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Zum ersten Mal Eltern

Die ersten Wochen für Mama und Papa

Aus Paar wird Familie Was ist jetzt neu?

Aus zwei mach drei

Für viele Paare - ob verheiratet oder nicht - sind die ersten Monate und Jahre ihrer Beziehung eine wunderbare Zeit. Vermutlich haben auch Sie diese Phase genossen. Sie und Ihr Partner waren beide unabhängig - sowohl beruflich wie finanziell - vermutlich wohnten Sie allerdings schon geraume Zeit zusammen. Sie haben sich gemeinsam - zumindest mehr oder weniger - um den Haushalt gekümmert und sich oft mit Ihren gemeinsam Freunden verabredet. Kurzum, Sie haben das gemacht, was die meisten jungen Paare tun, nämlich das Leben die gewisse Unabhängigkeit in vollen Zügen genossen! Mal fährt man spontan übers Wochenende in die Berge, mal entschließt man sich in letzter Minute doch noch in die Samstagabendvorstellung im Kino zu gehen, um sich den Film anzusehen, der momentan in aller Munde ist. Ob berufsbegleitende Abendkurse oder zeitaufwendige Hobbys - das alles scheint in einer harmonischen Partnerschaft kein Problem darzustellen. Jeder lebt sein Leben eigenständig und doch auch mit dem Partner zusammen. Je harmonischer dieses Zusammenleben, diese Beziehung, funktioniert, desto wahrscheinlicher wird der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind, der Wunsch eine eigene kleine Familie zu gründen. Mit etwas Glück stellt sich die Schwangerschaft auch schon bald darauf ein und während der darauffolgenden neun Monate erlebt das Paar eine neue, besonders intensive Zeit miteinander. Beide Partner freuen sich nun voll und ganz auf den ersten Nachwuchs.

Jetzt sind wir eine Familie was ändert sich nun?

Ist das Baby erst mal da, ist wie über Nacht nichts mehr wie bisher. Alles dreht sich nun um den kleinen Wonnenproppen, der es - wie jedes Baby - geschickt versteht, die uneingeschränkte Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und auch lautstark auf seine Bedürfnisse aufmerksam macht. Wer kann sich schon dem Zauber eines friedlich in seiner Wiege schlummernden Säuglings entziehen oder den großen Kulleraugen des "Juniors", der einen so herzerweichend anschaut?
Der ganze Tagesablauf, die ganze Aufmerksamkeit - fast alles - dreht sich jetzt erst einmal ums Baby. Neben all der Freude kostet das jedoch auch viel Kraft und Nerven und verursacht ebenso Stress - besonders, wenn Sie plötzlich kaum noch eine Nacht in Ruhe durchschlafen können. Zwar gibt es Babys, die zur "pflegeleichten" Sorte gehören und bereits von Anfang an fast die ganze Nacht durchschlafen, doch gehören diese eher zur Ausnahme.

Veränderte Rollen das klassische Rollenspiel

Sie werden feststellen, es geschehen plötzlich völlig unerwartete Dinge. Viele junge Eltern verfallen, ohne sich dessen anfangs bewusst zu werden, in die klassische Rollenverteilung, wie sie sie noch von ihren Eltern kennen. Dies überrascht umso mehr, als diese Paare vor der Geburt meist eine moderne Auffassung von den Rollen von Mann und Frau hatten und dachten, die "klassische" Verteilung gehöre definitiv nicht mehr in ihre Generation.
Plötzlich sieht sich der junge Vater als Geldverdiener für die ganze Familie, lastet sich gar zusätzliche Arbeit auf und legt urplötzlich konservative Gedankenzüge an den Tag, die ihm vorher fremd waren. So stehen beispielsweise Sicherheit, Schutz und finanzielle Unabhängigkeit für sich und seine Familie auf einmal im Vordergrund.
Viele junge Mütter wiederum verzichten auch heute noch auf ihre Karriere oder ihre Ausbildung - z. B. brechen auch heute noch viele Frauen ihr Studium dem Nachwuchs zuliebe ab oder unterbrechen es auf unbestimmte Zeit. Oft bleibt den Frauen nun weniger Zeit für ihre Freundinnen und sie verhalten sich - zu ihrer eigenen Überraschung - immer mehr wie eine "typische" Mutter. Andere Prioritäten treten in den Vordergrund. Der Kleiderschrank wird ausgemistet und dort, wo vorher flippige und gestylte Klamotten hingen, befindet sich nun hauptsächlich praktische und bequeme Kleidung.

