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Anschlag auf Rudi Dutschke

Der Studentenführer wird lebensgefährlich verletzt

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Osterunruhen

Am 12. April (Karfreitag) setzte die Polizei in Berlin Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verletzte. Weitere Demonstrationen fanden in Bonn, Köln, Stuttgart, Frankfurt am Main und Amsterdam statt. Einem Aufruf des SDS folgend, versuchten Demonstranten, die Auslieferung der Springer-Zeitungen in Berlin, Hamburg, Essen und Frankfurt am Main in der Nacht zum Sonnabend zu verhindern.

Bis zum 15. April (Ostermontag) kam es zu weiteren Kundgebungen und Blockadeaktionen in zahlreichen deutschen Städten, an denen sich auch Teilnehmer der Ostermärsche für Abrüstung beteiligten. Bei Ausschreitungen in München wurden am Ostermontag der 32-jährige Fotoreporter Klaus Frings und der 24-jährige Student Rüdiger Schreck so schwer verletzt, dass sie am 17. bzw. 18. April starben. In London, Paris, Brüssel, Rom, Wien und Toronto fanden während der Osterfeiertage Kundgebungen aus Solidarität mit der bundesdeutschen APO statt. Zielscheiben waren die bundesdeutschen Botschaften. Schon seit Jahresanfang hatte die APO zu einer Kampagne gegen den Axel-Springer-Verlag aufgerufen. Sie warf ihm vor, die APO zu diffamieren, eine Hetzkampagne gegen sie zu betreiben und die öffentliche Meinung zu manipulieren. Zu diesem Zeitpunkt erschienen etwa 50 Prozent der bundesdeutschen Tageszeitungen und 70 Prozent der Sonntagszeitungen bei Springer.

Rudi Dutschke lebte nach dem Attentat im Ausland. Seit Ende 1976 engagierte sich Dutschke wieder politisch in der Bundesrepublik Deutschland, zuletzt für die Die Grünen. Er starb im Jahr 1979 an Heiligabend an den Spätfolgen des Attentats.

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