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Das große Buhlen der ostdeutschen Unis

Studenten aus dem Westen wollen nicht "rübermachen"

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Meck-Pom ist längst nicht das einzige neue Bundesland, das die Werbetrommel für seine Unis und FHs rührt. Tatsächlich sind in allen fünf Ländern Imagekampagnen angelaufen, die den Studenten aus dem Westen das Studieren im Osten schmackhaft machen sollen. Gleichzeitig soll der "Nachwende-Knick", also die Abwanderung der eigenen Landeskinder in westdeutsche Unistädte, gestoppt werden.

Der Osten verwaist, der Westen explodiert

Hintergrund dieser Imagekampagnen ist der Hochschulpakt 2020, dessen 2. Phase - die Jahre 2011 bis 2015 betreffend - die Regierungschefs von Bund und Ländern jetzt unterzeichnet haben. Dieser Pakt, zu dem Bund und Länder in der 1. Phase je 565 Mio. Euro beigesteuert haben, soll "die Chancen der jungen Generation zur Aufnahme eines Studiums wahren, den notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs sichern und die Innovationskraft in Deutschland erhöhen". Und zwar vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Studienberechtigten bis 2020 massiv ansteigen wird - dank geburtenstarker Jahrgänge sowie doppelter Abi-Jahrgänge durch das G 8. Der Pakt soll bis 2010 die Aufnahme von über 91.000 zusätzlichen Studienanfängern gegenüber 2005 garantieren. Das scheint auch bitter nötig. Zumal das Zentrum für Hochschulentwicklung für die Jahre 2007 bis 2020 von 715.000 zusätzlichen Studienanfängern gegenüber dem Referenzjahr 2005 ausgeht. Doch aufgepasst: 710.000 davon werden allein im Westen erwartet. Womit klar wäre, wo das Problem liegt: Der Osten verwaist, der Westen explodiert.

Deshalb werden 15 Prozent der Mittel aus dem Hochschulpakt ausschließlich für den Erhalt vorhandener Studienplätze im Osten eingesetzt. Sie sollen eine Ventilfunktion für den unter Druck stehenden Westen sein. Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz werden zwischen 2011 und 2015 ganze 63.000 Studienplätze in den neuen Bundesländern frei werden. 63.000 Studienplätze, die Abiturienten aus München, Hamburg oder Köln also wie ein Geschenk des Himmels erscheinen müssten.

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von Susanne Dreisbach, wissen.de
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