Zellulitis: Was tun? | wissen.de
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Zellulitis: Was tun?

Bikini-Zeit - Leidenszeit: Frauen schlingen sich an Pool und Strand Pareos und Handtücher um die Hüften. Sie trauen sich nicht, im Mini oder in Hot Pants über die Promenade zu flanieren. Der ganze Aufstand aus einem Grund: Kleine Dellen "schmücken" die femininen Rundungen. Zellulitis - ein Albtraum für Frauen, die unter schwachem Bindegewebe leiden. Darum haben sich Kosmetik-Industrie und Mediziner mit ihrem ganzen Erfindungsreichtum dem Problem aller Orangenhaut geplagten Frauen angenommen: Zellulitis-Hosen, Bauch-Beine-Po-Gymnastik, Unterwassermassage mit Düsen, Liposuction, Tiegel und Töpfe voller Anti-Zellulitis-Cremes und straffenden Gels - doch was hilft wirklich?

Veranlagung steckt in den Genen

Bei Frauen ist im Gegensatz zu Männern das Bindegewebe nur locker und parallel vernetzt. Denn bei einer Schwangerschaft muss es sich ausreichend dehnen können. Auch ist die Unterhaut stärker, die Lederhaut stattdessen schwächer ausgeprägt. Hinzu kommt, dass sich infolge hormoneller Schwankungen, Fehlernährung oder mangelnder Bewegung die Fettzellen vergrößern können. Dann drücken sie auf Blutgefäße und Lymphbahnen. Als Folge stauen sich Flüssigkeiten und Schlackenstoffe im Gewebe an. All dies macht sich in Form unschöner Beulen bemerkbar. Typische Problemzonen sind Po, Hüften, Oberschenkel und Oberarme sowie die Knie.

Der weit verbreitete Glaube, nur übergewichtige Frauen litten an Zellulitis, ist eine Mär. Mehr als 80 Prozent aller Frauen über 20 haben Zellulitis, denn bereits in diesem zarten Alter nimmt die Stabilität der Haut merklich ab. Die Veranlagung zu Bindegewebsschwäche steckt in den Genen und ist somit nicht therapierbar. Daneben können aber auch andere Faktoren wie Hormonhaushalt, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, schlechte Durchblutung, ein träger Stoffwechsel oder Stress das unschöne Hautbild verschulden. Und gegen diese Ursachen kann Frau einiges tun. Ein zäher Kampf - denn nur mit einem langfristigen Plan lässt sich die Haut erfolgreich auf straffen Kurs bringen.

Mit gesunder Ernährung gegen Orangenhaut

Bei Orangenhaut hilft kein Diäten-Wahn und keine Schlankheitskur, sondern nur eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Der Körper braucht alle wichtigen Nährstoffe, muss entschlacken und entwässern. Das kleine Einmaleins der richtigen Ernährung: Fettarm und vollwertig essen, mit Zucker und Salz sparsam umgehen, außerdem viele Ballaststoffe aufnehmen. Bei Milchprodukten wie Käse und Butter lieber zu Light-Produkten greifen, viel Obst und Gemüse essen. Früchte wie Melonen, Ananas und Erdbeeren sind wirksame Fettkiller. Reis und Kartoffeln hingegen entwässern das Gewebe, helfen somit beim Entschlacken des Körpers. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte liefern große Mengen an Ballaststoffen. Über die zusätzliche Einnahme von Silizium in Form von Tabletten, Gel oder Kieselerde-Pulver gibt es unterschiedliche Meinungen: Ob es letztendlich die Spannkraft und Elastizität der Haut fördert oder nicht, muss jeder an sich selbst testen.

Auch Trinken ist wichtig: Nur mit ausreichend Flüssigkeit im Körper werden Schlackenstoffe aus den Zellen gespült. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es schon sein. Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Säfte, Kräuter- oder Früchtetees sind dabei das Nonplusultra. Limonaden hingegen enthalten zu viel Zucker, Kaffee und schwarzer Tee entziehen dem Körper sogar Flüssigkeit.

