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Braun verbietet Rot

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Auf gemeinsamen Sitzungen mit Abgesandten der Berliner Gruppe am 9. Juni in Prag und am 13. Juni in Bodenbach suchte die Prager Auslandsleitung (Otto Wels, Hans Vogel, Friedrich Stampfer, Siegfried Crummenerl, Otto Hertz, Erich Ollenhauer und Siegfried Aufhäuser) ohne Erfolg eine Verständigung. Die Prager wollen vom Ausland aus den Kampf gegen das Hitler-Regime führen, die Berliner im Interesse der vielen Parteimitglieder möglichst lange legal weiterarbeiten.

 

Am 19. Juni tagte im preußischen Landtag eine Reichskonferenz der SPD, an der die Berliner Mitglieder des Parteivorstandes, die Vorsitzenden der Reichstags- und Landtagsfraktion und die Bezirkssekretäre teilnahmen. Sie wählten einen neuen Vorstand aus Franz Künstler, Paul Löbe, Erich Rinner, Johannes Stelling und Max Westphal. Er erklärte sich zur Führung der Partei und lehnte jede Verantwortung für alle Äußerungen des Prager Exilvorstandes ab. Doch auch diese Erklärung nützte nichts mehr: Stelling wird ermordet; Löbe und die übrigen Vorständler mit Ausnahme des nach Prag abgereisten Rinner verhaftet und erst Ende 1933 aus der Haft entlassen.

aus der "Chronik 1933" (Chronik-Verlag)
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