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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Pädagoge
Im
Altgriechischen
bedeutete das Wort pais „Knabe“. Für das Deutsche ist jedoch weniger dieser Nominativ als vielmehr der Genitiv paidos von Belang, der die Grundlage für den häufig anzutreffenden Wortbestandteil päd bzw. pädo darstellt und anzeigt, dass sich das betreffende Wort auf Kinder oder Jugendliche bezieht. Der Pädiater (aus päd und iatros „Arzt“) ist ein Kinderarzt, während die Wörter Pädophilie (aus päd und philein „lieben“) und Päderastie (aus päd und erastes „Liebhaber“) Männer bezeichnen, die eine sexuelle Neigung zu Kindern oder Jugendlichen haben. Dagegen benutzen wir das Wort Pädagoge ganz neutral, um die Wörter „Lehrer“ oder „Erzieher“ zu ersetzen. Dieses aus päd und agogos „Führer, Begleiter“ zusammengesetzte Wort, das wörtlich „Knabenführer“ bedeutet, wurde schon in der Antike in der Form paidagogos verwandt.
Ein solcher paidagogos war ein Mann, der ausgewählte männliche Kinder in Philosophie unterwies und sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft formen sollte. Von der Pädagogik als der „Erziehungswissenschaft“ ist allerdings erst seit dem 17. und 18. Jahrhundert die Rede; meist bezeichnet man den Schweizer Johann Heinrich Pestalozzi (17461827) als Ahnvater der Pädagogik.
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