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Auswege aus der Schuldenfalle

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Was ist eine Privatinsolvenz?

Während es bis Mitte der Neunziger Jahre ausschließlich Unternehmen vorbehalten war, eine Insolvenz und eine damit verbundene Schuldbefreiung zu beantragen, gilt dies mittlerweile auch für private Schuldner. Ein Verbraucherinsolvenzverfahren muss beim zuständigen Amtsgericht gestellt werden. Nach Prüfung der Sachlage kann ein Insolvenverfahren eingeleitet werden, das eine Einigung mit den Gläubigern zum Ziel hat. Per Gerichtsbeschluss können hier auch unwillige Gläubiger zur Zustimmung gezwungen werden. Seit 2001 werden übrigens auch die Verfahrenskosten, die bis dahin der Schuldner sofort zu tragen hatte, gestundet.

Wozu ist die “Wohlverhaltensperiode” notwendig?

Ist die Privatinsolvenz gerichtlich anerkannt, muss sich der Schuldner sechs Jahre lang an einen strikten Schuldenregulierungsplan halten. In dieser Zeit verwaltet und verwertet ein Treuhänder - eine Art Insolvenzverwalter - das pfändbare Einkommen und Vermögen. Der Schuldner erhält einzig einen monatlichen Freibetrag. Hält er sich sechs Jahre lang diszipliniert an die Vorgaben und verheimlicht keine zusätzlichen Einkünfte, dann bekommt er vom Gericht den Rest seiner Schulden erlassen. Wer Jahre später erneut in den Überschuldungsstrudel gerät, für den sind die Aussichten allerdings weniger gut: ein Privatinsolvenzverfahren kann man nur ein einziges Mal beantragen.

Michael Fischer
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