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Zukunftsprojekt: Der weltweit erste Unterwasser-Schwebetunnel

Norwegen plant den längsten und tiefsten Unterwassertunnel der Welt. Quasi schwebend unter Wasser sollen Betonröhren künftig zwei Städte im Südwesten des Landes miteinander verbinden. Die Fahrtzeit könnte sich dadurch wesentlich verkürzen, weil statt mehreren Fähren in Zukunft der Tunnel genutzt werden kann. Mit dem Bau soll voraussichtlich 2018 begonnen werden.

Schnittansicht des Tunnels
Die Planungen sehen zwei parallel verlaufende Tunnelröhren vor.
Norwegen ist ein beliebtes Reiseziel. Besonders die Landschaft gilt als atemberaubend schön, was unter anderem an den über 1.000 Fjorden liegt, die entlang der Küsten ins Land hineinragen. Doch genau diese langgezogenen Meeresbuchten haben auch ihre Tücken. Denn sie erschweren es Einheimischen und Urlaubern, diese Gebiete zügig zu durchqueren. Stattdessen müssen sich Autofahrer ihren Weg von einer Fähre zur nächsten suchen. Ein zeitaufwendiges Prozedere, das das neue Megaprojekt in Zukunft überflüssig machen soll.

Unter Wasser durch den Boknaford

Möchte man heute die Küstenautobahn E39 in Norwegen komplett abfahren, dann braucht man schon etwas Geduld. Mit ungefähr 21 Stunden muss man rechnen, um die Gesamtstrecke von 1.100 Kilometern zurück zu legen. Dass die Fahrt so lange dauert, liegt unter anderem an den sieben Fähren, die man nehmen muss, um die Forde zu queren.

In den nächsten 20 Jahren soll diese Strecke allerdings fährenfrei werden, so der Plan der norwegischen Regierung. Die Reisezeit könnte sich dadurch um sieben bis acht Stunden verkürzen. Ein Schritt dorthin ist das Projekt eines Unterwasser-Schwebetunnels. Dieser Tunnel liegt nicht unterhalb des Meeresbodens wie beispielsweise beim Tunnel unter dem Ärmelkanal. Stattdessen schwimmt er im Ozean zwischen Meeresgrund und Oberfläche.

Boknafjord
Blick von Westen über den Boknafjord in Richtung Stavanger
Zweifacher Rekord

Im Rahmen des sogenannten Rogvast-Projekts soll im Südwesten Norwegens der Boknaford unterquert werden. Damit würde das Bauwerk die Küstenstädte Harestad und Arsvågen über eine Gesamtlänge von 25 Kilometern verbinden. Der Tunnel soll aber zusätzlich auch noch einen vier Kilometer langen Nebenarm bekommen, der zur Insel Kvitsøy führt. Das Projekt würde damit zum längsten Straßentunnel der Welt.

Doch wie soll der Tunnel schweben? Möglich machen das Pontons – Schwimmkörper, die vom Wasser getragen werden. Diese sollen Betonröhren halten, die unter Wasser verlaufen und später als Tunnel für die Autos dienen. Zwei getrennte Betonröhren sorgen dann dafür, dass die Fahrbahn in jede Richtung zweispurig befahrbar ist. Der Tunnel soll bis zu 385 Meter tief unter dem Meeresspiegel liegen und wäre damit auch der tiefste Unterwassertunnel der Welt. Trotz seiner besonderen Bauart soll sich die Fahrt im Unterwasser-Schwebetunnel laut den Behörden aber genauso anfühlen wie in einem normalen Tunnel.

Unter Wasser schwebender Tunnel
DerTunnel läge nicht unterhalb des Meeresbodens, sondern würde zwischen Meeresgrund und -oberfläche schweben.

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HDI, 27.10.2016
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