Gemeinsam sind wir Eltern gemeinsam bleiben wir ein Paar

Doch mit den neuen Anforderungen bleibt auch immer weniger Zeit für Zwiegespräche mit dem Partner, leidenschaftliche Unternehmungen, Zärtlichkeit und partnerschaftliche Liebe.
Womöglich stellen Sie jetzt vermehrt fest, wie anstrengend doch so ein Baby-Alltag sein kann und dass Sie abends viel zu müde sind, um sich noch große Unternehmungen zu starten. Auch Ihr Partner wird in dieser Zeit gestresster und erschöpfter sein, immerhin bedeutet die neue Herausforderung als Familienvater ein Mehr an Arbeit und Stress im Beruf. Doch vielen Paaren fällt dieses Verhaltensmuster anfangs nicht auf - und gerade hier liegt die Gefahr für Ihre Beziehung als Paar. Wenn Sie beide in dieser Situation nicht über Ihre neue Art der Beziehung nachdenken, könnte das unerwünschte Folgen nach sich ziehen: Sie verstehen sich nicht mehr so gut wie früher, Missverständnisse könnten sich häufen und das "nebeneinanderher leben" würde schließlich sogar zu einer Scheidung führen. Wenn Sie jedoch die ersten Monate als Familie auch gleichzeitig gemeinsam als Paar bestreiten wird Ihre Beziehung sich weiter festigen und umso intensiver werden.

Dazu genügen oft Kleinigkeiten:

  • Pflegen Sie den Kontakt zu Ihrem Bekanntenkreis. Das ist jetzt unheimlich wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren und sich nicht abzukapseln. Sicher werden Sie weniger Zeit haben, sich mit Ihren Freunden, Kollegen und sogar Geschwistern zu treffen, aber es gibt da ja noch andere Mittel und Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben, z. B. über Telefon und e-Mail.
  • Überlegen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner, wie das zukünftige Leben als Kleinfamilie aussehen wird. Sprechen Sie beispielsweise konkret darüber, wie Sie die Aufgaben wie Geldverdienen und Haushalt untereinander tatsächlich aufteilen wollen. Was zählt für Sie, was ist Ihnen beiden wichtig? Es kann beruhigend wirken, darüber zu reden - und auch erleichternd, wenn man vor Augen sieht, dass aus dem Baby eines Tages irgendwann einmal eine eigenständige Person werden wird, die wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Familienleben eröffnet.
  • Verlieren Sie nicht Ihren Humor, sondern nehmen Sie die Dinge ruhig etwas lockerer. Schmunzeln Sie über sich selbst, wenn Sie mal wieder etwas zu ernst genommen haben sollten. In ein paar Monaten wird der "Anfangsstress" wieder etwas nachgelassen haben.
  • Bitten Sie Ihre Freunde und Bekannten, Sie jetzt nicht einfach "außen vor" zu lassen und Sie seltener einzuladen, gerade so, als seien Sie weiter fort gezogen. Bitten Sie sie, Ihnen gelegentlich beiseite zu stehen, und sei es nur durch einen Anruf, um zu hören, wie es Ihnen geht. Erklären Sie Ihnen, dass in den nächsten Monaten viele neue Belastungen auf Sie zukommen werden und Sie das Verständnis und die Unterstützung des Freundeskreises jetzt besonders brauchen.
  • Als frischgebackene Mutter sollten Sie jetzt nicht in die Falle tapsen, sich mit Ihrem Baby einzuigeln und den Vater zum Handlanger zu machen.
  • Als Vater sollten Sie nicht erst warten, bis Ihre Frau Sie um Hilfe bittet, sondern sollten selbstständig erkennen, wo Sie benötigt werden. Beteiligen Sie sich aktiv an der Versorgung Ihres Kindes.

