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6. März 2014: 115 Jahre Aspirin

Der Schmerzmittel-Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wurde am 6. März 1897 erstmals in reiner und stabiler Form synthetisiert

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Wirkungsweise

Doch wie lindert Aspirin Schmerzen, Fieber und Entzündungen? Diese Frage blieb lange Zeit ungeklärt. Erst 1971 entdeckte der britische Pharmakologe John Robert Vane, dass die Acetylsalicylsäure die Bildung von Prostaglandinen im Körper hemmt. Diese Botenstoffe wirken entzündungsverstärkend und fördern damit auch Fieber und Schmerzen. Wie Vane feststellte, hemmt ASS zwei Enzyme, die Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2 und senken die Konzentration des Botenstoffs im Gewebe. Da dieser normalerweise die Schmerzrezeptoren empfindlicher macht, führt eine Blockade seiner Produktion zu einer Hemmung der Schmerzwahrnehmung und Weiterleitung.

Wegen seines Effekts auf die Prostaglandine wirkt ASS aber nicht nur gut gegen leichte bis mittlere Schmerzen, sondern gleichzeitig auch fiebersenkend und entzündungshemmend. Die Entschlüsselung des Wirkprinzips der Acetylsalicylsäure wurde elf Jahre später mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.

Nachteil des Wirkprinzips von ASS ist allerdings, dass eine Form der Cyclooxidase, COX-1, auch für den Schutz unserer Magenschleimhaut benötigt wird. Da ASS diesen Stoff jedoch unwirksam macht, gehören Magenblutungen oder Reizungen der Magenschleimhaut zu den häufigsten Nebenwirkungen dieser Präparate. Außerdem eignet sich ASS nicht dazu, Schmerzen durch offenen Wunden zu lindern. Denn das Mittel wirkt auch gerinnungshemmend und stört dadurch die Wundheilung. Hier sind dann andere Schmerzmittel ohne Acetylsalicylsäure sinnvoller.

Mehr zum Thema Schmerz und Schmerzmittel im scinexx-Dossier: Schmerz - Alarmstufe Rot im Nervensystem

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