Für die Schönheit schwitzen

Sport ist zwar kein Wundermittel, doch regelmäßige Work-Outs regen Kreislauf und Stoffwechsel an, fördern außerdem die Fettverbrennung. Ein Plus an Bewegung lässt sich auch gut in den Alltag einbauen: Auto stehen lassen und aufs Fahrrad steigen, statt den Lift zu nehmen lieber Treppen laufen. Kleine, effektive Gymnastikübungen für zwischendurch sind beispielsweise die guten, alten Kniebeugen. Doch mindestens drei Mal die Woche sollten Zellulitis-geschädigte Frauen beim Jogging, Rad fahren oder Aerobic rund eine Stunde lang so richtig schwitzen. Kraulen und Rückenschwimmen wirken ebenfalls besonders gewebestraffend. Berühmt-berüchtigt ist die Bauch-Beine-Po-Gymnastik, sie lässt nach ein bis zwei Monaten die Dellen schwinden. Völlig weg trainieren lassen sie sich jedoch nicht.

Was Wundermittel wirklich bringen

Für Zellulitis-geplagte Frauen bietet die Kosmetikindustrie ein ganzes Arsenal an Hilfsmitteln für den Kampf gegen die Orangenhaut. So entschlacken regelmäßige Vollbäder mit Meersalz beispielsweise den Körper. Massagen mit Sisalhandschuh oder Massagebürsten sorgen außerdem für eine bessere Durchblutung der Haut. Algen- und salzhaltige Noppenseifen, hautfunktionsfördernde Duschgele und Körperpeeling tun ihr Übriges im Kampf gegen die unschönen Dellen. Zum Abschluss des allmorgendlichen Badezimmer-Rituals mit heiß-kalten Wechselduschen die Problemzonen verwöhnen. Das strafft die Haut und sorgt für einen gute Durchblutung. Spezielle Anti-Zellulite-Produkte sind in ihrer Wirkung allerdings umstritten. Denn einfach wegcremen lässt sich Orangenhaut nicht. Die Cremes können höchstens das Gewebe straffen und mit entwässern helfen. Doch meist versprechen die Produkte mehr als sie halten. Hormoncremes bedienen sich männlicher Hormone, die eine Quervernetzung des Gewebes bewirken. Ein Erfolg zeigt sich bei täglichem Auftragen zwar bereits nach wenigen Wochen - hält aber nur so lange an, wie das Produkt benutzt wird. Und das wird teuer. Außerdem können Nebenwirkungen auftreten: Gelangen die Hormone ins Blutsystem, wird die Haut großporiger, fettiger und es sprießen mehr Haare - sie wird eben im Ganzen "männlicher". Neuerdings im Blickfeld: Ein Sprühpflaster, das Vitamin C, Algen- und Efeuextrakt kontinuierlich freisetzt. Ebenfalls neu sind die so genannten Anti-Zellulitis-Strumpfhosen, die Theophyllin für die Fettverbrennung abgeben und einen leichten Massageeffekt hervorrufen sollen.

Mediziner helfen auf ganz andere Weise: Ein Arzt kann hormonelle Störungen erkennen und mit Androgensalben gegensteuern. Zwei weitere Methode mit hoher Erfolgsquote sind die Elektrolipolyse und die Celluskulptur. Bei ersterer werden Nadeln zwischen die Fettpolster gesetzt. Zwischen diesen Nadeln wird ein elektrisches Feld aufgebaut, das die Fettspaltung begünstigt. Bei der Celluskulptur hingegen werden die Problemzonen durch Druck, Saugen und Schieben angeregt. Zusätzlich wird eine stark durchblutungssteigernde Creme verabreicht. Die Fettabsaugung (Liposuction) zielt hingegen vorrangig auf die Entfernung von überschüssigem Fett an diätresistenten Problemzonen. Bevor man sich aber zu derart massiven Eingriffen entscheidet, erst einmal gründlich aufklären lassen: Bei etwa einem von zehn Eingriffen muss nämlich wegen Dellenbildung nachkorrigiert werden.

Claudia Haese
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