Sexualität neu entdecken Liebe bei frischgebackenen Eltern

Gerade bei der körperlichen Nähe drückt sich oft aus, was sich seit der Geburt bei dem Paar verändert hat. Er vermisst die körperliche Nähe, die Streicheleinheiten, empfindet unbewusst, als habe seine Tochter bzw. sein Sohn ihm ein Stück von der Partnerin weggenommen. Sie spürt das, hat aber oft nur bedingt Verständnis dafür, da sie in den erste Monaten besonders gestresst ist und zum Sex viel zu müde ist. Diese momentane Unlust sollten die Partner jedoch nicht überbewerten. Neben körperlichen und hormonellen Ursachen, die erst nach ca. acht Wochen abklingen, dauert es auch eine Weile, bis sich die Partnerin als Geliebte wieder attraktiv findet und ebenso braucht der Mann eine Weile, bis er in der jungen Mutter wieder die lustvolle Frau sieht, die sie noch vor der Schwangerschaft für ihn war. Männern fällt es oft schwer, Mutter und Geliebte in einer Person zu sehen. Durch den körperlichen Kontakt beim Stillen, verspürt die Frau geringeres Verlangen nach "zusätzlichem" Körperkontakt, was jedoch nichts mit dem Partner an sich zu tun hat. Meist klingt dieser Zustand nach dem Abstillen wie von selbst wieder ab.

Was kann “Frau“ tun

Akzeptieren Sie sich, so wie Sie sind! Viele Frauen halten sich nach einer Geburt für unattraktiv. Sollten Sie auch dazugehören, dann ändern Sie ihre Sichtweise - die Spuren, die Sie jetzt noch an Ihrem Körper sehen, zeugen von der wunderbaren Leistung, die Sie vollbracht haben. Immerhin, haben Sie einem neuen Erdenbürger für viele Monate Unterschlupf gewährt, damit er prächtig, sicher und in aller Geborgenheit gedeihen konnte. Für viele Männer ist es zweitrangig, ob die Figur ihrer Partnerin sich durch die Geburt verändert! Sprechen Sie Ihren Partner darauf an, wenn Sie befürchten, er könne Sie mit Ihren neuen Rundungen unattraktiv finden. Wahrscheinlich werden Sie überrascht feststellen, dass im Grunde nur Sie selbst ein Problem haben und Ihr Mann sich einfach nur die Wesenseigenschaften der Partnerin wünscht, mit der er vor der Geburt des Babys zusammen war. Also, werfen Sie Ihre Bedenken über Bord und seien Sie einfach Sie selbst!

Was kann “Mann“ tun

Viele Männer müssen sich erst mal mit dem Gedanken anfreunden, dass die Mutter ihres Kindes wie vor der Geburt auch ihre Sexualpartnerin, ihre Geliebte, ist. Dies hängt damit zusammen, dass der Mann die Geburtsschmerzen und die medizinische Versorgung seiner Partnerin als gebärende Frau miterlebt und dies erst einmal verarbeiten muss. Womöglich zieht er sich daher erst einmal zurück.
Machen Sie sich als Mann und Vater Gedanken über diese Veränderungen, über die neuen Rundungen Ihrer Partnerin und wie sie sie empfinden. Setzen Sie sich mit ihrer neuen Rolle auseinander und versuchen Sie ihre momentanen Empfindungen nachzuvollziehen. Unterstützen Sie Ihre Frau, indem Sie ihr angeknackstes Selbstbewusstsein mit aufbauen - verabschieden Sie sich erst einmal von übertriebenen Schönheitsidealen. Doch vor allem sollten Sie diese Dinge auch konkret ansprechen und ihre Gedanken nicht mit sich selbst ausmachen. Das hilft, Missverständnisse zu vermeiden und wieder neue Nähe zueinander zu finden.

