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Das Ende der DDR

Vom 7. Oktober bis zum 11. November 1989

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Was geschah vom 9. bis zum 17. Oktober 1989?

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Die Mauer trennte zwei deutsche Staaten über 28 Jahre hinweg.

Leipzig, 9. Oktober. Im Anschluss an den montäglichen Friedensgottesdienst in der Nikolaikirche versammeln sich etwa 70 000 Menschen, um unter dem Motto »Wir sind das Volk« für Demokratie und eine Umgestaltung der DDR zu demonstrieren. Die Sicherheitskräfte, die in großer Zahl schon seit dem frühen Nachmittag an zentralen Punkten postiert sind, greifen nicht in das Geschehen ein.

Die Leipziger Montagsdemonstrationen begannen im August: Einige 100 Menschen gingen zunächst noch ohne Spruchbänder auf die Straße, um ihre Forderung nach Reformen zum Ausdruck zu bringen. Am 25. September nahmen bereits 6000 Menschen an der Kundgebung teil, von Montag zu Montag kommen mehr Menschen dazu.

Die Behörden versuchen die Demonstranten als »Rowdys und Randalierer« abzutun und sprechen von »ungesetzlichen Zusammenrottungen«. Am 9. Oktober, zwei Tage nach dem brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstrationen in mehreren Städten, scheint in Leipzig der Moment der Entscheidung gekommen. Einheiten der Volkspolizei und der Betriebskampfgruppen wurden zusammengezogen, am Stadtrand von Leipzig stehen Panzer der Nationalen Volksarmee bereit, Piloten der Hubschrauberstaffel aus der 150 km entfernten Albert-Zimmermann-Kaserne haben »Führungsbereitschaft«, Krankenhäuser bereiten sich auf die Versorgung einer größeren Zahl von Verletzten vor.

Wem es zu verdanken ist, dass die Sicherheitskräfte nicht zuschlagen, bleibt unklar. Manfred Gerlach, der Vorsitzende der Blockpartei LDPD, erklärt am 16. Oktober, Parteichef Erich Honecker habe schriftlich angeordnet, »mit aller Gewalt die Demonstrationen niederzuschlagen«. Egon Krenz, als ZK-Sekretär für Sicherheit für bewaffnete Einsätze zuständig und vom 18.Oktober an Honeckers Nachfolger, habe dagegen befohlen, auf keinen Fall mit Waffengewalt gegen die Demonstranten vorzugehen.

Anderen Angaben zufolge trägt der Chef des Leipziger Gewandhaus-Orchesters, Kurt Masur, einen großen Anteil am friedlichen Verlauf der Kundgebung. Ihm ist es gelungen, drei Sekretäre der SED-Bezirksleitung für einen Aufruf zu gewinnen, in dem die Bereitschaft zum Dialog zugesichert wird und die Demonstranten zu Besonnenheit aufgerufen werden.

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Chronik Jahresband 1989
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