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Das große Finale: Abschied von Raumsonde Cassini

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Cassini verglüht in der Saturnatmosphäre
Feuriges Finale: Die Raumsonde Cassini verglüht in der Saturnatmosphäre.

Das große Finale

Doch jetzt, nach 20 Missionsjahren, geht auch Cassini endgültig der Treibstoff aus. Damit die Sonde nicht eines Tages unkontrolliert und antriebslos durch das Saturnsystem trudelt, hat die NASA bereits im April 2017 ihr Großes Finale eingeleitet. Die Bodenstation lenkte die Raumsonde auf einen Kurs, der Cassini in 22 immer enger werdende elliptische Umläufe um den Saturn führt. Dabei ist die Sonde als erstes Raumfahrzeug überhaupt zwischen dem Saturn und seinem innersten Ring hindurchgeflogen. Sie kam dem Gasplaneten dabei so nahe wie noch niemand vor ihr – und konnte so noch einmal einzigartige Daten und Aufnahmen liefern.

Heute findet dieses große Finale seinen endgültigen Abschluss mit dem Sturzflug der Raumsonde in den Saturn. "Indem wir die Raumsonde sicher in die Saturnatmosphäre lenken, vermeiden wir jedes Risiko, dass Cassini irgendwann auf einem der Saturnmonde abstürzen könnte – und dabei deren unberührte Umwelt kontaminiert", erklärt Cassini-Projektmanager Earl Maize vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

NASA at Saturn: Cassinis letzter großer Auftritt.

Der letzte Flug

Begonnen hat der letzte Flug der Cassini-Sonde bereits gestern Abend gegen 22:20 Uhr unserer Zeit: Die Sonde hat ihre große Radioantenne in Richtung Erde gedreht und ist seitdem kontinuierlich auf Sendung. Bis zu ihrem Ende wird sie nun alle Daten in Echtzeit an die Bodenstation übermitteln. Heute Morgen gegen 09:15 Uhr MESZ wird Cassini ein fünfminütiges Rollmanöver vollführen, um ihre Spektrometer optimal für die Analyse der Saturnatmosphäre auszurichten. Anschließend beginnt der finale Sturz auf den Saturn – er wird gut drei Stunden dauern.

Die Raumsonde fliegt dabei mit rund 120.000 Kilometern pro Stunde in direktem Kollisionskurs auf den Planeten zu. "Cassini wird die Saturnatmosphäre bis zur letzten Sekunde erforschen und Daten in Echtzeit übermitteln", sagt Linda Spilker vom JPL. Acht der zwölf wissenschaftlichen Instrumente bleiben daher während des Sturzfluges in die Gashülle des Saturn angeschaltet.

Gegen 12:30 Uhr tritt Cassini in die Saturnatmosphäre ein. Ihre Antriebsdüsen feuern noch ein letztes Mal, um die Antenne der Sonde so lange wie möglich auf die Erde gerichtet zu halten. Doch schon eine bis zwei Minuten später wird Cassini den Kontakt mit der Bodenstation verlieren – endgültig. Spätestens gegen 12:35 Uhr wird die Sonde beginnen zu zerbrechen und wie ein Meteor in der dichten Saturnatmosphäre verglühen. Eine außergewöhnliche Mission ist damit zu Ende.

NPO, 15.09.2017
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