Tragödie
Als „Trauerspiel“ kannte man die Tragödie bereits im antiken Griechenland. Das
griech.
tragodia „Trauerspiel, ernstes Gedicht“ ist aus tragos „Bock“ und o(i)de „Gesang, Lied“ abgeleitet. Diese Zusammensetzung wurde schon in der Antike unterschiedlich interpretiert, und noch heute dauert die Diskussion an, ob es sich um den „Bocksgesang“, den „Gesang der Böcke“ oder den „Gesang um den Bock(spreis)“ handelt. Die Tragödie, die unter Aischylos, Sophokles und Euripides im 5. Jh. vor Christus ihre Blütezeit erlebte, ist neben der Komödie die grundlegende antike Theatergattung. In der antiken Tragödie wird der Sturz aus großer (gesellschaftlicher) Höhe dargestellt, der jemanden ereilt, der sich schuldlos schuldig macht, indem er zwar das menschliche Gesetz befolgt, aber gegen den Willen der Götter verstößt. Dieses Motiv wird in modernen Tragödienformen abgewandelt: von Shakespeares King Lear über Schillers Die Räuber bis zu Hochhuths Der Stellvertreter.







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