Schenken Sie sich Zeit

Schaffen Sie sich Freiräume! Selbst ein kleines Baby ist schon "groß" genug, um es auch mal einen Tag oder ein paar Stunden den Händen einer guten Freundin, Schwester oder Oma zu überlassen. Dies gibt Ihnen und Ihrem Partner Gelegenheit, sich wieder einmal nur miteinander zu beschäftigen, in Ruhe Gespräche zu führen und auch Zärtlichkeiten auszutauschen, wozu Sie seit der Geburt nicht mehr oft die Gelegenheit hatten.
Bauen Sie Entspannungsphasen in den Alltag ein, in denen Sie aneinandergekuschelt Musik hören oder sich - wie vielleicht ganz am Anfang Ihrer Beziehung einmal - gegenseitig etwas vorlesen. Machen Sie, unabhängig von der Finanzlage, Reisepläne für das kommende Jahr. Nutzen Sie die Zeit vor dem Einschlafen, um sich mit Massagen zu verwöhnen.
Überraschen Sie sich gegenseitig, beispielsweise mit einem Kino- oder Theaterbesuch!

Verhütung nach der Geburt

Sofern Sie sich als frische Mutter schon wieder für die körperliche Liebe bereit fühlen, gelten jetzt einige "besondere" Regeln. Wegen der Infektionsgefahr wird von vielen Medizinern in den ersten Wochen nach der Geburt vom Geschlechtsverkehr abgeraten. Außerdem haben Sie vielleicht noch Schmerzen im Bereich von Scheide oder Damm.
Nach ca. acht Wochen, wenn der Wochenfluss langsam abklingt, sind die Wunden soweit geheilt, dass von ärztlicher Sicht nichts mehr gegen Sex einzuwenden ist - sofern beide Partner dazu bereit sind. Bedenken Sie nun, dass Sie bereits vor der ersten Menstruation - die frühestens sechs bis zwölf Wochen nach der Entbindung wieder einsetzt - einen Eisprung haben und sofort wieder schwanger werden können. Verhüten Sie deshalb von Anfang an! Stillen ist übrigens keine sichere Verhütungsmethode, wie fälschlicherweise behauptet wird! Bestes Verhütungsmittel ist zunächst das Kondom. Sie können aber auch bereits nach drei Wochen wieder die Pille nehmen. Da stillende Frauen aber nur ein reines Gestagenpräparat nehmen dürfen, sollten Sie sich hierzu genauestens von Ihrem Frauenarzt beraten lassen! Auf natürliche Verhütungsmethoden sollten Sie sich in den ersten Monaten nach der Geburt nicht verlassen: Da sich der Zyklus noch nicht vollständig eingependelt hat, kann das zu Fehldeutungen führen und ehe Sie es sich versehen, sind Sie schon wieder schwanger.

Willkommen zu Hause die Rolle das Vaters

Mutter und Kind haben die Geburt bestens gemeistert, bei der Erstuntersuchung ist alles glatt gegangen und Vaters Brust ist erfüllt von Stolz - soweit haben Sie die ersten Hürden schon überstanden und sind nun endlich eine kleine Familie. Doch was bedeutet das und welche neuen Aufgaben liegen - besonders in den nächsten Monaten - nun vor Ihnen? Sie sind jetzt eine Familie und müssen zunächst lernen, den neuen Alltag gemeinsam zu meistern. Ihr kleiner Wonnenproppen wird Sie rund um die Uhr auf Trab halten. Doch bedenken Sie, dass das Zusammenleben mit einem Neugeborenen sich nicht bis ins letzte Detail planen lässt. Lassen Sie sich daher den nötigen Spielraum für Improvisationen.

