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Brailleschrift: Lesen mit den Fingern

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Braille-Display
Bei modernen Braille-Displays wird das übliche Sechs-Punkte-System um eine vierte Zeile ergänzt.
"Revolution des Blindenwesens"

Obwohl die Zeichen von Braille leicht erlernbar waren und sich rasch lesen und schreiben ließen, setzten sie sich zunächst jedoch nicht durch: Die offizielle Anerkennung der Schrift blieb jahrzehntelang aus. Louis Braille und seine Freunde nutzten das System dennoch weiter und stellten dabei immer wieder ihren praktischen Nutzen unter Beweis - unter anderem durch bessere Leistungen im Unterricht.

Erst im Jahr 1850 erkannte die Pädagogische Akademie Frankreichs die Brailleschrift schließlich an, der deutschsprachige Raum zog ab 1873 nach und schließlich trat das Sechs Punkte-Alphabet seinen Siegeszug um die Welt an. Erstmals war es damit blinden Menschen möglich, sich auch schriftlich zu verständigen. "Diese Entwicklung war die größte Revolution des Blindenwesens", sagt der DBSV.

Eine Zeile mehr für den PC

Auch im Computerzeitalter kommt der Brailleschrift nach wie vor eine große Bedeutung zu. Dank spezieller Braille-Displays, bei denen Stifte entsprechend der Buchstaben auf dem Bildschirm hochgedrückt werden, können Texte vom PC zeilenweise ausgelesen werden. Häufig wird das übliche Sechs-Punkte-System dabei um eine vierte Zeile ergänzt, weil für die Bildschirmarbeit mehr Zeichen benötigt werden. Auf diese Weise stehen statt 64 .256 Kombinationen zur Verfügung.

DAL, 04.01.2017
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