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Business-Knigge Arabisch-Islamische Welt

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Religion

Saudi-Arabien
Der Islam ist Staatsreligion. Überwiegend gibt es wahhabitische Sunniten. In der Ostprovinz besteht eine schiitische Minderheit.

Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
Der Islam ist hier überwiegend sunnitischer Prägung und gilt als Staatsreligion. In den Vereinigten Emiraten lebende Ausländer praktizieren ihre Religionen ungehindert. Christentum, nichteinheimische Richtungen des Islam sowie Hinduismus existieren ohne Probleme.

Fremde Sitten und Gebräuche

Drängelei und Drohungen

"Ich verlange, umgehend Ihren Vorgesetzten zu sprechen." Was in Deutschland einen Vorgang vielleicht beschleunigt, bewirkt in arabischen Ländern das Gegenteil: Drängelei und Drohungen werden mit Entschleunigung beantwortet, wenn nicht mit offensichtlicher Ablehnung. Der Fordernde wird als grob unhöflich empfunden.

Das Maß aller Dinge in muslimisch geprägten Kulturen ist nicht der Mensch: der Islam ist nicht nur Religion, sondern auch Gesellschaftsform. Wie stark und in welcher Weise diese in den verschiedenen islamischen Kulturformen mit weltweit insgesamt 1,3 Milliarden Muslimen die jeweiligen Verhaltensregeln prägt, ist nicht leicht zu differenzieren.

Diskretion und Zurückhaltung

Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, Zurückhaltung ist das Gebot der Stunde. Diskretion geht sogar so weit, dass selbst gegenüber unangemessenem Verhalten seitens Ausländern gilt: Was übersehen werden kann, braucht nicht geahndet zu werden.

In der Öffentlichkeit kann von Ihnen erwartet werden,

  1. dass Frauen und Männer einander nicht berühren, Menschen gleichen Geschlechtes können durchaus Hand in Hand gehen. Saudi-arabischen Frauen ist der Kontakt nur zum Ehemann oder zu nahen männlichen Verwandten gestattet, die VAE und zunehmend der Oman sind freizügiger;
  2. dass Männer Blickkontakt mit einheimischen Frauen vermeiden;
  3. dass Sie auf das Bilderverbot des Islam Rücksicht nehmen und sich mit dem Fotografieren von Menschen zurückhalten.

Auf dem Markt

Stören Sie sich nicht daran, dass Sie von Händlern angesprochen werden. Eine Ware anbieten und über den Preis diskutieren, ist die natürlichste Sache der Welt. Genauso ist es akzeptiert, wenn Sie sich als Interessent zuerst einmal einen Überblick über das Angebot verschaffen wollen. Versuchen Sie dabei aber nicht, einzelne Händler gegeneinander auszuspielen: Sie würden den Kürzeren ziehen.

Ein Angebot eines Geschäftspartners auszuschlagen, wäre allerdings unpassend.

Gebet und religiöse Rituale

Gläubige Muslime beten fünfmal am Tag: zu Sonnenaufgang, am Mittag, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und zu Beginn der Nacht. Stören Sie niemals bei einem Gebet. Beobachten Sie Betende nicht und fotografieren Sie sie nicht. Zur Gebetszeit haben nichtmuslimische "Ungläubige" häufig keinen Zutritt in eine Moschee. Ist er gestattet, müssen Sie wie die Gläubigen am Eingang Ihre Schuhe ausziehen, Socken können Sie meist anbehalten oder aber Sie erhalten Überschuhe über die Socken. Frauen sollten sich in einer Moschee besonders zurückhaltend benehmen. Mitunter wird verlangt, dass sie sich mit einem Tuch oder einem Umhang das Haar bedecken.

Das Almosen geben zählt wie das Gebet zu den Pflichten des Muslimen. Es steht auch Ihnen gut zu Gesicht, wenn Sie einem Bettler eine Münze hinterlassen.

Vorsicht Fettnäpfchen

Sprechen Sie nicht von Mohammedanern, sondern von Moslems oder Muslimen. Iraner sind keine Araber, sondern gehören der indogermanischen Völkergruppe an.

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