Väter sind jetzt besonders “beliebt“

Sicherlich haben Sie als Mann alle Höhen und Tiefen der Schwangerschaft gemeinsam mit Ihrer Frau durchlebt, haben Sie zum Geburtsvorbereitungskurs begleitet und standen ihr vermutlich auch während der Geburt bei. Sich auf ihre neue Rolle vorzubereiten, kann für Väter schwerer sein als für Mütter - schließlich spürt man als werdender Vater den Entstehungsprozess des Babys nicht "im eigenen Bauch", was bei Frauen an sich schon den natürlichen Mutterinstinkt auslöst. Für viele Männer ist es trotz aller Vorbereitungen auf das wichtige Ereignis, meist so, als seien sie von einem Tag auf den anderen Vater geworden. Da das heutige Vaterbild ein anderes ist, als das unserer Eltern, fehlen vielen jungen Männern heute Vorbilder für ihre Vaterrolle. Sie fühlen sich schnell verunsichert. Obwohl heute Männer wie Frauen gleichermaßen Erziehungsurlaub wahrnehmen können, scheuen viele Männer davor zurück: Aus Furcht, von ihren Arbeitskollegen als "Softie" belächelt zu werden. Gerade in den ersten Wochen wäre es aber für die Mutter sehr entlastend, wenn der junge Papa sich Urlaub nimmt und zu Hause bei der Versorgung des Nachwuchses zur Hand gehen oder um einfach nur in der Nähe sein kann. Viele Frauen sind in den ersten Wochen nach der Geburt sehr labil und können diese große Hilfe gut brauchen.

Was kann Papa tun

Da viele Männer sich ob der innigen Mutter-Kind-Beziehung schnell ausgeschlossen fühlen und sich zurückziehen, ist es umso wichtiger, dass die Mutter den Vater so oft es geht einbezieht. Versuchen Sie sich als Mutter zurückzuhalten, wenn er das Baby badet oder mit ihm spielt. Vertrauen Sie ihm. Er weiß, wie er mit dem Kleinen umzugehen hat, ohne dass Sie ihn kontrollieren. Geben Sie ihm das Gefühl dazuzugehören und beziehen Sie ihn in alles mit ein, beispielsweise in der Babypflege oder beim Windeln wechseln. Damit er Ihnen als Partner zur Seite stehen kann, muss er selbst Verantwortung übernehmen. Als Vater sollten Sie selbst erkennen, wann Sie wo helfen können und welche Handgriffe im Haushalt und für das Kind zu nötig sind.
Besonders in den ersten Wochen können Sie als Vater der frischgebackenen Mutter noch viel abnehmen: Das Neugeborene wickeln, nachts aufstehen, wenn es weint und es der Mama zum Stillen ans Bett bringen. Sie können auch viel von der Babypflege, beispielsweise das Baden, übernehmen oder mit dem Nachwuchs zum Kinderarzt gehen.

Willkommen zu Hause Tipps für die Mutter

Anfangs werden Sie selbst noch etwas schwach auf den Beinen sein, das ist normal. Erwarten Sie daher nicht zu viel von sich. Auch wenn Ihr Partner Ihnen im Haushalt und bei der Kinderversorgung anfangs stark beiseite steht, kann es vorkommen, dass Sie sich noch etwas überfordert fühlen, besonders wenn es Ihr erstes Kind ist. Nur Mut! Das wird sich schon alles einspielen. Lassen Sie sich die nötige Zeit und Ruhe! Sie dürfen jederzeit auf Rat und Hilfe, einer Hebamme zurückgreifen, die bis zu 12 Monate nach der Entbindung sogar von der Krankenkasse bezahlt wird. Sagen Sie, in welchen Bereichen Sie Hilfe brauchen und bitten Sie Schwester, Schwägerin oder (Schwieger-)Mutter Ihnen anfangs ein wenig unter die Arme zu greifen.
Vermutlich werden Sie viele Bekannte besuchen kommen wollen, um endlich den langersehnten Blick auf den Familiennachwuchs zu werfen. Doch haben Sie keine Hemmungen, sie auf einen späteren Zeitpunkt zu vertrösten, wenn Ihnen gerade nicht danach ist und Ihnen alles zuviel wird. Liebe Freunde werden dafür sicher Verständnis haben, wenn Sie es ihnen erklären.

