
Gesamtheit der im diplomatischen Verkehr üblichen äußeren Formen
aus
mlat.
protocollum „Verhandlungsbericht“, aus
spätgriech.
protokollon „das an den Anfang einer Papyrusrolle geklebte Blatt“ (auf dem die Daten über den Verfasser und die Entstehung des Blattes verzeichnet waren), aus
griech.
protos „der Erste, Vorderste“ und
griech.
kollan „ankleben“, zu
griech.
kolla „Leim“
[Info]
Protokoll
Heute begegnet uns das Wort Protokoll alltäglich im Internet, wenn auch kaum wahrnehmbar in der Adressleiste: Das der Internetadresse vorausgehende „http“ ist die Abkürzung von hypertext transfer protocol und bezeichnet das Übertragungsprotokoll zur Informationsübermittlung. Auch die Standards für die Datenübertragung in und zwischen Rechnernetzwerken nennt man Protokoll. Heute oft nur virtuell vorhanden, ist der Ursprung des Wortes sehr greifbar: Das griech. protokollon (aus protos „der Erste“ und kollan „ankleben“) bezeichnete das Blatt, welches man an den Anfang amtlicher Papyrusrollen klebte. Es enthielt Angaben über den Verfasser und die Entstehung des Blattes. Später verstand man darunter chronologische Angaben, was in welcher Reihenfolge in das Papier geschrieben bzw. was gesagt oder beschlossen wurde. Über das mlat. protocollum „Verhandlungsbericht“ gelangte das Wort im 16. Jh. ins Deutsche, wo man es zur Aufzeichnung von öffentlichen Verhandlungen und Gerichtssachen verwendete (vgl. auch die Bedeutung „diplomatisches Schriftstück“). Aus der Diplomatensprache Französisch stammt die Bedeutung „staatliches Zeremoniell“. Für dieses ist der Chef des Protokolls zuständig, dagegen schreibt der Protokollant (oder Protokollführer) Gespräche und Zusammenfassungen von Konferenzbeschlüssen nieder.
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