Trabi - der knatternde Stinker

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Das genügte der DDR. So kam es, dass weder die Produktionsmaschinen modernisiert oder ersetzt wurden noch der Trabi innerhalb der 33 Jahre wesentlich verändert oder verbessert wurde. Die Ingenieure hatten ausgereifte Pläne vorlegen können, die DDR blockierte sie aber. Das Politbüro sträubte sich, auch nur den Zweitaktmotor durch einen Viertaktmotor zu ersetzen. Was es gab, war zum Beispiel ein größerer Kofferraum oder die Steigerung von 23 auf 26 PS. Der Trabant 601 war der dritte in der Trabi-Modell-Baureihe und der meist verkaufte. Bei dem Modell wurde unter anderem die Karosserie leicht verändert. Viel mehr war aber nicht drin. So wurde das Kultauto zum Spiegelbild der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der DDR.

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Hauptsache, der Trabi fuhr, lautete die Devise. Und das tat er. Wenn's sein musste, sogar 1000 Kilometer. Und das mit maximal 26 PS, schlechter Federung, wenig Platz, lautem Gebrumme und der berühmt-berüchtigten Abgaswolke, hinter der das Auto selbst verschwand.

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Dennoch galt der Trabi als zuverlässig. Riss doch einmal der Keilriemen, konnte man sich mit einem Nylonstrumpf behelfen. "Hast Du Hammer, Zange, Draht, kommst Du bis nach Leningrad", sagte der Volksmund liebevoll spöttelnd. Der Spot war immer gepaart mit Liebe. So sind auch Witze wie diese zu verstehen: "Wie viele Arbeiter braucht man, um einen Trabi zu bauen? Zwei: Einer faltet, einer klebt!". Oder "Wann erreicht der Trabi seine Höchstgeschwindigkeit? Wenn er abgeschleppt wird!"

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Die Zwickauer Werke kamen mit der Produktion kaum hinterher. Die technisch rückständigen Produktionsanlagen waren der Flut an Anfragen nicht gewachsen. Zu Beginn der Trabigeschichte war eine jährliche Produktion von 12.000 Stück geplant gewesen. Anfang der 1970er Jahre sollte sie verdreifacht werden. Das war aber nicht möglich. Kapazitäten und wirtschaftliche Bilanzen waren nicht in Einklang zu bringen. Für sehnsüchtig Wartende gab es dafür eine Entschädigung: Sie konnten das Trabi-Fahrgefühl wenigstens auf einer Rundfahrt im Luxus-Stretch-Trabi genießen.

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Als sich die DDR dann doch zum Viertaktmotor durchrang, um auf dem Markt bestehen zu können, war es schon zu spät. Die Mauer war gerade gefallen. Und damit auch der Vorhang für die Trabiproduktion. Nach einem Jahr voller erfolgloser Versuche, das neue Modell 1.1 an den Mann zu bringen, stellte die 1990 neu gegründete Sachsenring Automobiltechnik GmbH die Produktion ein. Was jetzt zählte, war die wiedergewonnene Freiheit. Ex-DDR-Bürger tuckerten mit ihren Trabis in den Westen. Mussten die Trabis vor kurzem noch an der Mauer Halt machen, ergossen sie sich jetzt wie Wassermassen, denen die Sandsäcke nicht mehr standhalten, über die ehemalige DDR-Grenze.

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