Tag-Nacht-Rhythmus und plötzlicher Kindstod

Sie sollten darauf achten, dass Sie immer wieder ein wenig Zeit für sich finden und sich auszuruhen. Nur so kann ihr Körper sich regenerieren und Sie sind gegen die anstrengenden Ansprüchen Ihres kleinen Schatzes gewappnet. Bis Ihr Baby nämlich "mitbekommt", dass seine Eltern es gewohnt waren, jede Nacht durchzuschlafen bis es auf die Welt kam, werden noch viele Monate vergehen ;) . Kinder müssen ihren eigenen Rhythmus erst einmal finden. Anfangs kennen sie noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. In der Regel betragen ihre durchschnittlichen Schlafphasen eine Dauer von vier Stunden und ihr Schlaf-Wach-Rhythmus ist über 24 Stunden gleichmäßig verteilt. Der Tag-Nacht-Rhythmus beginnt sich erst ab dem 2. Monat einzupendeln und wenn Sie Glück haben, ist Ihr kleiner Liebling ab dem 3. Monat in der Lage nachts durchzuschlafen. Bei manchen Kindern geht dies schneller, bei anderen dauert es länger. Um Ihrem Kind zu helfen, möglichst rasch seinen eigenen Rhythmus zu finden, sollten Sie seinen Tagesablauf - d.h. füttern, baden, spazieren gehen, ins Bett bringen, so regelmäßig wie möglich gestalten.
Legen Sie Ihr Kind zum Schlafen möglichst nicht auf den Bauch. Ca. 86% der Kinder, die an plötzlichem Kindstod gestorben sind, lagen auf dem Bauch. Zum Schlafen sollten Sie es auf den Rücken oder auf die Seite legen - am besten nach jeder Wachzeit in eine andere Lage. Ist ihr Kind wach und unter Ihrer Beobachtung, können Sie es immer wieder einmal auf den Bauch legen. Das fördert die Nacken- und Rückenmuskulatur und das Baby lernt schneller, den Kopf zu heben.

Der wichtige weisse Saft

Sie sollten Ihr Baby möglichst von Beginn an stillen. In den ersten vier bis sechs Monaten wird die Nahrung Ihres Kindes nur aus Flüssignahrung bestehen - am besten Muttermilch. Sie enthält wichtige Antikörper, die das Neugeborene vor Infektionen schützen, und ist genau auf die Bedürfnisse des Babys angepasst. Außerdem erfährt das Neugeborene während des Stillens mütterliche Nähe, Körperwärme und Geborgenheit. Dadurch wird die Mutter-Kind-Bindung stark gefördert. Machen Sie es sich zum Stillen bequem und entspannen Sie sich. Ob Sie dazu lieber sitzen oder liegen müssen Sie selber herausfinden. Sollten Sie Ihrem Kind aus irgendeinem Grund nicht die Brust geben können, dann sollten Sie die Milch abpumpen, denn nur so gelangt es an die wichtige Muttermilch. Fragen Sie Ihren Frauenarzt, Ihre Hebamme oder in der Apotheke nach der für Sie geeigneten Milchpumpe und lassen Sie sich dort ausführlich über das richtige Abpumpen informieren.

