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Argentinien erstmals Weltmeister

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25 Tage lang konnte das südamerikanische Land den durch die Militärdiktatur geprägten Alltag vergessen. Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an ein Land, in dem politische Gegner gefoltert wurden und spurlos verschwanden, hatte internationale Proteste hervorgerufen. Vergeblich hatten Menschenrechtsorganisationen einen Boykott gefordert. Obwohl die Spiele von einem unübersehbaren Polizeiaufgebot begleitet wurden, kam keine gedrückte Atmosphäre auf. Das lag vor allem an der überwältigenden Gastfreundschaft und Fußball-Leidenschaft der Argentinier.

Rein sportlich enttäuschte die WM-Endrunde die hochgesteckten Erwartungen. Spielmacher, Individualisten, die mit Intuition und den ihnen gewährten Freiräumen einem Spiel ihren Stempel aufdrücken, waren rar geworden. Statt dessen bestimmten taktische Zwänge das Spielgeschehen. Ein Tor mehr oder weniger konnte in der Plazierung einen Unterschied von fünf oder sechs Plätzen ausmachen. Der Erfolgszwang, verbunden mit einem engen taktischen Korsett, ging eindeutig auf Kosten spielerischer Elemente. So endeten sechs WM-Spiele mit einem torlosen Remis, sieben wurden 1:0 entschieden.

Glückloser amtierender Weltmeister

Der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft ließ sich treffend mit dem Urteil "Mittelmaß" versehen. Das 0:0 des amtierenden Weltmeisters gegen Polen wurde zunächst als die bekannte Trostlosigkeit bei Eröffnungsspielen abgehakt. Hoffnung keimte beim 6:0 gegen die spielerisch schwachen Mexikaner auf. Die torlosen Unentschieden gegen Tunesien und in der Finalrunde gegen Italien sowie das 2:2 gegen die Niederlande machten alle Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden zunichte.

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