wissen.de
Total votes: 33
wissen.de Artikel

Zugefrorene Seen und Tümpel: Achtung vor zu dünnem Eis!

Der Winter ist da und mit ihm der Frost, der die Seen und Tümpel allmählich zufrieren lässt. Doch Vorsicht! Auf den meisten Gewässern ist die Eisdecke noch deutlich zu dünn, um sie sicher zu betreten. Allen Hobbyeisläufern und Eisspaziergängern raten Experten daher mit dem Gang aufs Eis noch zu warten. Sie erklären uns auch, worauf man achten muss.

Lebensretter der DLRG halten sich auf dem Bauch liegend gegenseitig fest, um sich auf einer Eisfläche zu sichern.
Helfende Kette

Lebensretter der DLRG halten sich auf dem Bauch liegend gegenseitig fest, um sich zu sichern.

Nach einem milden Start kommt der Winter jetzt in Gang. Auf vielen Mittelgebirgen lockt der Schnee ins Skivergnügen und selbst im Flachland ist es vielerorts weiß vor Schnee. Die meisten stehenden Gewässer sind bereits mit einer Eisschicht bedeckt - und das lockt viele, sich waghalsig darauf zu begeben. Doch Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt davor – es ist schlicht zu früh.

Grundsätzlich gilt, nicht nach schon in den ersten frostigen Tagen das Eis zu betreten. "Bis die gefrorenen Flächen uns tragen, benötigen sie Zeit", sagt Hans-Hubert Hatje, Präsident der DLRG. "Mindestens 15 Zentimeter dick sollten stehende Gewässer sein, bei fließenden Gewässern, wie Bächen oder Flüssen sind sogar 20 Zentimeter das Minimum."

Wer sich in diesen Tagen auf Eisflächen begibt und noch dazu womöglich allein, der bringt sich in Lebensgefahr. Eltern sollten ihre Kinder beim Winterspaziergang im Auge behalten und schon vorher über die Gefahren von zugefrorenen Gewässern aufklären. Oft informieren auch die lokalen Medien darüber, wo die Eisdecke trägt und wo es lebensgefährlich ist.

Tipps für mehr Sicherheit auf dem Eis

Dunkle Stellen in der Eisdecke weisen oft auf mangelnde Dicke hin. Hier droht Einbruchgefahr! Liegt Schnee auf dem Eis, sind solche Gefahrenstellen allerdings meist nicht zu erkennen, hier ist erst Recht Misstrauen geboten. Besondere Vorsicht gilt zudem an Uferzonen oder dort, wo Zuleitungen in den See münden. Ebenfalls tückisch können Seen sein, die von einem fließenden Gewässer gekreuzt werden. Das Eis an den Ein- und Ausflüssen kann deutlich dünner sein, als auf dem Rest des Sees.

Ein Alarmsignal ist auch ein wahrnehmbares Knistern und Knacken des Eises beim Betreten. Wer dies schon beim ersten Schritt auf das Eis hört, sollte sofort wieder den Rückwärtsgang einlegen. Sind Sie schon weiter draußen auf der Eisfläche, sollten Sie sich flach auf das Eis legen. Dadurch verteilt sich ihr Körpergewicht auf eine größere Fläche und das fragile Eis wird weniger belastet. In dieser Haltung können Sie nun ans rettende Ufer robben.

Was tun, wenn jemand im Eis einbricht?

Wer sich aufs Eis wagt, um anderen zu helfen, sollte Ausschau nach geeigneten Rettungsmitteln halten. "Ein umgedrehter Schlitten, ein langer Ast, eine Leiter oder ein Seil sind bei einem Eiseinbruch geeignete Hilfsmittel", so der praktische Rat des DLRG-Präsidenten. Im Notfall zählt jede Minute. Binnen kürzester Zeit kann der Verunglückte unterkühlen, dann besteht Lebensgefahr.

Wer teilweise im Eis einbricht, der sollte versuchen, sich liegend und mit ausgebreiteten Armen vor- oder rückwärts zum Ufer hin zu bewegen. Sind Sie komplett eingebrochen du das Eis an der Kante zu dünn, um sich festzuhalten und herauszuklettern, dann bleibt nur abbrechen: Brechen Sie das dünne Eis ab, bis es an einer dickeren Stelle wieder trägt. Dann schieben oder rollen Sie sich vorsichtig auf die Eisfläche hinauf und kriechen oder robben zum Ufer.

Helfer sollten bei der Rettung einen Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle einhalten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Bereich aufgewärmt werden und sich prinzipiell in ärztliche Behandlung begeben.

DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, 20.01.2016
Total votes: 33