Babytalk und andere Formen der Kommunikation

Die Pflege Ihres Babys nimmt - von der Ernährung abgesehen - die meiste Zeit des Tages in Anspruch. Doch Baden, waschen und wickeln dient nicht nur der Hygiene, sondern ist zugleich ein wichtiges Stück Kommunikation. Nutzen Sie diese Gelegenheiten, um gleichzeitig mit Ihrem Kind ausgiebig zu schmusen, zu spielen und mit ihm zu sprechen oder ihm etwas vorzusingen. Scheuen Sie sich auch nicht, sich mit Ihrem Liebling im "Babytalk" zu unterhalten. Überall um den Erdball klingt das ähnlich: Die Stimme wird höher und sanft und immer wiederkehrende Geräusche oder einfache Fragen à la "Ja, was denn?" kommen wie selbstverständlich über die Lippen. So albern das anmuten mag, kleine Babys lieben diese Art der Kommunikation und heute weiß man, sie brauchen es sogar zur Entwicklung ihrer späteren Sprachentwicklung. Forscher sind sich heute darüber einig, dass Eltern mit dieser Ammensprache im Vergleich zur normalen Sprache bei Ihrem Kind größere Aufmerksamkeit erlangen. Hierbei werden mit den Worten auch ein Mehr an Mimik und Gefühlen vermittelt und das Baby wird zum Nachahmen angeregt.

Beziehen Sie alle mit ein

Als frischgebackene Mami werden Sie in den ersten Monaten stark angespannt sein und kaum noch Zeit für sich finden. Dennoch sollten Sie dafür sorgen, dass Sie sich immer wieder einmal Pausen gönnen, denn nur so schöpfen Sie neue Kräfte. Und vergessen Sie nicht, dass Sie nebst der "Vollzeitbeschäftigung Mutter" auch noch eine eigenständige Frau mit Wünschen und Bedürfnissen sind!
Lernen Sie, "kindgerechte" Prioritäten zu setzen. Es ist unmöglich in den ersten Monaten Vollzeitmutter und Vollzeit-Hausfrau zu sein! Bitten Sie, Verwandte oder Ihren Partner öfters mal das Einkaufen und andere Tätigkeiten im Haushalt zu übernehmen oder Behördengänge für Sie zu erledigen. Laden Sie Ihre Freundinnen ein und bitten Sie sie zur Abwechslung einmal, das gemeinsame Essen zuzubereiten oder nach dem Kochen beim Abwasch zu helfen. Bei dieser Gelegenheit können Sie sich wenigstens eine halbe Stunde ausruhen und abschalten.
Passen Sie sich dem Tagesablauf Ihres Kindes an, indem Sie seine Schlafphasen nutzen, um selbst ein Nickerchen zu machen.
Sollten sie erst vor kurzem umgezogen sein, die Verwandtschaft nicht in der Nähe haben oder Ihren Partner zu wenig um sich, suchen Sie sich anderweitig Hilfe. Oft helfen Schüler oder Rentnerinnen gerne für ein paar Mark im Haushalt oder gehen mit dem Baby im Kinderwagen spazieren. Hilfe können Sie auch über Pfarrämter erhalten. Vielleicht haben Sie eine nette Nachbarin, die Ihnen gerne unter die Arme greift. Fragen Sie auch bei Ihrem Kinderarzt nach oder geben Sie eine kurze Annonce in Ihrer Stadtteilzeitung auf. Der Versuch lohnt sich allemal!

Bibliografie

"Schwangerschaft und Geburt" von I. Albrecht-Engel, Dr. M. Albrecht
Gräfe und Unzer Verlag, München; ISBN: 3 7742 3036 6

"Babys erstes Jahr" von G. Pighin, Dr. B. Simon;
Gräfe und Unzer Verlag, München; ISBN: 3 7742 1721 1

"Wenn wir Eltern werden... ist alles anders" von M. Eckert,
Urania-Ravensburger Verlag, Berlin; ISBN: 3 332 01032 8

"Mensch, Papa!" von K. Schlenz,
Mosaik Verlag, ISBN: 3 576 10692 8

Kontakt

Bund Deutscher Hebammen e.V.
Steinhäuser Straße 2
76135 Karlsruhe
http://www.hebammen.de
Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland e.V.
Geschäftsstelle

Am alten Nordkanal 9
41748 Viersen
http://www.bfhd.de
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Glinkastrasse 18-24
10117 Berlin
http://www.bmfsfj.de
"Tagesmütter"
Bundesverband für Kinderbetreuung in Tagespflege e.V.

Breite Straße 2
40670 Meerbusch
http://www.tagesmuetter-bundesverband.de

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